Zwischen Schulheften und Höhenflügen

Schmallenberger Nachwuchstsalent Erik Eckgardt

Der Schmallenberger Nachwuchsathlet Erik Eckhardt lebt für die Vielseitigkeit – und träumt von der großen Bühne des Sports

Das Leichtathletik-Nachwuchstalent aus dem Sauerland mit Christoph Geist, seinem Trainer vom LAC Veltins Hochsauerland.
Das Leichtathletik-Nachwuchstalent aus dem Sauerland mit Christoph Geist, seinem Trainer vom LAC Veltins Hochsauerland.

Wenn andere nach der Schule aufs Sofa fallen, beginnt für Erik Eckhardt der zweite Teil des Tages. Dann geht es auf den Sportplatz. Sprinten. Springen. Werfen. Wieder sprinten. Technik verbessern. Abläufe wiederholen. Meter sammeln. Sekunden jagen. Höhen überwinden. Der 13-Jährige aus Schmallenberg gehört zu jenen jungen Menschen, die schon früh wissen, was sie wollen. Und bei Erik ist das erstaunlich klar: Zehnkampf. Die vielleicht härteste, ganz sicher aber vielseitigste Disziplin der Leichtathletik. Zehn Wettbewerbe in zwei Tagen. Kraft, Schnelligkeit, Technik, Ausdauer – alles zählt.
„Ich wollte eigentlich immer alles machen“, sagt Erik ruhig. Genau darin liegt wohl der Kern seiner sportlichen Geschichte. Während viele Kinder sich für Fußball oder Handball entscheiden, faszinierte ihn schon früh die Mischung aus Rennen, Springen und Werfen. Die Bundesjugendspiele waren für ihn kein Pflichtprogramm, sondern Motivation.

Heute trainiert Erik mit einer Konsequenz, die man in diesem Alter selten erlebt. Mehrmals pro Woche steht Leichtathletik auf dem Programm. In Schmallenberg arbeitet er mit Heimtrainer Dietmar Schulte, dazu kommen Trainingseinheiten mit LAC-VELTINS-Hochsauerland-Coach Christoph Geist. Für Spezialdisziplinen wie den Stabhochsprung fährt die Familie regelmäßig bis nach Detmold. Ohne die Unterstützung seiner Eltern wäre dieser Weg kaum möglich. Und genau dieser Weg verlangt viel Disziplin. Schule, Training, Wettkämpfe, Fahrten – Freizeit bleibt überschaubar. Trotzdem wirkt Erik keineswegs verbissen. Eher konzentriert. Bodenständig. Sauerländisch eben.

Beeindruckende Vielseitigkeit
Besonders beeindruckend: seine Entwicklung im Stabhochsprung. Eine Disziplin, die Mut verlangt. Timing. Körpergefühl. Vertrauen in den eigenen Anlauf. Beim ersten Wettkampf übersprang Erik 1,70 Meter. Inzwischen liegt seine persönliche Bestleistung bereits bei drei Metern. Für einen 13-Jährigen ist das bemerkenswert. Überhaupt sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache. 2025 wurde Erik fünfmal Westfalenmeister und stellte einen Westfalenrekord auf. In der Deutschen Bestenliste seiner Altersklasse belegte er Platz eins im Hoch- und Stabhochsprung sowie Platz vier im Weitsprung. Im März 2026 folgten gleich zwei Hallenwestfalenmeistertitel.

Doch beeindruckender als Medaillen und Statistiken ist vielleicht seine Vielseitigkeit. Ob Sprint, Hürden, Wurf oder Sprung – Erik gehört in vielen Disziplinen zur Spitze seines Jahrgangs. Nur bei einer Sache muss er kurz lachen: „Langstrecke ist nicht so meins.“ Natürlich hat auch Erik große Ziele. Im kommenden Jahr möchte er bei den Deutschen Meisterschaften der U16 vorne mitmischen. Und irgendwann? „Olympia wäre schon ein Traum.“ Große Worte macht er daraus nicht. Dafür trainiert er lieber weiter.

Vielleicht ist genau das das Besondere an Erik Eckhardt: keine Show, kein künstliches Auftreten, keine lauten Gesten. Sondern Konzentration, Ehrgeiz und die Bereitschaft, sich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Oder, wie man im Sauerland sagen würde: erst machen, dann reden. Und wer Erik beim Training zusieht, bekommt das Gefühl, dass dieser Weg noch ziemlich weit führen könnte.