
Das 13jährige Schmallenberger Talent Erik Eckhardt und der 82jährige mehrfache Welt-, Europa- und Deutscher-Meister Dr. Eberhard Linke drehen manchmal gemeinsam ihre Runden auf dem Sportplatz in Schmallenberg
Es ist einer dieser klaren Frühjahrs-Nachmittage im Sauerland. Auf dem Sportplatz am Schulzentrum in Schmallenberg wird gesprintet, gesprungen, geworfen. Mittendrin: ein 13-Jähriger, konzentriert, ruhig, fast schon erstaunlich abgeklärt. Erik Eckhardt wirkt nicht wie einer, der einfach nur ein bisschen Sport macht. Er wirkt wie einer, der ein Ziel hat. „Ich wollte schon immer werfen, sprinten und springen“, sagt er schlicht. Und genau deshalb ist er dort gelandet, wo all das zusammenkommt: in der Leichtathletik.
Von den Bundesjugendspielen zur Königsdisziplin
Der Weg begann früh. Mit acht Jahren entschied sich Erik bewusst gegen Fußball, Handball oder andere Klassiker – und für die Vielseitigkeit. „Das hat mir einfach Spaß gemacht“, erinnert er sich an die ersten Erfahrungen im Schulsport. „Springen, werfen, laufen“ das hat mir von Anfang an Spaß gemacht“, erzählt der Gymnasialschüler. Was bei vielen Kindern ein kurzer Abschnitt bleibt, wurde bei ihm schnell zu etwas Größerem. Denn Erik hatte früh ein klares Ziel: den Zehnkampf. „Das wollte ich von Anfang an machen“, sagt er. Die sogenannte Königsdisziplin der Leichtathletik – zehn Disziplinen, zwei Tage, maximale körperliche und mentale Herausforderung. Für viele unerreichbar. Für Erik ein Plan.

Wer so früh so klar denkt, orientiert sich meist auch an Vorbildern. Bei Erik ist das der deutsche Weltklasse-Zehnkämpfer Niklas Kaul. „Den finde ich gut“, sagt er – und man merkt sofort: Hier spricht kein Fan, sondern jemand, der genau hinschaut. Denn der Weg zum Zehnkämpfer ist kein Zufallsprodukt. Er ist minutiös geplant. Montag: Lauftraining mit seinem Heimtrainer Dietmar Schulte in Schmallenberg. Dienstag: Hürden und Wurf mit dem hauptamtlichen Trainer des LAC Veltins Hochsauerland Christoph Geist in Schmallenberg. Donnerstag: Technik, Sprung, Koordination in Neheim. Dazu kommen regelmäßige Einheiten außerhalb der Region – etwa für den Stabhochsprung. „Alle drei bis vier Wochen fahren wir auch nach Detmold“, erzählt Erik und schaut lächelnd auf seine Eltern, die unverzichtbar für das aufwendige Training sind. Ein Aufwand, der zeigt: Talent allein reicht nicht. Es braucht Struktur, Disziplin – und ein Umfeld, das mitzieht.
Drei Meter über dem Boden
Besonders beeindruckend ist eine Disziplin: der Stabhochsprung. Technisch anspruchsvoll, mental fordernd, nichts für Zögerliche. „Im ersten Wettkampf bin ich 1,70 Meter gesprungen“, erzählt Erik. Heute liegt seine Bestleistung bei drei Metern. Drei Meter. Das ist die Höhe eines kleinen Hauses. „Man braucht schon Mut“, sagt er – und lächelt dabei fast beiläufig.
Was Erik besonders macht, ist seine Vielseitigkeit. Sprint, Sprung, Wurf – er kann alles. Oder fast alles. Das bestätigen einstimmig seine Trainer. „Ich mache alles gerne“, sagt er. Nur bei einer Disziplin zögert er kurz: „Langstrecke ist nicht so meins.“ Ein ehrlicher Satz. Und gleichzeitig einer, der zeigt, wie realistisch er sich selbst einschätzt. Denn genau diese Disziplin wird im Zehnkampf irgendwann entscheidend.
Training, Schule, Sauerland
Dreimal eineinhalb Stunden pro Woche Training, dazu Wettkämpfe, Fahrten, Schulalltag. Viel Raum für anderes bleibt nicht. Und doch: Erik ist ein ganz normaler Junge aus Schmallenberg. Er fährt gerne Fahrrad und Ski. Springt Trampolin. Trifft Freunde. Das Sauerland ist sein Trainingsraum – und gleichzeitig sein Zuhause.
Und dann ist da noch diese Frage nach den Zielen. Nach dem, was kommen soll. Erik überlegt nicht lange. „Nächstes Jahr möchte ich bei den Deutschen Meisterschaften U 16 gut abschneiden.“ Und dann, fast selbstverständlich: „Und später würde ich gerne bei Olympia teilnehmen.“ Ein großer Traum. Einer, der weit über den Sportplatz von Schmallenberg hinausgeht.
WOLL-Fazit
Erik Eckhardt ist kein Lautsprecher. Kein Selbstdarsteller. Er ist einer von denen, die einfach machen. Schritt für Schritt. Training für Training. Sprung für Sprung. Und vielleicht ist genau das der Unterschied. Dass hier nicht nur ein talentierter Junge unterwegs ist – sondern jemand, der schon früh verstanden hat, worauf es ankommt. Im Sauerland sagt man: Erst arbeiten, dann reden. Erik Eckhardt macht genau das. Und wer ihm zuschaut, ahnt: Das könnte erst der Anfang sein.

Erik Eckhardt steht exemplarisch für den starken Leichtathletik-Nachwuchs im Sauerland: außergewöhnlich breite Grundausbildung (Sprint, Sprung, Wurf), früh auf Landesebene erfolgreich, kontinuierliche Leistungsentwicklung über mehrere Jahre Seine Ergebnisse zeigen bereits in jungen Jahren ein Leistungsniveau, das deutlich über dem regionalen Durchschnitt liegt – mit klarer Perspektive für höhere Klassen. Er gehört damit zu den spannendsten Nachwuchsathleten der Region – ein Name, den man im Sauerland-Sport im Blick behalten sollte. März 2026: 2 x Hallenwestfalenmeister (Weitsprung und Stabhochsprung). 2025: 5 x Westfalenmeister und 1 x Westfalenrekord. Deutsche Bestenliste Freiluft 2025 (M12 aus Liste M 12): 1ter Hochsprung, 1ter Stabhochsprung, 4ter Weitsprung. Westfälische Bestenliste M12 Freiluft 2025: 1ter Hochsprung, 1ter Stabhochsprung, 1ter Weitsprung, 12ter über 75 Meter, 1ter 60-Meter Hürden, 29ter 800 Meter, 1ter Ballwurf, 1ter Speerwurf, 1ter Diskuswurf, 1ter Kugelstoßen.
LAC VELTINS Hochsauerland-Trainer Christoph Geist und sein Schützling Erik Eckhardt Foto: Hermann-J. Hoffe



