
Lungenfacharzt Prof. Dieter Köhler im Interview
Feinstaub, Pandemie und die Macht der Zahlen: Was ist damals wirklich passiert? Welche Rolle spielten Krankenhausdaten, Beatmungen, Sterbestatistiken und politische Entscheidungen? Und warum wirft der Blick auf Bergamo bis heute Fragen auf?
Im neuen WOLLcast Pauerland spricht Prof. Dr. Köhler über seine Analysen zu Feinstaub, Corona, Übersterblichkeit und den Umgang mit wissenschaftlichen Daten. Ein intensives Gespräch über Medizin, Statistik, Verantwortung – und über die Frage, wie wir Krisen bewerten. Dabei geht es nicht um schnelle Antworten, sondern um den Versuch, Zusammenhänge besser zu verstehen. Offen, kritisch und mit vielen Zahlen, die zum Nachdenken anregen.
Noch eine Ergänzung zu diesem Thema. Prof. Dr. Dieter Köhler hat in der Sokratesgruppe einen langen Vortrag zum Thema Feinstaub gehalten, der jetzt als ppt-Vortrag auf der Webseite der Initiative kritischer Rationalisten zu finden ist: https://www.sokrates-rationalisten-forum.de/
Im Vorspann heißt es:
Die Welt ist voller Risiken. Wer freute sich nicht, wenn wenigstens eine wegfiele? Leider ist das Gegenteil eingetreten: Diese Erkenntnis versetzt viele Zeitgenossen fast schon in Panik. Denn das Eingeständnis eines Irrtums ist noch schlimmer als wegfallende Risiken. Für diesen Mechanismus gibt es historische Beispiele. So wurden viele Frauen im Wochenbett gerettet, weil sich die Ärzte vorher die Hände wuschen. Das Risiko, durch die bakteriell verunreinigten Hände eines Arztes zu sterben, sank auf fast Null. Allerdings machte sich der Arzt Ignaz Semmelweis mit dieser lebensrettende Erkenntnis 1850 nicht sehr viele Freunde. Es dauerte Jahre bis Ärzte diese Erkenntnis akzeptiert hatten: Nämlich Frauen mit ihren eigenen Händen lebensbedrohlichen Risiken ausgesetzt zu haben.
Die wissenschaftliche Debatte kreist mittlerweile nur noch um die Pole Alarmismus und Verharmlosung. Die Corona-Pandemie und ihre gescheiterte Aufarbeitung ist ein Menetekel für diese Entwicklung. Eine erkenntnistheoretisch fundierte wissenschaftliche Praxis muss alle Hypothesen prüfen, die zur Erklärung eines beobachteten Phänomens in Frage kommen. Daran orientiert sich die Sokrates-Gruppe. Erfolgt das nicht oder nur unzureichend, sind die getroffenen Aussagen oder Schlussfolgerungen wertlos oder sogar schädlich.
Die Feinstaub- und Stickoxiddiskussion ist hier ein besonders deutliches Beispiel. In diesem Vortrag fasst Dieter Köhler seine Erkenntnisse über die gesundheitlichen Risiken von Feinstaub und Stickoxide jenseits von Alarmismus und Verharmlosung zusammen.
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