Wolfgang Paul – der große Kapitän aus dem Sauerland

Abschied von einer Sauerländer Fußball-Legende

Mit Wolfgang Paul verliert das Sauerland nicht nur seinen größten Fußballer, sondern einen außergewöhnlichen Menschen. Der ehemalige Kapitän von Borussia Dortmund, Europapokalsieger von 1966 und Ehrenspielführer des BVB ist im Alter von 86 Jahren verstorben.

Wer Wolfgang Paul begegnete, traf nie einen Star. Er traf einen Sauerländer.

Geboren und aufgewachsen in Bigge blieb er seiner Heimat ein Leben lang verbunden. Obwohl er Fußballgeschichte schrieb und als erster deutscher Kapitän überhaupt einen Europapokal in den Himmel heben durfte, blieb er der ruhige, bescheidene Uhrmachermeister aus dem Hochsauerland. Bodenständig, freundlich und ehrlich – Eigenschaften, die ihn weit über den Fußball hinaus auszeichneten.

Bodenständig, freundlich und ehrlich

Seine sportlichen Erfolge sind bis heute beeindruckend: Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger, Europapokalsieger, 13 Länderspiele und fast 240 Pflichtspiele für Borussia Dortmund. Als „Stopper“ prägte er eine ganze Generation von Verteidigern. Doch wichtiger als alle Titel war ihm stets der Mensch.

Nach seiner aktiven Karriere kehrte Wolfgang Paul immer wieder ins Sauerland zurück. Als Trainer führte er den TSV Bigge-Olsberg, den SC Willingen und den SSV Meschede zu einigen der größten sportlichen Erfolge ihrer Vereinsgeschichte. Generationen von Fußballern erinnern sich bis heute an seine ruhige, klare Art und seine Fairness.

Auch WOLL durfte Wolfgang Paul über viele Jahre begleiten. Wann immer wir ihn besuchten oder mit ihm sprachen, erzählte er mit leuchtenden Augen von seiner Kindheit im Sauerland, vom Fußball und von Borussia Dortmund. Nie stellte er sich selbst in den Mittelpunkt. Lieber sprach er über seine Weggefährten, über seine Familie oder über seine Heimat.

Kameradschaft, Disziplin und Dankbarkeit

Besonders in Erinnerung bleiben die Begegnungen in seinem kleinen Fußballmuseum in Bigge. Zwischen Trikots, Pokalen, Fotos und Erinnerungsstücken wurde Geschichte lebendig. Dort erzählte Wolfgang Paul nicht von Heldentaten, sondern von Kameradschaft, Disziplin und Dankbarkeit. Genau das machte ihn so besonders.

Er war ein Weltklasse-Fußballer, ohne jemals die Bodenhaftung zu verlieren. Einer, der zeigte, dass große Karrieren und Bescheidenheit kein Widerspruch sind.

Mit Wolfgang Paul verliert das Sauerland einen seiner bedeutendsten Botschafter. Einen Menschen, der den Namen seiner Heimat weit über ihre Grenzen hinaus bekannt gemacht hat und ihr doch immer treu geblieben ist.

Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Almuth, seinen Töchtern und seiner ganzen Familie.

Danke, Wolfgang Paul.

Für viele bleibst Du der „Stopper“. Für das Sauerland aber warst und bleibst Du vor allem eines: ein großer Mensch.


WOLL-Redaktion

„Einmal Sauerländer. Immer Sauerländer.“