Quelle: Foto: Wald und Holz
Das Projekt „Wir im Wald“ präsentiert am 27. November zentrale Ergebnisse zu aktuellen Nutzungskonflikten in deutschen Wäldern – von Mountainbiking bis Naturschutz. Die digitale Abschlussveranstaltung richtet sich an Fachleute aus Forstwirtschaft, Outdoor-, Tourismus- und Naturschutzsektoren. Auch Medienschaffende sind herzlich eingeladen.
Nachhaltige Konfliktlösung in vier Fallregionen
„Wir im Wald“ ist ein Forschungs- und Kommunikationsprojekt, das sich der nachhaltigen Bewältigung von Konflikten um die Erholungsnutzung in Wäldern widmet. Hochschulen, Forschungsinstitute und Praxispartner haben in vier ausgewählten Regionen Deutschlands empirische Daten erhoben, um Konfliktpotenziale zwischen verschiedenen Nutzergruppen zu analysieren und Kommunikationsstrategien zu entwickeln. Das Projekt zielt darauf ab, den Wald als gemeinsamen Erholungs- und Lebensraum zu stärken und Konflikte durch deliberative Ansätze zu entschärfen. Zu den vier Fallregionen gehören: Freiburg (Baden-Württemberg), Rangsdorf (Brandenburg), Sauerland (NRW) und Hirschberg (Bayern). „Mit der steigenden Zahl und Vielfalt der Erholungssuchenden im Wald nehmen auch Nutzungskonflikte zu. Sie entstehen aus unterschiedlichen Gründen “, erklärt Prof. Dr. Monika Bachinger, Projektleitung von „Wir im Wald” an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg.
Wald fit für die Zukunft machen
Trotzdem sorgen Konflikte zwischen den Fahrradfahrer: innen und Wandernden sowie illegale Trails immer wieder für Spannungen. Am Rangsdorfer See entstehen Differenzen, wenn Regeln im Wald missachtet werden – von verbotenem Befahren über Müll bis hin zu nächtlichen Partys. Im Sauerland haben Stürme und der Borkenkäfer dem Wald stark zugesetzt, sodass sich die Frage stellt, wie der Wald fit für die Zukunft gemacht werden kann. Am Hirschberg sorgen zunehmende sportliche Abend- und Nachtaktivitäten im Wald für Konflikte, besonders da vom Aussterben bedrohte Wildtiere wie das Birkhuhn im Winter dringend Ruhe benötigen.
„Wir im Wald hat es sich zur Aufgabe gemacht, Diskussionen differenzierter zu führen und praxistaugliche Lösungen effektiver zu entwickeln“, so Prof. Dr. Bachinger.
Veranstaltungshinweis: Digitale Abschlussveranstaltung
Zum Ende des Projekts laden wir Sie am 27. November von 14 bis 17 Uhr herzlich zu unserer digitalen Abschlussveranstaltung ein. Im Rahmen der Veranstaltung werden Videos mit Handlungsempfehlungen, ein Leitfaden mit praktischen Hilfestellungen,
Informationen zu verschiedenen Konflikttypologien sowie Hintergrundmaterial zu den Projektregionen und Datenerhebungen präsentiert. Die Ergebnisse bieten wertvolle Impulse für Akteur:innen aus Forstwirtschaft, Naturschutz, Freizeit- und Outdoorbereich, Tourismus sowie weiteren interessierten Bereichen. Die Veranstaltung findet online statt; die Anmeldung erfolgt über den Link https://eveeno.com/190735222.
Weitere Informationen zum Projekt, einschließlich Publikationen und Pressematerialien, finden Sie unter www.wir-im-wald.de.
Im Forschungsprojekt „Wir im Wald“ arbeiten drei Partner – die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR), die Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) und die Bodensee-Stiftung – von September 2022 bis Ende 2025 an dem Thema „Deliberative Kommunikation für erholungsbasierte Nutzungskonflikte im Wald“. Gefördert durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), zielt das Projekt darauf ab, Nutzungskonflikte zwischen Erholungssuchenden, Forstwirtschaft, Tourismus und Naturschutz durch partizipative und deliberative Kommunikationsprozesse zu entschärfen. Gleichzeitig soll Verständnis für die unterschiedlichen Nutzungsinteressen wie auch der Dialog zwischen den Beteiligten gefördert werden.



