Wie ein schützender Mantel am Lebensende

Quelle: Sozialstation Eslohe

Das Zuhause ist für viele ein Ort der Geborgenheit, an dem sie sich zurückziehen können, wenn es ihnen schlecht geht. Ein Ort mit vertrauten Gerüchen, Geräuschen, Tagesabläufen, Familienmitgliedern, Haustieren usw. An diesem Ort möchten die meisten Menschen ihr Lebensende verbringen. Das ermöglicht ab sofort der ambulante Palliativpflegedienst der Caritas-Sozialstation Eslohe. 

Mit zwei neuen Kolleginnen, Carolin Mütherich und Nina Göckeler, hat sich das Team rund um die Pflegedienstleitung Daniela Drendel nach zweijähriger Pause neu aufgestellt und wird sich um die palliativ zu versorgenden Menschen in der Gemeinde kümmern. „Wir versorgen keine sterbenden Menschen, sondern Lebende, die bald sterben werden“, erklärt Carolin Mütherich. Die Pflegefachkraft hat wie die anderen Teammitglieder eine besondere Weiterbildung für die Palliativpflege absolviert, zusätzlich ist sie ausgebildete Schmerzexpertin.

Das Wort „ Palliativ“ leitet sich vom lateinischen Wort für „ummanteln“ ab. „Menschen mit einer unheilbaren Erkrankung benötigen einen besonderen Schutz – wir legen diesen Schutz wie einen warmen Mantel um sie“, beschreibt Mütherich. Palliativpflege konzentriert sich darauf, die Lebensqualität von Menschen mit schweren oder unheilbaren Erkrankungen zu verbessern, indem ihre Symptome wie Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Verdauungsprobleme oder Luftnot kontrolliert und gelindert werden. Das Palliativteam bieten Betroffenen und ihren Angehörigen psychosoziale und spirituelle Unterstützung – unabhängig von der Nationalität, Religion, ethnischer Herkunft, Weltanschauung oder sexuellen Orientierung. „Denn jeder Mensch lebt anders und stirbt anders. Wir sind für alle da“, betont Mütherich. Für den schon lange bettlägerigen Senioren, der sich im Sterben menschlichen und seelischen Beistand wünscht, genauso wie für die junge Frau mit der fortgeschrittenen Tumorerkrankung, die mitten im Leben steht und bis zur letzten Minute ihren Familienalltag miterleben möchte.

Für die bestmögliche Versorgung arbeitet das Eslohe Palliativteam eng mit verschiedene Berufsgruppen zusammen. Dazu zählt der Hausarzt, das Palliativnetz Soest-HSK, der Hospizdienst mit seinen ehrenamtlichen Mitarbeitenden und ganz wichtig mit den Angehörigen. Denn die Familienmitglieder sind ein ganz wichtiger Teil des Systems. und kümmern sich oft aufopferungsvoll. „Wir achten auch auf ihre Lebensqualität, schließlich setzten sie die Pflege und Betreuung fort, obwohl sie keine entsprechende Ausbildung haben. Wir beraten und leiten sie an und unterstützen sie in der Organisation“, erklärt Carolin Mütherich. „Sie müssen das nicht allein durchstehen.“ Informationen und Beratung beim Esloher Palliativteam unter 02973/818540.

Info:
Einmal im Jahr findet ein Gedenkgottesdienst statt – das Esloher Palliativteam lädt am 19. Oktober alle Hinterbliebenen ein in die Kirche Mariä Heimsuchung Niederlandenbeck, um mit ihnen gemeinsam den Liebsten zu gedenken, sich zu erinnern und auszutauschen. Nähere Infos werden noch bekannt gegeben.