Widukind statt Braveheart – literarische Initiative im Sauerland

Autor der legendären Arnulfsaga Robert Focken vor dem historischen Obermarsberg. Im Herbst erscheint sein neues Buch mit einer weiteren Folge der Arnulfsaga.

Obermarsberger Felsen sind die Golanhöhen des frühen Mittelalters

TV-Dreharbeiten, Fototermine und Interviews mit ihm sind eine Zeitreise. Romanautor Robert Focken zieht sie alle in seinen Bann. Wer mit ihm durch das historische Obermarsberg streift, für den wird die geheimnisvolle und faszinierende Welt des frühen Mittelalters lebendig. Obermarsberg, erzählt Focken, heißt im Mittelalter Eresburg – es ist eine sächsische Fluchtburg, wichtiger Stützpunkt für sächsische Stämme, wie die Ostfalen, Engern und Westfalen. Karl der Große erobert diese Eresburg 772, zerstört das nahegelegene mystische Heiligtum der Sachsen – die Irminsul.

Von der Eresburg und der späteren Kaiserpfalz Paderborn aus wird Karl die Christianisierung des heutigen Westfalen und Niedersachsen starten. Es ist eine Zeitenwende für große Gebiete des heutigen Deutschland und Europa, eine Zeitenwende, die im Sauerland beginnt.

Und die historischen Romane der Arnulfsaga von Robert Focken – sie spielen genau in diesen dramatischen Jahrzehnten des ausgehenden 8. Jahrhunderts vor Christi.

Der Autor an der Rolandstatue. Roland war ein Markgraf von Karl dem Großen.
Der Autor an der Rolandstatue. Roland war ein Markgraf von Karl dem Großen.

Alpha-Männer des frühen Mittelalters kämpfen im Sauerland
Der große Gegenspieler von Karl dem Großen ist Widukind – der legendäre Heerführer und Freiheitskämpfer der sächsischen Stämme. Als der fränkische Herrscher über die Alpen gegen die Langobarden im heutigen Norditalien zieht, bleibt die Nordgrenze des Reiches bei Obermarsberg nahezu ungeschützt. Es ist die Chance für Widukind. 774 erobert der sächsische Heerführer die Eresburg zurück. Das sind historische Figuren und Fakten.

Robert Focken entführt seine Leser in eine Welt der blutigen Schlachten, mystischer Urwälder und geheimnisumwitterten Heiligtümern der sächsischen Stämme im Gebiet des heutigen Sauerlands und Ostwestfalen.

Sachsenkriege und Arnulf-Saga
Es ist die Welt des fiktiven fränkischen Kriegers Arnulf, Held der mehrteiligen Arnulf-Saga von Robert Focken. Arnulf soll an den „Klippen der Götter“, den Externsteinen, geopfert werden, wo Widukind eine Allianz mit den anderen Sachsenfürsten gegen die Franken besiegeln will. Fiktive Figuren, wie der Frankenkrieger, kämpfen, sterben, lieben und überleben in den historischen Romanen der Arnulf-Sage von Robert Focken.

Ist das wirklich passiert? „Im Wesentlichen ja. So viel Historie wie möglich, so viel Fantasie wie nötig“, sagt der Autor in einem Nachwort. Eingebettet in die historischen Fakten erzählt Robert Focken Abenteuer und Schicksale von fiktiven Figuren. Ein packendes Drama aus der Zeit der Sachsenkriege, das den Leser über Schlachtfelder und durch gefährliche Urwälder im heutigen Sauerland bis zu den mythischen Heiligtümern der Falenstämme führt.

Inspiriert wird Robert Focken vom britischen Erfolgsautor historischer Romane Bernhard Cornwell, dessen Uhtred-Saga auch für Netflix verfilmt wurde.

Und Robert Focken? Der Autor will weiter Bücher schreiben – über spannende Kerle (und Kerlinnen) zwischen Rhein und Weser, zwischen Ruhr und Lippe. Focken glaubt an seine Mission: „Das ist Stoff  für einen historischen Blockbuster aus dem Sauerland. Einer wie Widukind ist mindestens so spannend wie der schottische Freiheitskämpfer Braveheart. Höchste Zeit, unsere Helden aus der Rumpelkammer der Geschichte ans Licht zu holen und abzustauben!“

Die Obermarsberger Stiftskirche wurde von Karl dem Großen im späten im 8. Jh. n. Chr. als steinerner Bau im Stil einer Basilika errichtet
Die Obermarsberger Stiftskirche wurde von Karl dem Großen im späten im 8. Jh. n. Chr. als steinerner Bau im Stil einer Basilika errichtet

Der Autor und Historiker Robert Focken ist in Höxter geboren, hat eine journalistische Ausbildung als Volontär bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung absolviert, Geschichte studiert und lebt jetzt im Vordertaunus. Aktuell arbeitet er im Finanzsektor.