Weniger Gläubige im Sauerland

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Kirchenstatistik 2025 im Sauerland: Weniger Gläubige, mehr Austritte – gemischte Signale

Die aktuelle Kirchenstatistik 2025 für das Erzbistum Paderborn zeigt auch im Sauerland eine klare Entwicklung: Die Zahl der Katholikinnen und Katholiken sinkt weiter, während die Austritte deutlich zunehmen. Gleichzeitig gibt es bei einzelnen kirchlichen Lebenszeichen wie Erstkommunionen auch positive Ausschläge.

In allen vier Dekanaten des Sauerlands ist die Mitgliederzahl rückläufig. Im Dekanat Hochsauerland-Mitte sank die Zahl von 44.028 auf 43.052, im Hochsauerland-Ost von 48.587 auf 47.189, im Hochsauerland-West von 52.662 auf 50.947 und im Südsauerland von 79.787 auf 77.738. Insgesamt verliert die Kirche damit in der Region mehrere tausend Mitglieder innerhalb nur eines Jahres. Diese Entwicklung spiegelt den übergeordneten Trend im gesamten Erzbistum wider, wo die Zahl der Kirchenmitglieder ebenfalls deutlich zurückging.

Auf hohem Niveau

Besonders auffällig ist der Anstieg der Kirchenaustritte. In Hochsauerland-Mitte stieg die Zahl von 471 auf 607, im Hochsauerland-Ost von 502 auf 573 und im Südsauerland von 713 auf 889. Lediglich im Hochsauerland-West gab es einen leichten Rückgang von 774 auf 739 Austritte. Insgesamt zeigt sich jedoch: Die Zahl der Menschen, die der Kirche den Rücken kehren, bleibt auf hohem Niveau.

Ein differenzierteres Bild ergibt sich bei den klassischen kirchlichen Lebensstationen. Die Zahl der Taufen ist in allen Dekanaten leicht rückläufig. So wurden im Hochsauerland-Mitte 269 Kinder getauft (Vorjahr: 307), im Hochsauerland-Ost 324 (332), im Hochsauerland-West 307 (332) und im Südsauerland 561 (597). Hier zeigt sich die demografische Entwicklung ebenso wie eine veränderte religiöse Bindung junger Familien.

Erfreulich ist dagegen die Entwicklung bei den Erstkommunionen: In zwei Dekanaten steigen die Zahlen deutlich. Im Hochsauerland-Ost etwa von 339 auf 416 und im Hochsauerland-West von 423 auf 450. Auch im Hochsauerland-Mitte gibt es einen Anstieg von 328 auf 362. Lediglich im Südsauerland ist ein Rückgang von 736 auf 683 zu verzeichnen.

Starke Rolle am Lebensende

Die Zahl der Bestattungen bleibt hoch, ist aber leicht rückläufig: In allen Dekanaten wurden weniger kirchliche Beisetzungen gezählt als im Vorjahr. Dies unterstreicht die weiterhin starke Rolle der Kirche am Lebensende vieler Menschen – auch in einer Zeit sinkender Bindung.

Im Gesamtbild zeigt sich ein Spannungsfeld: Auf der einen Seite verliert die Kirche Mitglieder und Vertrauen, auf der anderen Seite bleibt sie in wichtigen Lebensmomenten präsent. Die Zahlen machen deutlich, dass sich die katholische Kirche im Sauerland – wie im gesamten Erzbistum – in einem tiefgreifenden Wandel befindet.

Die Herausforderung für die kommenden Jahre wird sein, diesen Wandel aktiv zu gestalten: mit neuen Formen der Ansprache, mit Offenheit und mit einem ehrlichen Blick auf die Realität vor Ort.