Wendsch Platt beim Obst- und Gartenbauverein

Quelle: Privat

Lieder und Gebete bei einer Andacht in freier Natur

Zum ersten Mal war die Anlage des Obst- und Gartenbauvereins Hünsborn Austragungsort einer Wendschen Andacht. Bekanntlich möchte der Rat der Gemeinde Wenden das Wendsch Platt als immaterielles Kulturgut erhalten. Die eingesetzte Arbeitsgruppe „Wendsch Platt in Liedern, Messen und für Chöre“ ist sehr rührig und bereitete ein weiteres Mal eine entsprechende Andacht vor. Die Location war bestens gewählt. 

Am Donnerstag, 4. September, traf man sich um 17.00 Uhr an der schönen Anlage des Obst- und Gartenbauvereins unterhalb der Dörnschlade. Etwa 50 Besucherinnen und Besucher hatten sich eingefunden. Zelebriert wurde die Andacht von Diakon Fritz Arns, der in gewohnter Manier, in einem einwandfreiem „Wendsch Platt“ seinen Part ablieferte. In seiner Predigt rief er die aktuellen Probleme der Welt, Krieg in der Ukraine, in Gaza usw. in Erinnerung. Abschließend resümierte Arns: „Wir können froh sein in Freiheit und Frieden zu leben“. Nach seiner Ansprache wurde für den Frieden in der Welt gebetet. Bei den Gebeten, geistlichen Texten und Fürbitten wurde Diakon Fritz Arns von dem engagierten Team der Arbeitsgruppe „Wendsch Platt“ auf beste Weise unterstützt. Annemone Jänsch, Margitta Stausberg, Christa Rademacher und Heinz Zimmermann haben die „Wendschen Mundart“ nicht verlernt. Es war ein Genuss, ihren sprachlichen Besonderheiten zuzuhören. Hierbei wurde einmal mehr deutlich, dass in fast allen Orten des Wendener Landes das „Platt“ ein wenig unterschiedlich interpretiert wird. Genau dies macht das Wendsch Platt aus. Es verbindet so auf einfühlsame Weise den guten Geist des Wendener Landes. 

Für den musikalischen Rahmen der Andacht sorgte wieder einmal Lourdes Brass unter der Leitung von Rupert Wurm. Neben den angesagten Chorälen aus dem Gotteslob ließen die sechs Blechbläser einige traditionelle Arrangements der Kirchenmusik erklingen. Besonders gut angekommen sind hierbei zwei Werke aus der Deutschen Messe von Franz Schubert, Stücke, die leider ein wenig in Vergessenheit geraten sind. Den Besuchern hatten die Klänge der Bläser bestens gefallen. Nach der Andacht wurden die sechs Musiker noch um einige „Zugaben“ gebeten. Es gab viel Applaus.

Die Andacht in der Anlage des Obst- und Gartenbauvereins ist bei allen Teilnehmern bestens angekommen. Ein besonderer Dank gebührt der Arbeitsgruppe für die umfangreichen Vorarbeiten. Allein die auf Wendsch Platt vorbereiteten Texte machen viel Arbeit. Aber nur so kann die Wendsche Mundart an die nächsten Generationen weitergegeben werden. Nächste Station für die Wendsche Andacht ist das St. Josefheim in Wenden. Am Donnerstag, 11. September, beginnt die Andacht in der schönen Kapelle um 16.30 Uhr. Gäste sind herzlich willkommen.