Wanderreiten im Sauerland: Mit dem Pferd die Schönheit der Natur entdecken

Quelle: Katja Riße

Während einer zehntägigen Tour von Winterberg bis zur Westernstadt Pullman City im Harz reifte der Gedanke, die Faszination des Wanderreitens auch anderen Pferdebegeisterten näherzubringen.

Quelle: Katja Riße

Zurück im Sauerland wurde aus der Idee schnell ein konkretes Konzept. Auf dem Hof von Katja Riße schufen die beiden Frauen die passenden Voraussetzungen für ihr Vorhaben. Eine ehemalige Bewegungshalle wurde im letzten Jahr zum Strohhotel mit Gastpferdeboxen umgebaut. Nach einem oder mehreren Tagen im Sattel können dort die Reiter in gemütlichen Strohbetten übernachten, mit Blick aufs eigene Pferd. Auch ein kleines Badezimmer mit Toilette steht den Gästen zur Verfügung. „Nach einer Veranstaltung endet der Abend in rustikaler Atmosphäre im Stall, gemeinsam mit der Gruppe am Lagerfeuer oder an dem selbstgebauten Tresen“, beschreibt Jessica Peis.

Von Einsteigerritten bis zum Survival-Abenteuer
Das Angebot reicht von kurzen Geländeritten über Tages- und Wochenendtouren bis hin zu mehrtägigen Erlebnisritten. Für die meisten Touren bringen die Teilnehmer ihr eigenes Pferd mit. Wer sich einen längeren Wanderritt mit dem eigenen Pferd jedoch nicht zutraut, kann auf die hofeigenen Leihpferde zurückgreifen. Zur Verfügung stehen die Appaloosastute Abby und die Westfalenstute Bella. Beide sind zum Wanderreiten ausgebildet, ausgestattet mit maßangepassten Westernsätteln und Packtaschen.

Das Highlight des Jahres ist der geplante Survival-Wanderritt. Fünf Tage lang sind die Teilnehmer gemeinsam mit ihren Pferden unterwegs, übernachten in Zelten, kochen am Lagerfeuer und versorgen sich weitgehend selbst. „Das ist echtes Abenteuerleben ohne Komfort, aber mit allem, was man wirklich braucht.“ Damit die Touren reibungslos verlaufen, wird alles sorgfältig vorbereitet: Weideflächen werden im Vorfeld abgestimmt, Zäune und Wasserstellen eingerichtet und die notwendige Ausrüstung mitgeführt. Auch ein Pferdeanhänger steht für Notfälle bereit.

Das Gefühl von Freiheit und Vertrauen zum Pferd
Hofbesitzerin Katja Riße ist gelernte Reitsportsattlerin und wirft vor jedem Ritt einen kurzen Blick auf das vorhandene Equipment der Teilnehmer. Bei Bedarf steht sie mit Rat und Tat zur Seite.

Neben den Wanderritten legen Katja Riße und Jessica Peis großen Wert darauf, ihr Wissen rund ums Pferd und das Wanderreiten weiterzugeben. In verschiedenen Kursen lernen die Teilnehmer beispielsweise den Umgang mit Hufen, Ausrüstung und typischen Herausforderungen unterwegs. Dabei verfolgen die beiden das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“. Geduld, Verständnis für das Pferd und ein sicherer Umgang in ungewohnten Situationen seien dabei oft wichtiger als perfekte Ausrüstung oder jahrelange Erfahrung.

Am Ende geht es den Freundinnen nicht nur darum, geführte Wanderritte anzubieten, ihr Ziel ist es, Menschen und ihren Pferden neue Erfahrungen zu ermöglichen, das Vertrauen zum eigenen Pferd zu stärken und die Natur gemeinsam mit den Vierbeinern zu erleben. Wer mit den beiden durch die Wälder und über die Höhen des Sauerlands reitet, nimmt deshalb weit mehr mit nach Hause als nur schöne Erinnerungen: nämlich die Erkenntnis, was gemeinsam mit dem eigenen Pferd alles möglich ist.

Weitere Infos unter: www.knotenhalftertouren.de