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Mit Freude nachhaltig handeln
17 Badewannen voll Wasser entsprechen etwa 2.700 Litern. So viel wird benötigt, um ein einziges Baumwoll-T-Shirt herzustellen. Bedenkt man, dass etwa die Hälfte aller Kleidungsstücke nie getragen wird, wird das enorme Ausmaß der Ressourcenverschwendung deutlich. Die Probleme der Fast-Fashion-Industrie liegen auf der Hand: Wasserverschwendung, wachsende Abfallberge, schlechte Arbeitsbedingungen – all das für billige Mode. Was können wir dagegen tun?
„Diese enormen Folgen von Überkonsum und Fast Fashion möchten wir bewusst machen“, erläutert Anna Tigges, Initiatorin des Kirchhundemer Klamottentauschevents. „Ziel des Projekts ist es, Wertschätzung für vorhandene Kleidung sowie einen rücksichtsvollen Umgang mit Menschen, Natur und Ressourcen zu fördern.“ Gemeinsam mit Sonja Poggel, Tatjana Vente und Kathrin Ringbeck ruft sie die Veranstaltung im Frühjahr 2024 ins Leben. Trotz anfänglicher Zweifel, ob sich genügend Teilnehmerinnen anmelden und sich der Aufwand lohnt, wagt das Quartett den Schritt und organisiert die erste Veranstaltung im Kirchhundemer Pfarrzentrum. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte, die bis heute andauert.
Tauschen, Plaudern, Kontakte knüpfen
Das Konzept ist schnell erklärt. „Die Teilnehmerinnen melden sich vorab an, damit Aufwand und Besucherinnenzahl überschaubar bleiben. Jede bringt zehn gut erhaltene Kleidungsstücke mit und kann dafür später zehn neue Teile auswählen, völlig kostenlos“, erklärt Tatjana Vente.
Quelle: PrivatWährend die abgegebenen Stücke nach Kategorien und Größen sortiert werden, genießen die Frauen ihren Begrüßungssekt, tauschen sich aus und besuchen Stände lokaler Kleinunternehmen mit z.B. Parfüms, Deko oder Büchern. Der Klamottentausch hat sich auch zu einer Plattform für engagierte Frauen und zum Knüpfen neuer Kontakte entwickelt. Vor dem eigentlichen Tausch stellen die Organisatorinnen die Idee vor und informieren über die Folgen von Überkonsum und die Bedeutung nachhaltigen Handelns. Anschließend wird der Raum geöffnet und es darf in fröhlicher Shoppingstimmung nach neuen Lieblingsteilen gestöbert werden. „Neben den gut sortierten Tischen voller schöner Kleidungsstücke bieten wir auch Anprobiermöglichkeiten und Spiegel an“, so Anna Tigges. „Ein fester Bestandteil sind auch die Goodiebags, die jede Teilnehmerin bei ihrem Besuch geschenkt bekommt. Diese enthalten kleine Aufmerksamkeiten, meist von lokalen Unternehmen gespendet, die sich so präsentieren können.“
Die Veranstaltung ist bewusst niedrigschwellig und für Frauen jeden Alters gedacht. „Der Tausch ist an diesem Abend komplett kostenlos“, erklärt Kathrin Ringbeck. „Nur für Snacks, Getränke und Goodiebags wird ein kleines, spendenfinanziertes Startkapital benötigt.“
Kleidungsstücke ohne neue Besitzerin werden an soziale Einrichtungen wie das Olper Frauenhaus oder den DRK-Kleiderladen gespendet.
Rasantes Wachstum
Ein liebevoll geplantes Event, das schnell wächst. Mittlerweile unterstützen vier neue Mitglieder das Gründungsteam und die Anmeldungen der Teilnehmerinnen übersteigen die verfügbaren Plätze. Daher zog die Veranstaltung in Räumlichkeiten der Kirchhundemer Schützenhalle um. Auch die Gemeinde Kirchhundem wurde auf die vorbildhafte Idee aufmerksam. „Ende 2024 erhielten wir den 3. Platz des Klimaschutzpreises der Gemeinde Kirchhundem und WestEnergie“, freut sich Sonja Poggel über die Wertschätzung des Projektes. „Wir hoffen, dass unser Projekt Nachahmung findet“, appelliert Anna Tigges an potentielle Neuinitiatoren.
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