Quelle: Keks-Kreator
Wie Gregor Stapper aus Brilon mit Handwerkswissen, Mut und einer ungewöhnlichen Idee ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut hat
Karriere im Handwerk kann vieles bedeuten. Sie kann vom Gesellenbrief über den Meistertitel bis zur Leitung eines Betriebes führen. Manchmal beginnt sie aber auch mit einer ungewöhnlichen Idee, die zunächst kaum jemand für möglich hält. Gregor Stapper aus Brilon ist diesen Weg gegangen. Der Konditor- und Bäckermeister machte aus einem traditionellen Handwerksprodukt ein individuell gestaltbares Werbemittel – und wurde damit zum Keks-Kreator.
Die Grundlage für den Erfolg legte Stapper mit einer handwerklichen Ausbildung. Er wurde Konditor und erwarb später den Bäckermeistertitel. Anschließend zog es ihn hinaus in die Welt. Er lebte und arbeitete unter anderem in Neuseeland, Japan und den USA. Dabei erlebte er, welchen guten Ruf deutsches Handwerk international besitzt. Gleichzeitig beobachtete er einen Trend: Kunden wollten nicht mehr nur gute Produkte kaufen, sondern sie möglichst individuell mitgestalten.
Handwerk trifft digitales Geschäftsmodell
Nach seiner Rückkehr ins Sauerland entstand daraus eine ebenso einfache wie überzeugende Geschäftsidee: Kekse, die individuell mit einem Logo, einem Motiv, einem Namen oder einer Botschaft versehen werden können. Anfang 2016 ging die Online-Plattform Keks-Kreator an den Start. Das traditionelle Bäckerhandwerk wurde mit digitaler Gestaltung, moderner Produktion und Versandhandel verbunden.
„Ich wollte das traditionelle Handwerk mit dem modernen Einkaufsverhalten verbinden.“
Quelle: Keks-Kreator
Quelle: Keks-Kreator
Quelle: Keks-KreatorDie ersten Schritte waren bescheiden. Gregor Stapper begann mit begrenzten finanziellen Mitteln, dafür aber mit handwerklichem Können, Unterstützung durch die Familie, Begeisterung und einer gehörigen Portion Durchhaltevermögen. Zeitweise wurde in einer umgebauten Schmiede aus dem Familienbesitz produziert. Werbung, soziale Medien und Vermarktung nahm das junge Team zunächst selbst in die Hand.
Die ungewöhnliche Geschäftsidee fand schnell Beachtung. Stapper gewann den Gründerpreis Südwestfalen. 2018 präsentierte sich der Keks-Kreator auf der Internationalen Handwerksmesse in München und begeisterte dort mit seinem Back-Truck auch die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel. Aus einer Idee aus dem Sauerland war eine überregional wahrgenommene Erfolgsgeschichte geworden.
Von Brilon aus zu Kunden in ganz Deutschland
Heute entstehen bei Keks-Kreator personalisierte Kekse für Unternehmen, Veranstaltungen und private Anlässe. Sie dienen als kleine Aufmerksamkeit, originelles Geschenk oder essbare Visitenkarte. Geschmack, Gestaltung und Verpackung bilden eine Einheit. Aus einem klassischen Gebäck wird ein Produkt, das nicht nur schmeckt, sondern gleichzeitig eine Botschaft vermittelt.
Längst werden die Kekse nicht mehr nur innerhalb Deutschlands verschickt. Fast ein Viertel des Umsatzes erzielt das Unternehmen nach eigenen Angaben mit Lieferungen ins benachbarte Ausland. Kekse aus Brilon gehen unter anderem in die Benelux-Länder, nach Italien, Spanien, Österreich und in die Schweiz.
Dass modernes Handwerk auch Verantwortung für Ressourcen und Umwelt übernimmt, zeigte WOLL bereits 2023 in dem Beitrag „Kekse essen und die Umwelt schonen“. Vorgestellt wurden darin die sogenannten BIOOCKIEs: hochwertige, individuell geprägte Kekse, die in Cafés und Restaurants unverpackt zum Kaffee gereicht werden können. Die Idee spart unnötige Einzelverpackungen und macht den Keks zugleich zum sympathischen Botschafter einer Stadt, einer Region oder eines Unternehmens.
Quelle: Keks-Kreator„Die beste Verpackung ist keine Verpackung.“
Der Satz bringt auf den Punkt, wie Gregor Stapper denkt: Er hinterfragt Gewohntes, sucht nach besseren Lösungen und verbindet Qualität mit Innovation. Dazu passen der Bau einer modernen Backstube in Brilon, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, natürliche Rohstoffe sowie der Verzicht auf Konservierungs-, Zusatz- und Farbstoffe.
Eine Ausbildung öffnet viele Türen
Keks-Kreator bildet derzeit selbst keine Bäcker aus. Der spezialisierte Betrieb kann nicht die gesamte Breite vermitteln, die für eine vollständige Bäckerausbildung notwendig ist. Dennoch gehört Gregor Stappers Geschichte unbedingt in ein WOLL-Magazin über Ausbildung und Karriere im Handwerk. Denn sie zeigt eindrucksvoll, welche Entwicklung auf einer handwerklichen Ausbildung aufbauen kann.
Eine Lehre legt nicht für das ganze Berufsleben fest, an welcher Stelle jemand arbeiten wird. Sie schafft vielmehr ein Fundament: Fachwissen, Qualitätsbewusstsein, praktisches Können, Kreativität und die Fähigkeit, Probleme mit den eigenen Händen und dem eigenen Kopf zu lösen. Wer darauf aufbaut, kann sich spezialisieren, den Meistertitel erwerben, Verantwortung übernehmen oder ein eigenes Unternehmen gründen.
Gregor Stapper hat die Tradition dabei nicht hinter sich gelassen. Im Gegenteil: Ohne sein Wissen über Teige, Zutaten, Geschmack und Verarbeitung wäre aus der originellen Idee kein erfolgreiches Produkt geworden. Digitale Technik und kreatives Marketing ergänzen das Handwerk – sie ersetzen es nicht.
Sein Weg macht jungen Menschen Mut, die heute vielleicht noch nicht genau wissen, wohin eine Ausbildung sie einmal führen wird. Nicht jede Karriere verläuft geradeaus. Manchmal beginnt sie in einer Backstube, führt hinaus in die Welt und schließlich zurück ins Sauerland – mit einer Idee, die es vorher so noch nicht gab. Genau solche Geschichten erzählt WOLL: Geschichten von Menschen, die anpacken, Neues wagen und aus ihrer Heimat heraus erfolgreich werden.
Mehr Infos: www.keks-kreator.de



