„Volkslieder im neuen Gewand”

Volker Arns (Geschäftsführer FDC), Michael Rinscheid (Vorsitzender FDC) sowie Sängerkreisvorsitzender Steffen Keller (von links nach rechts) bei der Pressekonferenz zum Kompositionswettbewerb

Der FDC-Kompositionswettbewerb setzt Zeichen in der Chorlandschaft

Mit einem ehrgeizigen Ziel hat der Fachverband der Chorleiter (FDC) einen Wettbewerb ins Leben gerufen, der das Volkslied ins 21. Jahrhundert katapultiert. Traditionelle Melodien, in neuen Klangfarben und mit modernen Arrangements versehen, sollen Chöre aller Altersklassen und Stilrichtungen begeistern. Am 20. September 2025 gipfelte das Projekt in einem Preisträgerkonzert in der Volksbank-Arena Lennestadt – ein Abend, der nicht nur musikalische Vielfalt, sondern auch einen Meilenstein in der deutschen Chorlandschaft versprach.

Der FDC wurde 1920 in Köln gegründet und ist seit 2018 unter dem heutigen Namen bekannt und bildet die bundesweite Interessenvertretung für haupt-, neben- und freiberufliche Chorleiterinnen und Chorleiter. Rund 450 Mitglieder aus Deutschland und dem Ausland profitieren von einem Verband, der ehrenamtlich geführt wird und sämtliche Einnahmen in Aus- und Weiterbildung investiert. Unter dem ersten Vorsitzenden Michael Rinscheid und Geschäftsführer Volker Arns bietet der FDC Studienreisen, eine Fachzeitschrift und ein starkes Netzwerk, welches den europaweiten Anspruch des FDC unterstreicht. So lassen sich beispielsweise durch Kooperationen mit dem Sängerkreis Bigge-Lenne, unter dem Vorsitz von Steffen Keller und weiteren Verbänden Traditionen wahren und Innovationen fördern.

Das Volkslied neu gedacht

Das Motto „Volkslied trifft Moderne“ ist Programm: Arrangements in Pop-, Jazz- und modernen Stilistiken sollen das Volkslied generationsübergreifend spannend machen. Chöre sollen mit neuen, aber praktikablen Sätzen arbeiten können – ein Brückenschlag zwischen jungen Sängerinnen und Sängern und denen, die mit Volksliedern groß wurden. So sollen vertraute Melodien erhalten bleiben, zugleich aber durch eine „moderne“ Klangsprache neu erfahrbar gemacht werden.

Das Echo auf diesen Aufruf war überwältigend: Mehr als 200 Beiträge aus mehreren Ländern trafen bei der Jury ein, darunter Werke etablierter Komponisten und Hochschuldozenten ebenso wie kreative Beiträge von Nachwuchstalenten. Durch Volker Arns wurden die Kompositionen inklusive Ton- und Hörbeispielen der Jury zur anonymen Bewertung zur Verfügung gestellt. Zur renommierten Jury zählten Professor Erik Sohn, Komponist Carsten Gerlitz, NRW-Landeschorleiter Helmut Pieper und Vorsitzender des FDC Michael Rinnscheid.

Preise und Perspektiven

Für jede der drei Chorgattungen (Männerchor, Frauenchor, gemischter Chor) standen 1.500 Euro Preisgeld zur Verfügung (1. Platz 700 Euro, 2. Platz 500 Euro, 3. Platz 300 Euro). Neben den Preisgeldern und Urkunden werden Sonderpreise – gestiftet von der Volksbank Sauerland, dem Sängerkreis Bigge-Lenne und dem Helbling-Verlag – für herausragende Werke vergeben, die es nicht auf das Podium geschafft haben.

Eine besonders wichtige Komponente ist die Zusammenarbeit mit dem Helbling-Verlag. Ausgewählte Titel – nicht nur die Siegerstücke – sollen publiziert und in Sammelbänden herausgegeben werden. Damit eröffnen sich den Komponistinnen und Komponisten reale Vermarktungs- und Aufführungsmöglichkeiten und die Chance auf langfristige Sichtbarkeit in der Chorszene.

Preisträgerkonzert als Highlight

Am 20. September um 18 Uhr wurde die Volksbank-Arena Lennestadt zum Treffpunkt der Chorszene. Sieben Chöre präsentierten die prämierten Werke, jedes Ensemble studierte in nur drei Monaten verschiedene Stücke ein und es sollte mindestens eine Uraufführung pro Chor geben.

Mit dabei waren der Kammerchor Belcanto unter der Leitung von Michael Rinscheid, gemischte Stimmen BIGGEsang unter der Leitung von Volker Arns, VocalArt Ottfingen unter der Leitung von Thomas Bröcher, Fiven unter der Leitung von Volker Arns, der Jugendchor SpontiCo unter der Leitung von Christa Jürgens, der Frauenchor VocalArt‘ 86 unter der Leitung von Kristina Strack sowie der Frauenchor Vocal Crew Dortmund unter der Leitung von Dita Kosmakova.

Projekt mit Signalwirkung

Der FDC betont, dass es nicht darum gehe, das traditionelle Volkslied zu verdrängen, sondern es zu bereichern. „Volkslieder im neuen Gewand“ heißt hier nicht Verzicht, sondern Erweiterung. Der FDC setzt damit ein klares Zeichen: Volkslieder sind alles andere als verstaubt. Sie sind lebendig, wandelbar und können generationsübergreifend wirken.

Indem traditionelle Melodien in zeitgenössische Gewänder gehüllt werden, entsteht ein Literaturangebot, das Chöre aller Altersstufen nutzen können. Das Preisträgerkonzert im September sollte die Arbeit der Jury und der Ensembles hörbar machen — ein Abend, der hoffentlich viele Neuerscheinungen in die Chorpraxis trägt.