
Das derzeit im Bau befindliche Kneippzentrum in Bad Fredeburg hat einen Namen: Unter der Bezeichnung VITAVIO – Kneippzentrum Bad Fredeburg soll ein moderner Ort für Gesundheit, Prävention, Entspannung und Begegnung entstehen. Das Konzept und die neue Marke wurden am heutigen Donnerstag im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Schmallenberg von Gesundheitsberaterin Regina Schmidt aus Kirchrarbach vorgestellt.
Inhaltlich orientiert sich das VITAVIO an der ganzheitlichen Gesundheitslehre Sebastian Kneipps. Diese umfasst weit mehr als die bekannten Wasseranwendungen. Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und eine ausgewogene Lebensordnung gehören ebenso zu den fünf Säulen der Kneippschen Lehre. Sie finden sich auch im neuen Logo wieder: Fünf miteinander verbundene Kreise stehen für die einzelnen Elemente und deren Zusammenspiel.

Das neue Kneippzentrum soll diese traditionsreiche Gesundheitsphilosophie zeitgemäß interpretieren und für unterschiedliche Zielgruppen zugänglich machen. Vorgesehen sind sowohl Angebote für Einheimische als auch für Urlaubsgäste, Gruppen, Bildungseinrichtungen und soziale Einrichtungen.
Vom Tretbecken bis zum Sole-Inhalationsraum
Herzstück des Gebäudes wird der eigentliche Kneippbereich. Dort entstehen Möglichkeiten für Fuß- und Armbäder, Sitz- und Vollbäder sowie für klassische Kneipp-Güsse. Im Mittelpunkt steht ein großes Tretbecken.
Eine weitere Besonderheit ist der Sole-Inhalationsraum. Bis zu sechs Personen sollen dort gleichzeitig salzhaltige Luft inhalieren und damit etwas für ihre Atemwege und ihr Wohlbefinden tun können. Die Nutzung soll künftig über ein digitales Buchungssystem reservierbar sein.
Ergänzt wird das Angebot durch einen rund 60 Quadratmeter großen Kursraum. Dieser kann unter anderem für Yoga, Qigong, Tai-Chi, Entspannungsangebote, Vorträge, Seminare und Workshops genutzt werden. Ein Behandlungsraum und ein Ruheraum runden die räumlichen Möglichkeiten ab.
Angebote für Einzelpersonen und Gruppen
Geplant sind feste Zeiten, zu denen Besucher das VITAVIO kennenlernen und die Einrichtungen unter fachkundiger Aufsicht nutzen können. Ansprechpartner mit gesundheitlicher Qualifikation sollen Anwendungen erklären, Fragen beantworten und beispielsweise Fuß- oder Armbäder sowie Kneipp-Güsse anleiten.
Daneben soll es besondere Kneipp-Erlebnisse für Gruppen geben. Angesprochen werden unter anderem Kindergärten, Schulklassen und Senioreneinrichtungen. Alters- und zielgruppengerechte Programme könnten dabei auch in Gesundheitswochen von Schulen und Kindertagesstätten eingebunden werden. Das VITAVIO soll damit einen Beitrag zur Gesundheitsbildung leisten.
Auch moderne Wellnessangebote sind vorgesehen. Traditionelle Kneipp-Anwendungen wie Wickel und Auflagen sollen mit zeitgemäßen Angeboten für Entspannung und Wohlbefinden verbunden werden. Davon könnten insbesondere Beherbergungsbetriebe profitieren, die ihren Gästen selbst keinen eigenen Wellnessbereich anbieten können.
Netzwerk von Gesundheitsanbietern
Für den späteren Betrieb wurde bereits mit dem Aufbau eines Netzwerks begonnen. Dazu gehören unter anderem Heilpraktiker, Kneipp-Gesundheitstrainer, Gesundheitsberater, Yoga-Lehrer, Kräuterpädagogen und Entspannungstrainer sowie Anbieter für Qigong und Tai-Chi. Auch Kooperationen mit Einrichtungen wie der Volkshochschule und dem Kneipp-Bund NRW sind im Gespräch.
Zum Start ist zunächst eine schrittweise und ressourcenschonende Nutzung vorgesehen. Geführte und frei buchbare Angebote könnten vor allem freitags und samstags stattfinden. Unter der Woche sollen die Räume für Kurse, Vorträge, Behandlungen und weitere Angebote genutzt werden können. Bei entsprechender Nachfrage lässt sich das Programm erweitern.
Neuer Impuls für den Kneippkurort
Mit dem VITAVIO erhält Bad Fredeburg einen zentralen Ort, an dem Gesundheitsangebote räumlich und digital gebündelt werden. Über eine Buchungsplattform sollen Kursleiter ihre Angebote einstellen und Besucher Termine reservieren können.
Zugleich eröffnet das Zentrum neue Möglichkeiten für den Tourismus. Hotels, Gastgeber und gastronomische Betriebe sollen in die weitere Entwicklung einbezogen werden. Denkbar sind gemeinsame Pauschalen, Gesundheitsreisen und Arrangements, die Anwendungen im VITAVIO einschließen. Auch Natur- und Aktivangebote in der Umgebung könnten mit dem Kneippzentrum verbunden werden.
Das VITAVIO soll damit nicht allein ein neues Gebäude sein. Es soll Bad Fredeburg dabei unterstützen, sein Profil als Kneippkurort und Gesundheitsstandort zu stärken und die Lehre Sebastian Kneipps mit zeitgemäßen Angeboten neu zu beleben.



