Quelle: Stefan Befeld/ Wald und Holz NRW
Hoffnung für eine ertragreiche Samenernte in NRWs Wäldern
Rotbuchen blühen in Nordrhein-Westfalen außergewöhnlich stark. Das zeigen Beobachtungen der Forstleute von Wald und Holz NRW. Auch viele weitere Laubbaumarten zeigen eine gute Blütenbildung. Zusammen mit bislang günstigen Witterungsbedingungen steigen die Chancen auf eine ertragreiche Saatguternte im Jahr 2026. Fachleute vom Zentrum für Wald und Holzwirtschaft von Wald und Holz NRW geben auf Basis der gemeldeten Blühintensitäten einen landesweiten Überblick und ordnen die Ergebnisse ein.
Neben der guten bis reichhaltigen Blütenausbildung bei den Rotbuchen zeigen auch weitere wichtige Laubbaumarten wie Vogelkirsche, Bergahorn, Spitzahorn und Hainbuche überwiegend eine ähnlich starke Blüte.
Bei den heimischen Eichenarten fällt die Blüte in diesem Jahr nur schwach bis gering aus. Dies ist jedoch nicht ungewöhnlich, sowohl Trauben- als auch Stieleiche haben in den vergangenen beiden Jahren bereits intensiv geblüht und danach entsprechend Früchte gebildet. Viele Baumarten zeigen natürliche Schwankungen in ihrer Blüh- und Samenproduktion, sodass auf besonders ertragreiche Jahre häufig schwächere Blühjahre folgen.
Auch verschiedene Nadelbaumarten präsentieren sich in diesem Jahr blühfreudig. Fichte, Douglasie, Weißtanne, Große Küstentanne und Kiefer zeigen eine gute Blüte. Damit steigen die Chancen auf eine erfolgreiche Saatguternte.
„Neben der Blühintensität der Bäume spielen die Witterungsbedingungen eine entscheidende Rolle für die spätere Fruchtentwicklung“, erklärt Dr. Marius Zimmermann, Leiter des Sachgebiets Forstgenetik und -vermehrungsgut aus dem Zentrum für Wald und Holzwirtschaft in Arnsberg. Hier sind die Aussichten ebenfalls positiv: Spätfröste, die während der Blütezeit erhebliche Schäden verursachen können, traten in Nordrhein-Westfalen nur vereinzelt auf. Darüber hinaus war bisher die Verteilung des Niederschlags insgesamt ausgeglichen. Lediglich regionale, zum Teil heftige Gewitter mit Starkregen und teils orkanartigen Böen trüben die Aussichten ein wenig.
„Die Kombination aus einer überwiegend guten Blüte und in vielen Fällen günstigen Witterungsbedingungen lässt auf eine erfolgreiche Fruchtentwicklung vieler Baumarten und eine gute Saatguterntesaison hoffen“, erläutert Thomas Wälter, Leiter des Zentrums für Wald und Holzwirtschaft. „Insbesondere für die Gewinnung von hochwertigem forstlichem Vermehrungsgut sind dies vielversprechende Voraussetzungen.“
Ob sich die guten Erwartungen erfüllen, wird sich in den kommenden Wochen und Monaten zeigen. Erst die weitere Entwicklung der Früchte und Samen bis zur Reife entscheidet über den tatsächlichen Ertrag. Die bisherigen Beobachtungen stimmen jedoch optimistisch: Für viele Baumarten könnte 2026 ein gutes Samenjahr werden.



