Unterwegs in einem Land voller Gegensätze

Quelle: Günter Naujocks

Die Sauerländer Reisegruppe vor den Pyramiden von Gizeh.

Im Oktober machten sich 27 Mitglieder des Freundeskreises der Borromäerinnen Kloster Grafschaft e.V. auf eine besondere Reise: Abseits der üblichen Touristenrouten ging es nach Ägypten, um die Einrichtungen der Borromäerinnen vor Ort kennenzulernen – dort, wo seit fast 150 Jahren christliche Nächstenliebe täglich gelebt wird.

Begegnungen, die bewegen

In Kairo besuchte die Gruppe die Ambulanz, den Kindergarten und die Schule der Schwestern, in Alexandria neben der Schule auch das Pelizäusheim, in dem alte und kranke Menschen betreut werden. Die Borromäerinnen kümmern sich in Ägypten um Kinder und Jugendliche, um Arme, Kranke und um Menschen, die auf der Straße leben – um alle, die sonst niemanden haben.

Besonders beeindruckend war der Besuch in der Ambulanz von Kairo-Meadi. Sie ist für hunderte Menschen täglich der einzige Ort, an dem sie medizinische Hilfe bekommen. Der Andrang der Hilfesuchenden ist riesig – und das Engagement des kleinen Teams verdient tiefsten Respekt.

Hilfe, die ankommt

Auch das Elend auf den Straßen Kairos blieb nicht verborgen. In manchen Vierteln leben Familien buchstäblich im und vom Müll. Die Schwestern helfen mit Lebensmitteln, Kleidung und Trost. Für diese wichtige Arbeit übergab Christian Berken, Vorstandsmitglied des Freundeskreises, einen Scheck über jeweils 2.000 Euro an die vier besuchten Einrichtungen. „Es gehört zu unserer christlichen Mitverantwortung, zu helfen“, sagte er. „Das ist das Mindeste, was wir tun können.“

In den vergangenen vier Jahren hat der Freundeskreis insgesamt über 160.000 Euro für die Armenversorgung in Ägypten bereitgestellt – ein starkes Zeichen gelebter Solidarität aus dem Sauerland.

Kultur und Geschichte zum Staunen

Neben den bewegenden Begegnungen blieb auch Zeit für die faszinierende Geschichte des Landes. Die Gruppe besuchte die Pyramiden von Gizeh, das Ägyptische Museum und die Bibliothek von Alexandria. Anschließend ging es weiter nach Assuan und mit dem Schiff den Nil hinab bis Luxor – mit Besuchen im Tal der Könige und den prachtvollen Tempelanlagen.

Eindrücke, die bleiben

Eine Teilnehmerin fasst ihre Eindrücke nachdenklich zusammen: „Wenn mich jemand fragt, ob wir einen ‚schönen‘ Urlaub hatten, sage ich: ‚Schön‘ ist nicht das richtige Wort. Wir waren tief beeindruckt von den Einrichtungen der Schwestern – Orte der Zuwendung und Barmherzigkeit, an denen man den guten Geist sofort spürt.“

Und ein anderer Teilnehmer bringt es auf den Punkt: „Diese Reise war eine einzigartige Kombination – Begegnungen mit Menschen, Orten und Erlebnissen, die wir nie vergessen werden.“

Quelle: Günter Naujocks

Die Sauerländer Reisegruppe mit Schwestern und Schülerinnen der DSB (Deutsche Schule der Borromäerinnen) in Alexandria.