Quelle: Ensible
Finissage der Jugendkunstgalerie in Bestwig
Mit aufgeregter Neugier betraten die Kinder der 3. und 4. Klassen das Bürger- und Rathaus in Bestwig zur Feier eines besonderen Abschlusses: Die Finissage der Ausstellung „Jugendkunstgalerie“ stand auf dem Programm. Gezeigt wurden die Werke aus den Projekten „Ein Gruß der Kleinen an die Großen“ sowie „Stille Freunde“- zwei künstlerische Formate. Darin erzählen die Kinder aus ihrer eigenen Sicht, was für sie zählt: dass wir gemeinsam verschieden sein und dennoch zusammengehören können – und wie ihre Welt in Zukunft aussehen soll.
Bürgermeister Ralf Péus ließ es sich nicht nehmen, persönlich bei der Finissage anwesend zu sein, um den Kindern für ihre ausdrucksstarken Werke ganz direkt Danke zu sagen. Gemeinsam mit den jungen Künstlerinnen und Künstlern schaute er sich die entstandenen Bilder und Kurzfilme an. Er betonte den Wert solcher Projekte für die gesamte Gesellschaft: „Eine lebendige Gesellschaft lebt vom Mitmachen. Wenn junge Menschen ihre Kunst im öffentlichen Raum zeigen, dann beschäftigen wir uns automatisch mit ihren Perspektiven – und gewinnen dabei neue. Am besten ist es, wenn wir diese Sichtweisen nicht nur wahr-, sondern auch mit in unser gemeinsames Leben aufnehmen.“
Die im Projekt entstandenen Werke waren zuvor bereits in den teilnehmenden Grundschulen, im Bürger- und Rathaus sowie in der Sparkasse Bestwig ausgestellt worden. Nun wurden sie im Bürgersaal ein letztes Mal gemeinsam präsentiert – begleitet von den Erzählungen der Kinder und einem regen Austausch über ihre Erfahrungen.
Im Rahmen der Projektbegleitenden Workshops hatten sich die Kinder mit der Frage auseinandergesetzt, wie aus Unterschiedlichkeit Freundschaft entstehen kann. „Dass jemand anders aussieht oder sich anders verhält, ist kein Grund, ihn nicht zum Freund zu haben – es kommt auf die Haltung an“, so brachte es ein junger Teilnehmer vor den Gästen auf den Punkt. Genau diese Haltung war in jedem Kunstwerk spürbar: Ob als liebevoll inszenierte Fotos von „Stillen Freunden“ – von den Kindern geschaffene Fantasiefiguren – oder in den filmischen Botschaften aus Kinderperspektive.
Karol Rivera Carmago, Projektkoordinatorin beim Ensible e.V., zeigte sich stolz auf das Ergebnis: „Die Kinder haben nicht nur Kunstwerke geschaffen – sie haben Haltungen entwickelt und diese nach außen transportiert. Und das ist das größte Ziel dieses Projekts: Ausdruck, Reflexion und Begegnung – ganz unabhängig vom Alter.“
Ein besonderes Highlight der Finissage bildete eine gemeinsame Trommelaktion, bei der – ganz im Sinne des Projekts – alle mitmachten: Kinder, Eltern, Geschwister, Lehrkräfte, Schulleitung und sogar der Bürgermeister. Die rhythmische Performance war auch ein lebendiges Zeichen dafür, wie gemeinsames Erleben und Teilhabe generationenübergreifend funktionieren kann. „Kultur ist ein besonderer Weg, sich selbst, seine Meinungen und Wünsche zum Ausdruck zu bringen. Deshalb ist Jugendkultur wichtig und sogar eine echte Chance für unsere Gesellschaft“, so Ralf Péus, „persönlich finde ich es schade, wenn man Kultur immer nur mit der Großstadt in Verbindung bringt. Warum eigentlich? Wir können das hier auch!“
Das Projekt ist Teil der „Youth and Arts“- Initiative und wurde ermöglicht durch die Zusammenarbeit der Gemeinde Bestwig, der Grundschule Wilhelmine-Lübke-Schule, der Grundschule am Sengenberg, der Andreas-Schule und des Ensible e.V. Die Förderung durch das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes NRW, die Sparkasse Mitten im Sauerland sowie die Gemeinde Bestwig unterstreicht die Bedeutung solcher Initiativen.



