Quelle: Privat
Die Stadt Schmallenberg beginnt seit heute mit den umfangreichen Abbruch- und Sanierungsarbeiten am ehemaligen Industriestandort „Meisenburg“. Mit dem Rückbau der leerstehenden Gebäude wird ein wichtiger Schritt zur städtebaulichen Entwicklung und zur Schaffung neuer Gewerbeflächen getan.
Die sogenannte Meisenburg war über Jahrzehnte ein bedeutender Teil des Firmensitzes der Firma Falke. Bis 2016 wurden dort Nadelvliesprodukte durch die Firma Horustec hergestellt, anschließend standen die Betriebsgebäude leer. Im Dezember 2023 erwarb die Stadt Schmallenberg das rund 70.000 Quadratmeter große Areal. Ziel ist es, nach Abschluss der Maßnahmen rund 64.000 Quadratmeter baureife Gewerbeflächen für eine nachhaltige kommunale Stadtentwicklung bereitzustellen. Die Vermarktung der Flächen erfolgt über das Amt für Stadtentwicklung.
Nach einer europaweiten Ausschreibung im Jahr 2025 wurde der Auftrag für die Abbruch- und Bauschadstoffsanierungsarbeiten am 8. Januar 2026 vergeben. Die Vergabe hatte sich aufgrund zweier Nachprüfungsverfahren bei der Vergabekammer Münster, die von unterlegenen Bietern angestrengt wurden, um mehrere Monate verzögert. Der Rückbau umfasst insgesamt acht Gebäudekomplexe mit 81 Gebäuden, Gebäudeteilen und freistehenden Anlagen. Die Gesamtfläche des Baufelds beträgt etwa 70.000 Quadratmeter, davon sind rund 60 Prozent bebaut. Insgesamt werden etwa 234.000 Kubikmeter umbauter Raum zurückgebaut. Die maximale Gebäudehöhe liegt bei etwa zwölf Metern, hinzu kommt ein Industrieziegelkamin mit einer Höhe von rund 47 Metern. Die geplante Bauzeit für den gesamten Abbruch beträgt etwa zwölf Monate.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der umfangreichen Bauschadstoffsanierung. Sämtliche Gebäude werden fachgerecht von schadstoffbelasteten Materialien wie asbesthaltigen Putzen, Estrichen und Bauteilen sowie künstlichen Mineralfasern aus Dämmungen und Isolierungen befreit. Ab der 7. Kalenderwoche beginnen zunächst die Sanierungsarbeiten im Inneren der Hallen. Diese erfolgen abschnittsweise und parallel in mehreren Gebäudeteilen. Erst nach Abschluss der Schadstoffsanierung wird mit dem eigentlichen Abbruch der aufstehenden Gebäude begonnen, der unter Berücksichtigung der Rückbaustatik und einer festgelegten Reihenfolge erfolgt.
Während der Arbeiten wird der Rückbaubereich klar von den angrenzenden Industriehallen getrennt. Die benachbarten Gebäude des Unternehmens Falke KGaA bleiben erhalten und werden entsprechend geschützt. Parallel zum Gebäuderückbau erfolgen zudem örtlich begrenzte Bodensanierungen durch Bodenaustausch. Unbelasteter Bauschutt wird aufbereitet und als qualifiziertes Recyclingmaterial für den Straßen-, Kanal- und Verkehrsflächenbau im Zuge der Neuerschließung wiederverwendet.
Weitere Maßnahmen, darunter die Sanierung belasteter Böden, der Bau einer Grundwasserbehandlungsanlage sowie die vollständige Neuerschließung des Areals mit Straßen, Wasser- und Abwasserleitungen, Strom- und Telekommunikationsinfrastruktur, befinden sich derzeit in der planerischen Vorbereitung. Die geschätzten Gesamtkosten für Abbruch, Bodensanierung und Neuerschließung belaufen sich auf rund 10,1 Millionen Euro. Die Maßnahme wird im Rahmen des „Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramms des Landes NRW“ mit einer Zuwendung von etwa 7,9 Millionen Euro gefördert.



