Quelle: Philipp Bäuerle
Der Rock’n’Roll-Club „Teddybears“ aus Iserlohn
Matthias und Margit Tuschen eröffneten als Tanzlehrer 1972 die „Tanzschule Buchenwäldchen“ in Iserlohn. Nach Aufgabe dieses Hauses wechselten sie in die renovierte „Schauburg“ in Iserlohn (s. WOLL Sommer 2025), führen in diesem Haus seit 2012 die „Tanzwelt Schauburg“ und trainieren dort, wie schon zuvor im „Buchenwäldchen“, den Rock’n’Roll-Club „Teddybears“. 1. Vorsitzender des RRC ist Matthias Tuschen (r.). Seine Frau Margit hat die Funktion der Sportwartin. Sie und der Tanzlehrer Philipp Bäuerle trainieren die Rock’n’Roll-Paare.
Quelle: Philipp Bäuerle
WOLL: Frau Tuschen, Sie sind als Trainerin von Beginn an mit dem RRC Teddybears verbunden. Wann wurde der RRC gegründet und wie kam es zu der Namensgebung?
Margit Tuschen: Die Geburtsstunde des RRC Teddybears schlug am 9. November 1985. Aus Teilnehmerinnen und Teilnehmern eines von mir geleiteten Rock’n’Roll-Kurses entstand der Wunsch, einen Verein zu gründen, um in den Turnier- und Wettkampfsport einzusteigen. Mein Mann und ich sind als Gründungsmitglieder bis heute durchgehend im Vorstand aktiv. Der Namensvorschlag ist durch das Lied „Let me be your Teddybear“ von Elvis Presley entstanden. Zu diesem Lied haben damals die Paare immer gerne getanzt und so war der Weg zum Namen nicht weit hergeholt.
WOLL: Wie viele Tanzpaare und Mitglieder zählt der RRC?
Margit Tuschen: Heute sind die Aktiven des Vereins fast ausschließlich Turnierpaare und Formationstänzerinnen und -tänzer. Bereits seit 1990 sind die Paare des RRC Teddybears im Wettkampfgeschehen. Seit 2001 tanzen auch Iserlohner Formationen auf nationaler und internationaler Ebene regelmäßig mit. Der RRC gehört mit seinen aktuell 36 Deutschen Meistertiteln zu einem der erfolgreichsten Vereine Deutschlands.
Quelle: Andre Beuthner2006 ist Philipp Bäuerle, einer der erfolgreichsten Tänzer der Rock’n’Roll-Szene, nach seiner aktiven Tänzerlaufbahn als Trainer im Verein tätig und bildet so gemeinsam mit mir ein äußerst erfolgreiches Trainerteam.
WOLL: Wie oft trainieren die Paare?
Margit Tuschen: Die Paare haben die Möglichkeit, viermal pro Woche unter Anleitung zu trainieren. Davon zweimal Tanztraining, zweimal Akrobatik-, Turn- und Trampolintraining. Unsere fünf Formationen trainieren regelmäßig zweimal wöchentlich.
WOLL: In welche Altersklassen stufen Sie die Paare ein?
Margit Tuschen: Die Paare haben ein Alter von sechs bis 24 Jahren und tanzen in den Aufbauklassen Schüler, Junioren und C-Klasse sowie der B-Klasse. Unsere Formationstänzerinnen und -tänzer sind im Alter von acht bis 28 Jahren und bilden die Wettkampfgruppe der Kategorien Girlformationen und Showteams.
WOLL: Auf welche Ziele wird trainiert?
Margit Tuschen: Es wird in jedem Jahr auf die Deutscher Meisterschaft hintrainiert. Über die Leistungen bei den Ranglistenturnieren ertanzen sich sowohl die Paare wie auch die Formationen ihre Qualifikationspunkte, um anschließend an den nationalen Meisterschaften teilzunehmen.
WOLL: In welchen Regionen finden die Wettbewerbe statt?
Margit Tuschen: Die Turniere finden in ganz Deutschland statt. Vom hohen Norden bis in den tiefsten Süden machen sich die Tänzerinnen und Tänzer auf den Weg zum Erfolg. Beispielweise waren wir in diesem Jahr auf Wettkämpfen in Flensburg, Berlin, Dresden, Plochingen bei Stuttgart oder Bochum. Auch Iserlohn ist in dieser Saison als Ausrichter ein gefragtes Ziel.
WOLL: Steht ein besonderes Ereignis in Iserlohn an?
Margit Tuschen: Am 22. November, pünktlich zum 40. Jubiläum, sind wir Ausrichter der Deutschen Meisterschaften der Formationen. Die Wettkämpfe finden in der Matthias-Grothe-Halle am Hemberg in Iserlohn statt.
WOLL: Der RRC Teddybears hat bei Wettbewerben schon viele Erfolge gehabt. Die Vitrinen in Ihrer Tanzschule stehen voller Pokale. Welche Erfolge sind für Sie und die Tanzpaare von besonderer Bedeutung?
Margit Tuschen: Natürlich ist jeder einzelne der insgesamt 36 Deutschen Meistertitel von großer Bedeutung. Aber auch die Teilnahmen an Welt- und Europameisterschaften bleiben in positiver Erinnerung. Häufig sind es aber die kleineren Erfolge und Meilensteine, die besonders und wichtig für die allgemeine Motivation sind. Nicht jeder kann Deutscher Meister werden, aber der erste Start in einer neuen Tanzklasse, eine neue Akrobatik, der erste Treppchenplatz – das sind alles bedeutungsvolle Momente.
WOLL: Gibt es ausreichend nachwachsende Talente?
Margit Tuschen: Wir würden uns freuen, wenn es mehr Jungs gäbe, die sich für den Sport begeistern lassen würden. Rock’n’Roll ist ein sehr dynamischer Tanzsport mit vielen Facetten. Neben dem Tanzen und der rhythmischen Früherziehung durch die Verbindung zur Musik werden auch Grundelemente des Boden- und die des Trampolinturnens erlernt, um die akrobatischen Anforderungen meistern zu können.
Quelle: Philipp BäuerleWOLL: Bietet der RRC neben dem Tanztraining noch andere Veranstaltungen, die junge Menschen zusammenbringen?
Margit Tuschen: Wenn uns abseits der vielen Turniere noch Zeit bleibt, verbringen die Aktiven auch häufig ihre Freizeit miteinander. Neben den sportlichen Erfolgen spielt das soziale Miteinander eine sehr große Rolle. Eltern und Freunde begleiten die Paare zu den Turnieren und sind fester Bestandteil der Rock’n’Roll-Familie.
WOLL: Wie finanziert sich der RRC?
Margit Tuschen: Der RRC Teddybears Iserlohn finanziert sich über Mitgliedsbeiträge und Spenden.
WOLL: Der RRC ist auch ein Aushängeschild für den Sport in der Stadt Iserlohn. Gibt es finanzielle Zuschüsse seitens der Stadt oder von Sportverbänden?
Margit Tuschen: Wir sind sehr dankbar über die Nähe zur Stadt und zu unseren Sportverbänden, durch deren Hilfe wir Wettkämpfe durchführen und die städtischen Sporthallen für diese wie auch zu unseren Trainingszeiten nutzen können.
WOLL: Frau Tuschen, wir wünschen Ihnen und den Tanzpaaren des RRC Teddybears weiterhin viel Freude beim Training mit dem Ziel, noch zahlreiche Erfolge bei den Wettbewerben zu erreichen.



