Sorgenwürmchen kriechen durch das Sauerland

Glückswürmchen

Quelle: Lena Toom

Kleine Glücksbringer erfreuen Groß und Klein

„Darf ich Ihnen ein kleines bisschen Glück schenken?“ Wenn Ihnen mit dieser Frage jemand gegenüber steht, dann brauchen Sie nicht misstrausch sein. Diese Person möchte Ihnen und anderen Menschen, ob jung oder alt, eine Freude in Form eines Glücks- oder Sorgenwürmchens machen.

Aber was ist das eigentlich? Glücks- oder Sorgenwürmchen sind kleine, gehäkelte Anhänger, die man sich an den Schlüsselbund, die Handtasche, den Schulrucksack oder ins Auto hängen kann und dem Besitzer oder der Besitzerin Glück bringen sollen. Manche Glücksbringer werden auch mit der Strickliesel, aus Holzperlen oder in Makramee-Technik hergestellt. Der Zweck ist jedoch immer der gleiche: Ein Lächeln ins Gesicht des beschenkten Menschen zaubern.

Viele Würmchen werden auch in kleine, durchsichtige Beutel gesteckt und an den unterschiedlichsten Orten platziert, z.B. am Bankautomaten, auf einer Begrenzungsmauer oder am Zaun vom Kindergarten. Meist ist noch ein kleiner Zettel mit Informationen dabei, damit die Finder auch wissen, was sie mit der Tüte anzufangen haben. Manchmal bekommt man jedoch auch zu hören: „Entschuldigung, Sie haben da was vergessen!“ Dann klären die Wurmbastler gerne über das ungewöhnliche Hobby auf und die Menschen freuen sich.

Bei Facebook gibt es Gruppen, in denen gefundene Glückswürmchen gezeigt werden können. Viele Finder berichten, dass die Glücksbringer genau im richtigen Moment zu ihnen gekommen sind, weil sie eine schwere Krankheit durchmachen oder einen geliebten Menschen gehen lassen mussten. Oder eine Mutter berichtete, dass sie Ihrem Sohn erklären konnte, dass es wildfremde Menschen gibt, die anderen Menschen „einfach so“ eine Freude bereiten, ohne etwas dafür zurück bekommen zu wollen.

Ebenfalls werden viele Würmchen an Krankenhäuser, Altenheime oder andere soziale Einrichtungen verteilt. Egal wo – als kleine Geste sollen die Würmchen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.