Quelle: Sara Glöckner
„Und du machst das ganz allein?“ Diesen Satz höre ich oft, wenn ich allein wandern gehe. Nach einem innerlichen Augenverdrehen antworte ich meist nur: „Ja, ich mach das ganz allein. Warum den auch nicht?!“
Allein zu wandern bedeutet nicht, einsam zu sein. Und es bedeutet auch nicht per se, dass es gefährlicher ist. Es bedeutet vor allem, den eigenen Rhythmus zu finden. So lang stehenzubleiben und den Blick über die Wälder des Rothaargebirges schweifen zu lassen, bis es sich für mich richtig anfühlt, weiterzugehen. Der Rothaarsteig bietet ideale Bedingungen für Solohikes: gut markierte Wege, eine ausgezeichnete Infrastruktur und viele Möglichkeiten, sich auch als Einsteigerin an das erste Solo-Abenteuer heranzuwagen.
Natürlich ersetzt Mut keine Vorbereitung. Wer allein unterwegs ist, sollte sich mit der Route auseinandergesetzt haben, den Wetterbericht prüfen und einer vertrauten Person mitteilen, wohin die Tour geht. Ein geladener Handyakku, ausreichend Wasser und ein kleines Erste-Hilfe-Set gehören ebenso in den Rucksack wie die Bereitschaft, die eigene Planung anzupassen. Und das Wichtigste: auf das Bauchgefühl hören. Wer sich mit einer Situation unwohl fühlt, darf jederzeit eine Pause einlegen, umkehren oder die Wanderung abbrechen. Denn Solo unterwegs zu sein bedeutet auch, ohne Kompromisse eingehen zu müssen, Entscheidungen zu treffen, die sich für mich richtig anfühlen.
Was viele überrascht: Auf einem Wanderweg ist man selten wirklich allein. Gerade auf beliebten Fernwanderwegen wie dem Rothaarsteig entstehen immer wieder nette Begegnungen – ein kurzer Plausch an der Schutzhütte, ein gemeinsames Stück Weg oder ein freundliches Lächeln im Vorbeigehen.
Für mich ist Solohiking mehr als nur Wandern. Es ist das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, die Gelegenheit, wertvolle Zeit mit sich selbst zu verbringen und die Chance, die eigene Komfortzone wieder ein bisschen zu erweitern.
– Sara Glöckner/thefemaletraveller.de


