Soester Altstadtführung – „Wenig gehen, viel sehen“

Quelle: Lena Tomm

Barrierearme Stadtführung mit Werner Tigges

Soest gehört zu den schönsten historischen Städten Westfalens – und lässt sich auch ohne lange Wege intensiv erleben. Mit der Altstadtführung „Wenig gehen – viel sehen“ bietet Stadtführer Werner Tigges eine besonders barrierearme Tour an, die Geschichte, Architektur und Geschichten der Stadt anschaulich verbindet.

Die Idee entstand aus einer konkreten Anfrage: Gesucht wurde eine Stadtführung mit kurzen Wegen. Spontan entwickelte Werner Tigges daraus ein eigenes Konzept. Das Ergebnis ist eine Tour, die sich besonders für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Rollstuhlfahrende oder alle eignet, die entspannt entdecken möchten – ohne auf Inhalte zu verzichten.

Seit 2020 bietet Werner Tigges buchbare Stadtführungen durch Soest an. Seine Begeisterung für Geschichte begleitet ihn seit der Kindheit, geprägt durch Exkursionen im Heimatkundeunterricht. Diese Leidenschaft spüren die Teilnehmenden bis heute in jeder Führung.

Quelle: Lena Tomm

Stationen der Altstadtführung (Auswahl)

Patroklidom – Wahrzeichen und Geheimnisse

Turm und Westwerk
Der sogenannte „Turm Westfalens“ und das Westwerk des Patroklidoms stammen in ihrer heutigen Form aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Der Dom war einst Stiftskirche, während die benachbarte Petrikirche den Gemeindegottesdiensten diente.
Besonderes Augenmerk gilt einem verfärbten Stein im Westturm – dessen Geheimnis wird bei der Führung gelüftet. Auch der Abstand zwischen den beiden Kirchen hat eine praktische Geschichte: Er ist so bemessen, dass sich zwei Fuhrwerke begegnen konnten – und das funktioniert bis heute.

Quelle: Lena Tomm

Hochchor und Patroklusschrein
Im Hochchor befindet sich der Schrein des heiligen Patroklus. Der Märtyrer wurde von den Römern hingerichtet, seine Reliquien gelangten über den Kölner Erzbischof aus der französischen Stadt Troyes nach Soest.

Quelle: Lena Tomm

Kapitell im „Paradies“ zum Vreithof
Ein besonderes Detail: Das Kapitell an einer Säule stammt aus Rom und kam im 13. Jahrhundert nach Soest. Gerne wird dazu gesagt: „Dieses Kapitell hat schon Julius Cäsar gesehen.“

Quelle: Lena Tomm

Petrikirche – Baustile und Stadtgeschichte

Zwiebelturm und Baugeschichte
Die Petrikirche vereint Romanik, Gotik und Barock. Der markante Zwiebelturm entstand nach einem Brand der ursprünglichen Turmhaube – ganz im Stil der damaligen Zeit.

Quelle: Lena Tomm

Westwerk und Schießscharten
Im Westwerk finden sich Schießscharten, die zugleich Licht für Treppen und Emporen boten. Sie zeigen, dass dieser Teil der Kirche auch defensive Funktionen hatte – im alten, befestigten Stadtkern des ottonischen Soest.

Quelle: Lena Tomm

Grünsandstein und Fossilien
Soest ist einzigartig durch seine Bauten aus Grünsandstein. In den Mauern sind Fossilien sichtbar: versteinerte Muscheln, Seesterne, Knochen und Schnecken. Fast fugenlos zeugt das Mauerwerk von höchster Handwerkskunst.

Quelle: Lena Tomm

Kaiserempore, Dachstuhl und Chorraum
Die breite Treppe zur Empore folgt dem sogenannten „Königsmaß“ und soll schon von Kaiser Barbarossa genutzt worden sein. Teile des Dachstuhls stammen original aus dem 12. Jahrhundert.
Die heutigen Fenster und der moderne Altar im Chorraum wurden nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs eingebaut – bewusst modern aus Edelstahl und Kristallglas.

Quelle: Lena Tomm

Fachwerk, Plätze und Stadtleben

Mariengasse – Blick auf den Zwiebelturm
Eines der beliebtesten Fotomotive Soests: Der Blick durch die Mariengasse auf den Zwiebelturm der Petrikirche – besonders stimmungsvoll in der Weihnachtszeit.

Haus zum Kuhfuß & Haus zur Rose
– Das Haus zum Kuhfuß wurde nach einem Bombenangriff 1940 neu errichtet und für die Verbreiterung der Marktstraße zurückgesetzt.
– Das Haus zur Rose gilt als eines der schönsten Fachwerkhäuser Soests – mit reichen Schnitzereien, Rosetten und Balkeninschriften voller Lebensweisheiten.

Quelle: Lena Tomm

Genuss, Geschichte und besondere Orte

Vreithof – das „Soester Wohnzimmer“
Ein Ensemble aus kleinen Fachwerkhäusern, Kaufmannshäusern, Rathaus und Erinnerungsorten wie dem Archigymnasium, das im 16. Jahrhundert unter Mitwirkung Philipp Melanchthons entstand.

Quelle: Lena Tomm

Una Goccia – optionale Verkostung
Als besonderes Extra kann eine Verkostung bei Una Goccia gebucht werden: ausgesuchte Essigsorten, überraschende Aromen und ein süßer Abschluss.

Quelle: Lena Tomm

Weitere Höhepunkte der Führung

– Patroklus, Schutzpatron der Stadt, als Statue am Rathausgiebel
– Die gelbe Wippe am Großen Teich – ein mittelalterliches Strafinstrument
– Fachwerkhäuser am Loerbach
– Soester Sattelmauer und historische Gassen
– Die Wiesenkirche (St. Maria zur Wiese) – spätgotische Hallenkirche mit einzigartigen Fenstern und dem „Westfälischen Abendmahl“
– Pranger am Marktplatz
– Gräfte und Wallanlage – bis heute begehbar und Teil der Stadtgeschichte


Die Altstadtführung „Wenig gehen – viel sehen“ verbindet fundiertes Wissen, anschauliche Geschichten und barrierearme Wege. Sie zeigt Soest von seiner schönsten Seite – entspannt, persönlich und mit viel Liebe zum Detail.

Weitere Informationen und Buchung:
stadtfuehrung-soest.de