Schmallenberger U(h)rgesteine

Werkstatt Pepping

Wie Ewald und Daniel Pepping das seltene Handwerk bewahren

In der Oststraße von Schmallenberg herrscht ein Ticken, das anders klingt: Hier arbeiten Ewald Pepping und sein Sohn Daniel in ihrer winzigen Manufaktur an Zahnrädern und Spiralen, während draußen Smartwatches den Ton angeben. Ein Uhrmacherberuf, der bundesweit nur noch von rund 2.600 Fachleuten ausgeübt wird – und bei dem jährlich gerade mal 40 Azubis einsteigen.


1960 ist Ewald Senior aus Lippe in die Stadt gezogen, um den Uhrmachermeister Hochstein zu beerben. Heute führt er das Erbe gemeinsam mit Daniel weiter: Beide eigneten sich ihr Wissen in Hamburg an, Daniel legte zusätzlich in Pforzheim den Goldschmiedemeister ab. Seit 1989 ergänzt er die Werkbank um funkelnde Ringe und Ketten.

Jede Reparatur ist eine neue Herausforderung: Unter dem Mikroskop fliegen winzige Staubkörner durch die Luft, ein falscher Handgriff und das Werk steht still. „Wir bekommen keine Uhren von der Stange – jeder Zeitmesser ist ein Unikat“, sagt Daniel. Kein Wunder also, dass Schützenvereine aus Oberkirchen und Altenilpe seit über 20 Jahren auf ihre maßgefertigten Orden schwören.

Der Trend zu hochwertigen mechanischen Uhren – und zuletzt auch zu antiken Wanduhren – hat die Werkstatt ausgebremst: Aufträge stapeln sich, Wartezeiten wachsen. Gleichzeitig lockt der Sauerland-Tourismus neugierige Besucher an die Tresen, die die filigrane Kunst schätzen. Doch Nachfolger fehlen, alte Betriebe schließen, weil die Generation Z lieber Klicks als Kurbeln dreht.

Für Vater und Sohn Pepping ist klar: Wer das Rauschen der digitalen Welt satt hat, sucht Beständigkeit – und findet sie in einem tickenden Uhrwerk. Hier, zwischen Zahnrädern und Goldschmiedefunken, lebt Tradition weiter. Und zeigt, dass Zeit mehr ist als Sekunden: Sie ist Erinnerung, Handwerk und ein Stück Heimat.

Werkstatt Pepping, Oststraße 12, Schmallenberg. Nur 40 Neu-Auszubildende jährlich: Eine Tradition, die es jetzt zu sichern gilt!