
Seit seiner Gründung im Februar 2008 ist Schmallenberg Unternehmen Zukunft e.V. (SUZ) Ansprechpartner und Lotse für den Wirtschaftsstandort Schmallenberg. Der Verein versteht sich als Sprachrohr der gewerblichen Wirtschaft in Schmallenberg, hat die Vernetzung der verschiedenen Akteure und Unternehmen zum Ziel und will die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Schmallenberg und die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unter enger Einbeziehung der Unternehmen selbst begleiten. Getragen wird SUZ von der Stadt Schmallenberg, von mittlerweile mehr als 200 Schmallenberger Unternehmen aus allen Branchen sowie der Sparkasse Mitten im Sauerland und der Volksbank Sauerland eG. Unter dem Vorsitz von Heinz-Josef Harnacke und mit dem Team der SUZ-Geschäftsstelle mit Geschäftsführerin Huberta Sasse, Janne Hernandez-Aragon und Uta Kewes verfolgt der Verein das klare Ziel, „den Wirtschaftsstandort Schmallenberg aus einem ganzheitlichen Ansatz heraus auszubauen und zu stärken“. Gegenwärtig zählen mehr als 200 Unternehmen aus allen Branchen zu den SUZ-Mitgliedern.
Vom Textil- zum Mittelstandszentrum mit großer Branchenvielfalt
Schmallenberg blickt auf eine jahrhundertealte Gewerbetradition zurück: Bereits im Mittelalter war die Stadt Mitglied der Hanse, später entwickelte sie sich ab dem 19. Jahrhundert zu einem Zentrum der Strumpfwarenproduktion und erhielt zeitweise den Beinamen „Strumpfstadt“. Mit der kommunalen Neugliederung 1975 – bei der die Ämter Schmallenberg und Fredeburg zusammengeführt wurden – änderte sich die regionale Struktur entscheidend.
Die Textilindustrie, die bis dahin als ein Haupterwerbszweig der Region galt, trat infolge eines branchenweiten Strukturwandels in den Hintergrund. Zunehmend an Bedeutung gewannen in den 70er und 80er Jahren die Bereiche Holz/Papier/Druck, das Baugewerbe und das Handwerk, der Tourismussektor und der Gesundheitsbereich.
Heute prägt ein breit gefächertes Branchenspektrum an mittelständischen und familiengeführten Unternehmen und Handwerksbetrieben die Schmallenberger Wirtschaft. In Schmallenberg und seinen Orten entstehen Produkte im Bereich Textilien, Maschinenbau und Elektrotechnik, ebenso Badezimmereinrichtungen und Holzerzeugnisse, aber auch Innovationen in der Metall-, Kunststoff- oder Schieferverarbeitung. Starke Unternehmen und Arbeitgeber prägen die Gesundheitswirtschaft, das Baugewerbe, die Metallverarbeitung und den Maschinenbau. Eine weitere Kernkompetenz Schmallenbergs bilden die hiesigen zahlreichen großen und kleinen Handwerksunternehmen ab. Mit dem Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und angewandte Oekologie IME ist auch der Bereich Wissenschaft und Forschung in Schmallenberg angesiedelt.

Auch der Dienstleistungssektor ist gut entwickelt, wobei gerade dem Tourismus große Bedeutung zukommt. Das Schmallenberger Sauerland zählt mit seinen hochqualiativen touristischen Familienbetrieben und dem großen Angebot an touristischer Infrastruktur zu den zehn Top-Destinationen Nordrhein-Westfalens. Für Gäste wie Einheimische gleichermaßen attraktiv ist die breit aufgestellte Facheinzelhandelsstruktur der Stadt, die mit einem für die gesamte Region überdurchschnittlichen und qualitätsvollen Angebot aufwartet.
Im Verlauf der letzten fünf Jahrzehnte vollzog sich damit ein klarer Diversifizierungs- und Modernisierungsschub:
• Maschinen- und Anlagenbau (z.B. Transfluid Maschinenbau GmbH, Weltmarktführer in der gesteuerten Rohrumformung, AT Boretec, MSG Maschinenbau, AUFT Antriebs- und Fördertechnik, Vogt GmbH)
• Bau- und Handwerksbetriebe
(z.B. Feldhaus, Trippe, Knoche, König, Biermann u.a.)
• Premium-Audiotechnik (Audiotec Fischer GmbH als Weltmarktführer für innovative Audio-Produkte)
• Tourismus und Gesundheit
(Schmallenberg zählt zuletzt über 838.000 Übernachtungen jährlich; Bad Fredeburg als Kurort, das Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft oder die Johannesbad Fachklinik Bad Fredeburg mit ihrem Therapie- und Rehabilitationszentrum für Abhängigkeitserkrankungen kennzeichnen die Gesundheitswirtschaft als wichtigen Wirtschaftssektor).
SUZ-Aktivitäten: Ganzheitliche Standortförderung
Der Schwerpunkt der Arbeit von SUZ liegt im Unternehmensservice und in der Unterstützung der Gewerbebetriebe vor Ort, von der Gründungsberatung über Fördermittelberatung bis hin zur Nachfolgeregelung. Ein aktives Marketing für den Wirtschaftsstandort gehört ebenso dazu wie die Begleitung ansiedlungsinteressierter Unternehmen.
In Zeiten mangelnder Fach- und Arbeitskräfte kommt auch dem Thema Ausbildung und der Gewinnung von Fachkräften eine besondere Bedeutung zu. SUZ ist hier Ansprechpartner für die Schmallenberger Schulen und Unternehmen gleichermaßen; die Informationsangebote für Auszubildende reichen von der Ausbildungs-App über den Ausbildungsatlas und die Jobbörse im Internet bis hin zur Ausbildungsmesse, auf der sich Schmallenberger Unternehmen präsentieren, um mit künftigen Fachkräften ins Gespräch zu kommen. Mit der Gründung der Pflegeschule in Bad Fredeburg 2019 auf Initiative von SUZ wurde ein wichtiger Meilenstein für die Ausbildung des pflegerischen Nachwuchses und für den Gesundheitsstandort Schmallenberg gelegt.
Unter dem Motto „Wirtschaft. Standort. Schmallenberg.“ bündelt SUZ seine Arbeit in mehreren Kernelementen:
1. Unternehmensservice
mit Ansiedlungsunterstützung, Lotsenfunktion, Gründer- und Fördermittelberatung, Immobilienservice, Informations- und Fortbildungsangeboten
2. Fachkräfte- und Ausbildungsmarketing
als Ansprechpartner der Schulen mit Angeboten wie der jährlichen Ausbildungs- und Jobmesse, dem Ausbildungsatlas, der AzubMe-App, einer umfassenden Job- und Ausbildungsdatenbank und Informationsangeboten für Neubürger und Rückkehrer ins Sauerland
3. Marketing des Wirtschaftsstandortes
mit der Aufbereitung aktueller Kennzahlen zur Standortanalyse, Einbringung in die Gewerbeflächenentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit zum Standort wie dem Tag der Offenen Tür im Gewerbepark Bad Fredeburg, Kooperationen mit lokalen und regionalen Akteuren und Mitarbeit in Fachgremien und Projektgruppen
4. Veranstaltungen
wie die SUZ-Unternehmensforen, das Wirtschaftsgespräch, Gründer- und Unternehmensstammtische sowie weitere Vernetzungsveranstaltungen, das Neubürgertreffen und der Neujahrsempfang „Auf ein Bier“
SUZ-Geschäftsführerin Huberta Sasse: „Die Wirtschaftsförderung in Schmallenberg wird von den Unternehmen und Betrieben vor Ort entscheidend mitbestimmt. SUZ versteht sich als Partner der Unternehmen ebenso wie der Kommune. Wir bringen uns ganzheitlich ein, von der Gewerbeflächenentwicklung bis hin zur Fachkräftesicherung.“
Vorsitzender Heinz-Josef Harnacke betont: „Gerade in Zeiten globalisierter Märkte und digitaler Transformation ist vernetzte Zusammenarbeit vor Ort der entscheidende Wettbewerbsvorteil. Die Stadt Schmallenberg hat sich in den letzten 15 Jahren sehr positiv entwickelt. Durch die Ausweitung der Gewerbegebiete in Bad Fredeburg als auch in Schmallenberg konnten sich zahlreiche neue Unternehmen ansiedeln und bestehende Unternehmen erweitern.
Hierdurch konnte die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten auf ca. 10.800 Beschäftigte gesteigert werden. Auch das Gewerbesteueraufkommen hat sich in den letzten 15 Jahren auf ca. 21 Mio. Euro fast verdreifacht. Schmallenberg hat mit seinem sehr guten Branchenmix seit Jahren eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten in Südwestfalen. Wir sind die Stadt der Familienunternehmen. In vielen Unternenmen findet gerade ein Generationswechsel statt. Sehr viele Familienunternehmen konnten ihre gut ausgebildeten Töchter und Söhne für die Unternehmensnachfolge gewinnen, sodass diese Unternehmen weiterhin den Standort Schmallenberg stärken. Die Weichen sind für die Zukunft gut gestellt.“
Ausblick: Strategische Weichenstellung für die nächsten Jahrzehnte
Blickt man auf die vergangenen fünfzig Jahre, wird deutlich, wie eng Schmallenbergs Wirtschaftswachstum mit dem Strukturwandel in Industrie, Handwerk und Tourismus verknüpft ist. Für die kommenden Jahre hat SUZ folgende Ziele im Blick:
Weitere Verbesserung der Rahmenbedingungen für die heimische Wirtschaft und Stärkung der Standortattraktivität durch Unterstützung der Stadt bei der Entwicklung neuer Gewerbeflächen und wirtschaftlich wichtigen Infrastrukturen.
• Fachkräftesicherung: Intensivierung von Berufsorientierungsangeboten, Informationen zur Weiterqualifizierung, Stärkung der dualen Ausbildung, Kampagnen für Rückkehrer und für die Bindung junger heimischer Talente.
• Unterstützung von Innovationen, Transformation und Nachhaltigkeit durch Lotsenfunktion für Unternehmen bei der Gründung oder Weiterentwicklung, gerade auch im Bereich Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Effizienz, Vernetzung mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen.
• Marketing für den Wirtschaftsstandort.
„Das Besondere am Wirtschaftsstandort Schmallenberg ist, dass in den heimischen Unternehmen unternehmerische Verantwortung und regionale Verwurzelung Hand in Hand gehen. Denn Schmallenberg ist mehr als seine Gewerbegebiete. In der Stadt und ihren Dörfern sind starke Unternehmen und attraktive Arbeitgeber mit innovativen Produkten und Angeboten ansässig, die auf die Zukunft vorbereitet sind. Die Kommune unterstützt die Wirtschaft mit niedrigen Gewerbesteuersätzen, vorausschauender Flächenentwicklung und solider Haushaltsplanung. Damit ist eine wichtige Basis für eine weiterhin positive wirtschaftliche Entwicklung gelegt“, so Huberta Sasse.




