Sauerländer Kleinode von Kappest

Heiligenhäuschen zwischen Bracht und Brennschede

Heiligenhäuschen zwischen Bracht und Brenschede

Zwischen Bracht und Brenschede (an der Kreisgrenze HSK und OE), genau dort, wo sich einst die mittelalterliche „Heidenstraße“ und der historische „Kriegerweg“ kreuzten, steht seit 1947 ein liebevoll restauriertes Heiligenhäuschen. Nur rund 250 Meter außerhalb von Bracht gelegen, zeugt es heute noch von seiner herausragenden Bedeutung: Die alte Handelsroute, erkennbar an der eingeprägten Jakobsmuschel, führte einst von Köln über Elspe bis nach Kassel, während der Kriegerweg bewaffnete Reisende von Siegen durchs Gleiertal bis zum Bilsteiner Schlagbaum leitete.

Eingebettet in eine dichte Heckenumrahmung und von hohen Bäumen schon früh am Morgen in sanftes Zwielicht getaucht, lädt der schattige Platz unterhalb des Heiligenhauses zu einer kleinen Auszeit ein. Auf der einladenden Bank verweilt man am liebsten ein Weilchen und lauscht fast dem imaginären Gespräch zwischen Napoleon und Karl dem Großen, das der örtliche Lauschpohl zu transportieren scheint.

An sonnigen wie an grauen Tagen gedenken Besucherinnen und Besucher der „gütigen Maria mit dem Kind“, deren Bildnis behutsam im Inneren platziert ist. Zahlreiche Kerzen und ein sorgsam drapiertes Rosenkränzchen zeugen von persönlichen Dankesgebeten und stillen Bitten. Kein Zweifel: Dieses schmucke Heiligenhäuschen ist längst zum Ort gelebter Spiritualität und kulturellen Erbes zugleich geworden. Ein echtes Sauerländer Kleinod, mit langer Geschichte.