
Wennequelle
Das Sauerland ist Quellenland. Aber wie sieht die perfekte Sauerländer Quelle aus? Ein in Naturstein gebändigtes Wässerchen ist es nicht. Ein munteres Blubbern zwischen ein paar kleinen Felsen am oberen Ende eines Siepen – das ist eine Sauerländer Quelle. Ein ideales Beispiel für eine solche naturbelassene Quelle, die auch noch sehr leicht erreichbar ist, ist die Wennequelle an der Robbecke zwischen Schmallenberg und Obringhausen.
Eine echte Sauerländer Quelle ist, wie gesagt, das obere Ende eines Siepen. Ein steiles Ufer, Gestrüpp und Morast gehören dazu. Das Urgestein der Sauerländer Dichter, Dr. Friedrich Wilhelm Grimme, erklärt einen Siepen in seinem Standardwerk „Das Sauerland und seine Bewohner“ so: „Ein echt sauerländisches Wort, spottet es jeder Verhochdeutschung – ein echt sauerländisches Ding, spottet es jeder Beschreibung. Morast freilich hat es genug, aber ein Moor ist es doch nicht – ein Sumpf, wie die Ebene es hat, ist es auch nicht. Nur wer, gedankenlos wandernd, auf solche hellgrüne, mit Managras überschwielte, bald unter seinem Fuße schwankende und zitternde, dann quallende Wasserblasen heraufsendende Waldstelle geraten (…) ist: der mag solchen Höllenpfuhl richtig beschreiben.“ Ganz so dramatisch ist es um die Wennequelle nicht bestellt, bei ihrer Betrachtung versteht man aber, was Grimme vor über 150 Jahren meinte.
Der bequemste Weg zur Wennequelle beginnt an der Freizeitwelt Sauerland oberhalb des Schmallenberger Schulzentrums. Man läuft Richtung Robbecke und biegt zwei Mal links ab – in den ersten und dann in den zweiten Weg nach links. Die mit einem Schild gekennzeichnete Quelle liegt in einem noch vom Borkenkäfer verschonten, schattigen Hochwald. Ein kurzer, sicherer, trockener Pfad führt hinunter zu der Stelle, an der das Wennewasser zwischen Felsen hervorquillt und den sich an- schließenden Siepen mit Wasser versorgt. Eine kleine Bank lädt dazu ein, sich die Sache eine Weile lang anzusehen.



