
Ein flauschiger, leuchtend-grüner Falter? Den haben Sie bestimmt auch schon mal gesehen. Hätten Sie gedacht, dass es ein Schmetterling ist? Okay, es ist einer der lichtscheuen Vertreter der Schmetterlinge, ein Nachtfalter, oder nach neuer Klassifizierung ein Eulenfalter. Die gibt es tatsächlich auch in fröhlichen, lebensbejahenden Farben. Dieser Falter hier ist vielen auch als Buchen-Kahneule bekannt. Wie es sich für einen guten Nachtfalter gehört, werden Sie ihn eher nicht mittags im hellen Sonnenschein zu Gesicht bekommen, sondern eher in den Abendstunden bzw. in der Dämmerung und nachts. Dann fliegt das Jägerhütchen seine Runden zur Nahrungsbeschaffung, (es ernährt sich vorzugsweise von Pflanzensäften) oder zur Fortpflanzung. Und manchmal wird der kleine Falter auch von dem Licht in oder an unseren Häusern angezogen, wo er dann kreisend um eine Lampe mit seinen 35 Zentimetern Flügelspannweite ein deutlich sichtbarer Gast ist. Aber keine Angst, der tut nichts, der will nur …. nach Hause. Nachtfalter nutzen als Orientierungshilfe das Licht des Mondes. Sie versuchen permanent im gleichen Winkel zum Mond zu fliegen, damit sie sich geradeaus orientieren können. Wenn sie eine große Lichtquelle am Haus finden, verwechseln sie diese häufig mit dem Mond. Da sie permanent ihren eigenen Winkel zur Lichtquelle justieren, um sich geradeaus zu halten, kommt es dazu, dass sie die Lichtquelle „umkreisen“ – ein Teufelskreislauf, aus dem sie entweder bis zur Erschöpfung oder bis zum Tagesanbruch nicht mehr herauskommen.
Warum ist der Falter grün? Die Antwort hierzu ist: Tarnung. Jägerhütchen leben vorzugsweise in großen Buchen- oder Eichenwäldern. Tagsüber verstecken sie sich auf der Unterseite von Blättern, daher auch die grasgrüne Farbe der frischen Blätter im Frühjahr und Sommer. Durch die Tarnung ist der Falter tagsüber, wenn er ruht, von Fressfeinden nicht so schnell zu finden.
Aber die wichtigste Frage ist doch, warum die Jägerhütchen so gerne im Sauerland leben? Das ist relativ eindeutig: Im Sauerland gibt es viel Wald. Da gibt es natürlich auch viele Jäger. Und ein guter Sauerländer Jäger trägt bei der Jagd einen Jägerhut. Und genau da kommt das Jägerhütchen ins Spiel, denn es ist die perfekte Dekoration für diesen Hut – und weiß sich auch hervorragend als solche in Szene zu setzen.
Was der Falter sonst noch so Geheimnisvolles kann? Er ist einer der wenigen Nachtfalter, der zur Paarungszeit Liebeslieder zirpt, um sein Weibchen zu beeindrucken. Das kann auch so mancher Sauerländer Jäger. Im Duett bestimmt ein schönes Schauspiel.
Üblicherweise kommt an dieser Stelle ein Verzehrvorschlag. Denn in unserem Lande standen die meisten Tiere auch schon mal auf irgendeiner Speisekarte. Beim Jägerhütchen sparen wir uns das. Es ist zwar nicht giftig, aber es bringt einfach zu wenig Gewicht auf den Teller. Und vermutlich staubt es.


