Sauerländer Himmelsclub No. 2

Quelle: KI-generiert Digitalisierung Sauerland

Friedrich Wilhelm Grimme zum Bachmann-Preis für Lena Schätte

„Nu höret mol, ihr Lüe! Dat hätt et bi mi ok nich all Daage geven!“

Auf einer besonders hellen WOLke lehnt sich Friedrich Wilhelm Grimme über den Himmelssaum. Unter ihm glitzert das Sauerland in der Morgensonne. Plötzlich rauscht eine Eilmeldung durch den Himmel.

„Lena Schätte aus dem Sauerland gewinnt den Ingeborg-Bachmann-Preis!“

Grimme richtet seine Brille, lächelt und nickt zufrieden.

„Dat is also de richtige Wind! Jahrelang häbbt se gemeint, de grooten Geschichten kämen bloß ut Berlin, Wien oder Hamburg. Un nu? Nu kümp de stärkste Stimme ut unsern Bergen.“

Ein Engel reicht ihm den Siegertext.

Grimme liest, schweigt einen Moment und sagt dann:

„Literatur mott nich laut sien. Se mott wahr sien. Un wenn Worte dat Herz trefft, dann is et egal, ob se an de Donau oder an de Lenne geboren sünd.“

Er blickt hinüber zu den anderen Sauerländern im Himmel.

„Seht ji! Dat Sauerland kann nich bloß Schmiede, Fabriken, Wälder un Wanderwege. Dat Sauerland kann ok Weltliteratur.“

Aus einer anderen Wolke hebt Annette von Droste-Hülshoff anerkennend den Daumen. Wilhelm Münker lächelt. Selbst Christine Koch nickt zustimmend.

Grimme fährt fort:

„Dat Schönste an sonem Preis is nich dat Geld oder de Trophäe. Dat Schönste is, dat junge Lüe merken: Große Geschichten können überall entstehen. Sogar dor, wo manche bloß Hügel sehen.“

Dann schmunzelt er.

„Un noch wat: Wenn jetzt einer fragt, wo dat Sauerland liegt, dann antwortet ruhig: Dor, wo man Bachmann-Preise gewinnt.“

Er setzt den Hut wieder auf, schaut noch einmal hinunter Richtung Altena und Lüdenscheid und murmelt:

„Glückwunsch, Lena Schätte. Du hast dem Sauerland ein neues Kapitel Literaturgeschichte geschenkt. Un dat liest sich verdammt gut.“


Der Sauerländer Himmelsclub gratuliert der Sauerländer Autorin Lena Schätte herzlich zum Gewinn des renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis 2026 in Klagenfurt. Mit ihrem Text „Was wir tragen“ gewann sie nicht nur den Hauptpreis, sondern auch den Publikumspreis – ein außergewöhnlicher Erfolg für die Literatur aus dem Sauerland.