Quelle: Gymnasium der Stadt Lennestadt
Für Lena Albach, Kulturkoordinatorin am Gymnasium der Stadt Lennestadt, war das Festival weit mehr als eine einzelne Veranstaltung. „Ein zentraler Kern meiner Arbeit ist das Bauen von Brücken“, erklärt sie. Neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin für Deutsch, Französisch, Theater und Praktische Philosophie vernetzt sie die Schule mit regionalen Künstlerinnen, Künstlern und Kultureinrichtungen. Aus dieser Zusammenarbeit entstand schließlich auch die Idee für das AGORA-Jugendkulturfestival.
Den entscheidenden Impuls lieferte der persönliche Austausch mit dem Verein MuT-Sauerland. Nach ersten gemeinsamen Projekten des Gymnasiums, unter anderem beim „Marktplatz der Kultur“ in der OT Grevenbrück, wuchs der Wunsch, jungen Menschen einen eigenen kulturellen Raum zu schaffen. Daraus entwickelte sich ein Festival, das Jugendliche nicht nur als Publikum, sondern vor allem als Gestalter in den Mittelpunkt stellte.
Ein besonderer Ort für neue Ideen
Dass der Schrabben Hof als Veranstaltungsort gewählt wurde, überraschte zunächst viele. Trotz der nicht optimalen ÖPNV-Anbindung überzeugte die besondere Atmosphäre des historischen Geländes. „Der Schrabben Hof bietet den Jugendlichen die Chance, an einem außerschulischen Lernort fernab des Alltags neue Inspiration zu gewinnen. Anfangs konnten sich die Jugendlichen schwer vorstellen, wie man diesen historischen Ort in ein modernes Jugendkulturfestival verwandelt“, erinnert sich Albach. Mit den Monaten wurde daraus jedoch eine spannende Herausforderung. Während des Festivals zeigte sich die Stärke der Location: „Der Hof bot durch seine Begrenzung eine schützende, klare Struktur. Gleichzeitig weckte er die Neugier, weil alle Räume offen zugänglich waren und regelrecht zum Entdecken und Stöbern einluden.“
Quelle: Gymnasium der Stadt LennestadtMonate der Vorbereitung
Die Vorbereitungen begannen bereits ein Jahr vor der Veranstaltung. Mit Beginn des Schuljahres nahm die Planung richtig Fahrt auf. Schülerinnen und Schüler arbeiteten gemeinsam mit Lehrkräften in einer Organisationsgruppe an Programm, Gestaltung und Öffentlichkeitsarbeit. Regelmäßige Planungstreffen, die digitale Zusammenarbeit über eine Taskcard sowie der Austausch mit erfahrenen Veranstaltern, etwa vom Bluestock-Festival, sorgten dafür, dass aus ersten Ideen ein professionelles Veranstaltungskonzept entstand.
Ein besonderer Meilenstein war die Entwicklung des Festivalmottos #BuntmitHaltung. „Es verbindet kreative Leichtigkeit mit einer klaren Linie. Es steht für die offene, tolerante und respektvolle Haltung, die wir am GymSL im Schulalltag leben und pflegen. Auf dem Festival wollten wir die kulturelle Vielfalt unserer Schule sichtbar machen und einen Raum für kreative Freiheit schaffen“, erklärt Albach. Gerade in gesellschaftlich bewegten Zeiten wollten die Jugendlichen damit ein deutliches Zeichen setzen. Unterschiede werden nicht als Barrieren verstanden, sondern als künstlerische und menschliche Bereicherung.
Getreu dem Schulmotto: Miteinander füreinander
Besonders bemerkenswert war die Rolle der Schülerinnen und Schüler. Von Beginn an bestimmten sie die inhaltliche Ausrichtung des Festivals mit und übernahmen Verantwortung für Organisation und Durchführung. „Das Besondere war, dass hier zum ersten Mal ein Jugendkulturfestival des GymSL am Schrabben Hof stattfand. Eine ganze Schule hat dieses historische Gelände kreativ bespielt. Es war ein fantastisches Zusammentreffen von erfahrenen Vereinsmitgliedern, Kunstschaffenden, Lehrkräften und Jugendlichen“, sagt Albach.
Am Veranstaltungstag zeigte sich, wie gut dieses Konzept aufging. Tanz, Gesang, Live-Musik, Theater und kreative Workshops sorgten für ein abwechslungsreiches Programm. Trotz hochsommerlicher Temperaturen war der Schrabben Hof hervorragend besucht. Das Schulmotto „Miteinander füreinander“ wurde an diesem Tag auf kultureller Ebene für Gäste und Mitwirkende gleichermaßen spürbar und lebendig. „Überall fand ein wunderbarer Austausch über die Beiträge statt“, berichtet Albach. Neben den tollen Aufführungen aus Tanz, Gesang und Live-Musik gab es viele Gelegenheiten, sich in Workshops wie der Wortkunst selbst auszuprobieren.
Quelle: Gymnasium der Stadt LennestadtDer Wunsch nach einer Fortsetzung
Ob das AGORA-Jugendkulturfestival künftig regelmäßig stattfinden wird, ist noch offen. Der Wunsch danach ist jedoch groß. Nach einer ausführlichen Auswertung möchten Schule und Verein gemeinsam überlegen, wie das Projekt dauerhaft verankert werden kann, beispielsweise im Rahmen eines Projektkurses. „Der Wunsch nach einer Fortsetzung ist riesig. Wir hoffen sehr, dass wir schon bald das nächste gemeinsame Festival auf die Beine stellen können“, sagt Lena Albach abschließend.



