NRW heizt mit Gas, Alternativen sind im Kommen

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Das Sauerland gehört zum bevölkerungsreichsten Bundesland NRW und ist bei vielen Neuerungen und Veränderungen ein wichtiger Vorreiter. 2022 wurden über den Zensus Daten gesammelt, die sich mit der Beheizung von Gebäuden beschäftigten. Dabei kam heraus, dass die Gasheizung in NRW und damit auch im Sauerland von besonderer Bedeutung sind. Erneuerbare Energien waren zumindest 2022 noch nicht besonders relevant, sie wurden nur in jeder 20. Gebäudeeinheit verwendet. Der Wandel klopfte aber schon damals an die Tür und die Zahl der Alternativen steigt.

So heizte NRW inklusive Sauerland und das sind die Trends

Der Zensus fand heraus, dass 2,7 Prozent aller Wohnräume in NRW mit Wärmepumpe, Solarthermie, Holz, Biogas, Pellets oder Geothermie beheizt wurden. Die Verwendung von Stromheizungen liegt darüber und ist mit 3,2 Prozent deutlich steigend. Hier gibt es mittlerweile immer mehr effiziente und formschöne Elektroheizungen, die vor allem in Kombination mit Solaranlagen eine effiziente Heizlösung darstellen.

Unterschiede zeichnen sich aber auch regional ab, nicht in jedem Teil NRWs sind die Zahlen gleich. Wie das Unternehmen Haus & Grund berichtete, nutzten im Sauerland noch erstaunlich viele Haushalte die Ölheizung, die Gasheizung ist flächendeckend in allen Bereichen verbreitet und Fernwärme punktet vor allem im Ruhrgebiet und Dinslaken.

Es gibt in NRW sogar noch immer Gebiete, die mit Kohle heizen. Der Anteil geht aber zunehmend zurück. Kohleheizungen funktionieren, indem Briketts oder Kohle selbst in einem Heizkessel verbrannt wird, um Wasser zu erwärmen. Nachdem die Gesetze für Öl- und Kohleheizungen sich verändert haben, dürften die Zahlen heute schon anders aussehen. 2020 heizten in NRW noch 0,1 Prozent der Haushalte mit Kohle.

Sauerländer und Gasheizungen: So sah es 2022 aus

Spannend ist der Blick direkt aufs Sauerland, denn auch hier gibt es Daten, die von Radiosauerland veröffentlicht wurden. Die Daten wurden ebenfalls im Rahmen des Mikrozensus ermittelt. Spitzenreiter mit Gasheizungen waren Meschede mit 63,2 Prozent und Arnsberg mit 76,1 Prozent. Auch in Brilon, Olsberg und den anderen Bereichen des Hochsauerlandkreises dominierte die Gasheizung.

Im Hinblick auf die steigenden Gaspreise entwickeln sich aber auch hier Trends in die andere Richtung. Elektroheizungen sind gefragt, weil sie anders als klassische Konvektoren die Raumflächen erwärmen. Das hält die Wärme in einem gut gedämmten Raum lange drin. Wer gut heizt, muss aber auch immer an die Luftfeuchtigkeit denken, denn zu niedrige Werte können die Augen reizen. Die Angst vor Energieverschwendung ist heute nicht mehr nötig, weil es per App-Steuerung möglich ist, eine Elektroheizung effizient und dauerhaft zu betreiben.

Wärmepumpen im Sauerland die zweite Trendbewegung

NRW ist einer der Spitzenreiter unter den Bundesländern mit Entscheidung zur Wärmepumpe. Die Wärmepumpe ist eine beliebte Alternative zur Elektroheizung, die aber vor allem für Hausbesitzer ein spannendes Thema ist. Kombiniert mit Photovoltaik wird sie zur effektiven Lösung für nachhaltige Energie. Wie bei Elektroheizungen auch, muss sich der Stromverbrauch der Wärmepumpe rechnen und tatsächlich zu einer Ersparnis führen. Das gelingt durch die Nutzung einer zusätzlichen Photovoltaikanlage häufig, auch wenn sie nicht ausreichend Strom für den Gesamtbetrieb generieren kann.

Spannend ist auch die Kombination aus Wärmepumpe und Elektroheizung. So können beispielsweise Räume schnell und effektiv beheizt werden, wenn sie kurzfristig Wärme brauchen, die Wärmepumpe aber schon unter Volllast arbeitet. Das Haushaltseinkommen spielt laut Untersuchungen mittlerweile keine Rolle mehr bei der Entscheidung für nachhaltige Energie. Rund 29 Prozent aller Haushalte mit einem Einkommen von weniger als 2.500 Euro wollen in eine Solarstromanlage investieren, Menschen mit 5000 Euro Einkommen und mehr sind die 33 Prozent daran interessiert.

Erstaunlich ist, dass vor allem Menschen in NRW mit geringem Einkommen Interesse an einer Wärmepumpe zeigen. Etwa drei von zehn Hausbesitzern planen die Anschaffung.