Nicht von dieser Welt – und doch mitten im Sauerland

Die Fredeburger Kunstköppe eröffnen ihre neue Ausstellung und blicken in die Zukunft

Trotz herbstlich-nassem Wetter fanden zahlreiche Kunstfreunde am Sonntagnachmittag den Weg nach Bad Fredeburg: In den Räumen der Fredeburger Kunstköppe wurde die Ausstellung „Nicht von dieser Welt“ feierlich eröffnet. Schon der Titel versprach Außergewöhnliches – und tatsächlich erwartete die Besucher eine vielfältige Sammlung aus Malerei, Installationen und fantasievollen Objekten, die das Thema „Fremdsein“ aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.

Benjamin Moschella, der die Vernissage eröffnete, sprach von einer „Renaissance der Fredeburger Kunstköppe“ und einem spannenden Dialog zwischen dem Bekannten und dem Unbekannten. „Was ist eigentlich fremd – und was macht das mit uns?“, lautete eine der Leitfragen, die sich die beteiligten Künstlerinnen und Künstler gestellt hatten. Zu sehen sind Werke von Annette Königs, Valentina. Goeck, Sandra Tusch-Dünnebacke, Ilse Carmesin, Katja Moschella und Jost Pieper. Ihre Arbeiten laden dazu ein, das Ungewöhnliche zu entdecken – und vielleicht im scheinbar Fremden das Vertraute zu erkennen.

Kunst als Rebellion und Trost

Moschella spannte in seiner Ansprache einen gedanklichen Bogen von Friedrich Nietzsche bis zu Papst Benedikt XVI. – beide hätten, so Moschella, die Kunst als Weg gesehen, um die Realität zu begreifen und erträglicher zu machen. „Eure Aufgabe ist es, das Unsichtbare sichtbar zu machen“, zitierte er den früheren Papst. Mit dieser Haltung, so Moschella, arbeiteten auch die Fredeburger Kunstköppe: „Wir wollen, dass unsere Werke berühren, irritieren und anregen – und manchmal auch einfach Freude machen.“

Abschied und Aufbruch

Für die Kunstköppe war diese Vernissage allerdings auch ein Abend des Abschieds: Die Ausstellung wird die letzte in den bisherigen Räumen sein. „Zum Jahresende müssen wir raus – hier soll wieder eine Poststelle entstehen“, erklärte Joss Pieper mit einem Schmunzeln. Doch von Resignation keine Spur: „Wir machen weiter, nur eben woanders. Wer also ein großes Wohnzimmer übrig hat – wir bringen die Kunst gern mit!“

Gleichzeitig verkündeten Pieper und seine Mitstreiter ein neues Kapitel in der Geschichte der Kunstköppe: Zum neuen Jahr soll der Zusammenschluss offiziell ein Verein werden – mit der Möglichkeit, Mitglied zu werden oder die Arbeit durch Spenden zu unterstützen. Damit wollen die Kunstköppe ihre Aktivitäten auf ein stabiles Fundament stellen und künftig noch mehr kulturelle Impulse in der Region setzen.

Kunst mit Herz und Humor

Zwischen Buffet, Postkartenverkauf und lebhaften Gesprächen war die Stimmung herzlich und heimatverbunden – ganz im Stil der Fredeburger Kunstköppe. Trotz Umzug und organisatorischem Neuanfang spürte man an diesem Nachmittag: Diese Gruppe ist alles andere als „nicht von dieser Welt“. Sie ist fest verwurzelt im Sauerland, neugierig auf das, was kommt, und voller Lust auf Neues.