Neustart nach Olympia: Winterbergs Kufensportler greifen wieder an

Foto: Der Gesamtsieger des Skeleton-Europacups im vergangenen Winter, Felix Seibel vom BRC Hallenberg, möchte sich bei den anstehenden Selektionsrennen für einen Startplatz im Weltcup empfehlen. Foto: Philip Stallmeister/NWBSV

Der Bundesstützpunkt Winterberg startet mit einem starken und breit aufgestellten Kader in die Saison 2026/2027. Nach den Olympischen Winterspielen werden die Plätze in Bob, Skeleton und Rodeln neu verteilt. Für etablierte Spitzenkräfte und hoffnungsvolle Nachwuchstalente aus dem Sauerland eröffnen sich dadurch neue Chancen.

Nach Olympia ist vor Olympia. Zwar liegen bis zu den nächsten Winterspielen 2030 im französischen La Plagne noch drei Wettkampfwinter vor den Athleten, doch die Vorbereitung auf den nächsten olympischen Höhepunkt beginnt bereits jetzt. Für die Kufensportler des Nordrhein-Westfälischen Bob- und Schlittensportverbandes (NWBSV) markiert die Saison 2026/2027 deshalb den Auftakt eines neuen Olympiazyklus.

Nach den für die deutschen Bobfahrer, Rodler und Skeletonsportler überaus erfolgreichen Winterspielen im Sliding Centre von Cortina d’Ampezzo beginnt nun eine Phase des Umbruchs. Einige erfolgreiche Athleten haben nach Olympia ihre Karriere beendet. Damit werden Plätze in den Nationalmannschaften und Weltcupteams frei – und die sportlichen Karten neu gemischt.

Davon könnten zahlreiche Athleten des Bundes- und Landesstützpunktes Winterberg profitieren. Besonders stark ist der sauerländische Standort im Bobsport aufgestellt: Im Vergleich mit den weiteren deutschen Bundesstützpunkten in Berchtesgaden, Altenberg und Oberhof stellt Winterberg die meisten Bundeskaderathleten. Gleich sieben Bobfahrer gehören dem Olympiakader an.

Olympiasiegerinnen führen starkes Bobteam an

Angeführt wird das Winterberger Aufgebot von Bobpilotin Laura Nolte und ihrer Anschieberin Deborah Levi, die für den SC Potsdam und den BSC Winterberg startet. Beide gehören nach ihrem Olympiasieg weiterhin zu den großen Leistungsträgerinnen des deutschen Bobsports.

Zum Olympiakader zählen außerdem die Anschieberinnen Kira Lipperheide und Neele Schuten vom TV Gladbeck, Leonie Fiebig vom BSC Winterberg sowie Matthias Sommer, ebenfalls BSC Winterberg. Komplettiert wird die siebenköpfige Gruppe durch Talea Prepens vom MSC Magdeburg.

Auch hinter den etablierten Spitzenathleten ist der Stützpunkt breit aufgestellt. Zahlreiche Sportler gehören dem Perspektiv-, Nachwuchs- oder Ergänzungskader an. Im Perspektivkader stehen unter anderem Charlotte Candrix, Leonie Kluwig, Lauryn Siebert und Simon Büthe. Hinzu kommt eine große Gruppe junger Bobtalente, die sich für Starts im Europacup und später möglicherweise für höhere Aufgaben empfehlen möchte.

„Nach den Olympischen Winterspielen beginnt für viele Athletinnen und Athleten eine neue sportliche Phase. Die Karten werden neu gemischt – und genau darin liegt für den Bundes- und Landesstützpunkt Winterberg eine große Chance“, erklärt Thomas Kurschilgen, Leiter des Bundesstützpunktes und Geschäftsführer des NWBSV.

Felix Seibel will in den Skeleton-Weltcup

Neue Möglichkeiten ergeben sich auch im Skeleton. Mit Jacqueline Pfeifer von der RSG Hochsauerland und Hannah Neise vom BSC Winterberg gehören zwei international erfolgreiche Athletinnen dem Olympiakader an.

Besonders gespannt richtet sich der Blick auf Felix Seibel vom BRC Hallenberg. Der Gesamtsieger des Europacups im vergangenen Winter gehört gemeinsam mit Annica Deblitz zum Perspektivkader. Bei den bevorstehenden Selektionsrennen möchte sich Seibel einen festen Startplatz im Skeleton-Weltcup sichern.

Im Nachwuchsbereich vertreten Niels Sommer vom BRC Hallenberg sowie Hanna Burmann vom BSC Winterberg und Benedikt Weller vom BRC Hallenberg die Region.

Neue Chance für Cheyenne Rosenthal

Im Rennrodeln ruhen die Hoffnungen insbesondere auf Cheyenne Rosenthal vom BSC Winterberg. Gemeinsam mit ihrer Doppelsitzerpartnerin Jessica Degenhardt vom RRC Altenberg hatte sie die Olympischen Spiele knapp verpasst, weil im Damen-Doppelsitzer nur ein Schlitten pro Nation starten durfte.

Rosenthal gehört nun als einzige Rodlerin des Winterberger Stützpunktes dem Olympiakader an und dürfte in der neuen Saison erneut um einen Platz im Weltcupteam kämpfen.

Auch beim Rodelnachwuchs ist Winterberg vertreten. Laura Koch, Marit Koch und Lara Hartmann vom BSC Winterberg gehören dem Nachwuchskader 1 an. Jay Friedrich vom BSC Winterberg und Emily Kraas vom SC Fredeburg stehen im Nachwuchskader 2.

Gute Entwicklung im Nachwuchsbereich

Neben den etablierten Leistungsträgern setzt der NWBSV große Hoffnungen in seine Nachwuchsarbeit. Die jungen Athleten sollen sich für die Europacups im Bob und Skeleton sowie für die Junioren-Weltcups im Rodeln qualifizieren.

Thomas Kurschilgen sieht dafür gute Voraussetzungen: „Unsere jungen Athletinnen und Athleten haben sich in der Zusammenarbeit mit ihren Trainern eine gute Ausgangsposition für die anstehenden Qualifikationen erarbeitet.“

Damit geht der Kufensportstandort Winterberg nicht nur mit international erfolgreichen Athleten, sondern auch mit einer vielversprechenden nächsten Generation in den neuen Winter. Die Saison 2026/2027 wird zeigen, wer die durch Rücktritte entstandenen Freiräume nutzen und sich bereits auf dem langen Weg zu den Olympischen Winterspielen 2030 in Stellung bringen kann.