Quelle: Lenne lebt/Tourismus
Städte und Gemeinden entlang der Lenne wollen wieder enger zusammenarbeiten
Die Lenne war schon immer mehr als nur ein Fluss. Sie verbindet Orte, Menschen, Geschichten und Wirtschaftsräume von Winterberg über Schmallenberg, Lennestadt und Finnentrop bis hinunter ins Märkische Sauerland. Jahrzehntelang sprach man deshalb von der „Lenneschiene“, einem Begriff, der für geteilte Interessen, regionale Stärke und die Erkenntnis stand, dass man entlang der Lenne gemeinsam mehr erreichen kann als allein. Nun scheint dieser Gedanke neues Leben eingehaucht zu bekommen.
Die Entscheidung mehrerer Kommunen entlang der Lenne, wieder enger zusammenzuarbeiten, ist ein wichtiges Signal für das gesamte Sauerland. In Zeiten großer Herausforderungen – vom demografischen Wandel über Infrastrukturfragen bis hin zu Fachkräftemangel, Mobilität und Tourismus – wächst offenbar die Einsicht, dass regionale Zusammenarbeit kein Luxus, sondern Zukunftsvoraussetzung ist.
Regionale Stärke entlang der Lenne
Dabei geht es nicht nur um Verwaltungsfragen oder politische Abstimmungen. Es geht um ein gemeinsames Selbstverständnis. Die Lenneschiene könnte wieder zu einer starken Achse werden, die Menschen verbindet und Projekte ermöglicht. Gerade im ländlichen Raum entstehen Zukunftschancen häufig dort, wo Grenzen zwischen Städten und Gemeinden nicht mehr als Trennlinien verstanden werden.
Die Region entlang der Lenne besitzt dafür beste Voraussetzungen: starke mittelständische Unternehmen, touristische Qualität, engagierte Vereine, kulturelle Vielfalt und eine hohe Lebensqualität. Viele Themen ähneln sich ohnehin, ob Wohnraumentwicklung, ärztliche Versorgung, Verkehrsanbindung oder die Frage, wie junge Menschen in der Region gehalten werden können.
Tourismus – Kultur – Mobilität
Die neue Annäherung entlang der Lenneschiene macht deshalb Hoffnung. Hoffnung darauf, dass wieder stärker in regionalen Zusammenhängen gedacht wird. Hoffnung darauf, dass gemeinsame Projekte entstehen, vielleicht bei Radwegen, touristischer Vermarktung, Kulturveranstaltungen oder moderner Mobilität. Und Hoffnung darauf, dass das Sauerland seine Stärke nicht im Gegeneinander, sondern im Miteinander entdeckt.
Gerade die Lenne eignet sich dabei auch symbolisch hervorragend als verbindendes Element für das Sauerland. Sie fließt durch Städte und Dörfer, vorbei an Industrie, Natur, Geschichte und Heimatgefühl. Sie verbindet den Hochsauerlandkreis, den Kreis Olpe und den Märkischen Kreis auf natürliche Weise, oft viel stärker, als Verwaltungsgrenzen es vermuten lassen.
Vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, den alten Gedanken der Lenneschiene neu zu denken: moderner, offener und zukunftsorientierter. Nicht als nostalgischer Rückblick, sondern als gemeinsames Versprechen für die Region.
Denn das Sauerland war immer dann besonders stark, wenn Menschen bereit waren, über den eigenen Kirchturm hinauszuschauen.



