
In Deifeld singen Jung und Alt miteinander
Wo Jung und Alt miteinander singen, tanzen und lachen, wo alteingesessene Bewohner gemeinsam mit holländischen Zugezogenen Brot im historischen Backhaus backen – ja, das ist Deifeld.Mit rund 270 Einwohnern ist Deifeld ein Ortsteil der Hansestadt Medebach. Das Dorf liegt zwischen Küstelberg und Düdinghausen, etwa acht Kilometer nordwestlich von Medebach, eingebettet im idyllischen Dittelsbachtal und umgeben von Wäldern.
Schon vor 1237
Bereits 1215 und 1237 wird ein Hof in Deifeld erstmals urkundlich erwähnt. Da der Ort zu dieser Zeit jedoch schon über eine eigene Kirche verfügte, muss er noch älter sein. Im 13. Jahrhundert wird mehrfach eine Ritterfamilie „von Develde“ als ansässig genannt. Seit 1410 besaß der zur Freigrafschaft Düdinghausen gehörende Ort sogar eine eigene Gerichtsbarkeit.
Besonders sehenswert ist die St.-Johannes-Baptist-Kirche. Der älteste Teil, der mächtige Westturm, stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert und gehört damit zu den ältesten Kirchen im Sauerland. Im Jahr 1877 wurde der alte Chorraum abgerissen und das Gotteshaus durch ein dreischiffiges Querschiff mit Chor und zwei Seitenkapellen erweitert.
Das alte Backhaus
Wie alt das Deifelder Backhaus („alden Backes“) wirklich ist, weiß niemand so genau. Vermutlich wurde es um 1835 erbaut. Bis 1950 buk man hier noch alle drei Wochen frisches Steinofenbrot. Neben der Eingangstür hängt bis heute eine alte Schiefertafel: Dort trugen sich früher die Familien ein, die am nächsten Tag backen wollten. Im Jahr 2003 restaurierten drei rüstige Rentner gemeinsam mit einem Ofenbauer den Backofen und erneuerten die Fachwerkfassade. Zweimal im Jahr wird nach altem Rezept noch heute Brot gebacken – und zu besonderen Anlässen lodert das Feuer ebenfalls.
Das „Niggenhuses“ – ein wanderndes Haus
Ein weiteres Kleinod ist das „Niggenhuses“, das älteste Haus Deifelds. Nach Überlieferungen wurde es 1614 in Oberkirchen bei Schmallenberg errichtet. Offenbar wurde es Stück für Stück über die alte Heidenstraße nach Deifeld transportiert – wie genau, weiß man nicht. Erbauer war Johannes Teipel, vermutlich aus Oberkirchen. Vielleicht fand er in Deifeld seine große Liebe und brachte gleich sein Haus mit. Oder die Bewohner flohen damals vor den tragischen Hexenprozessen in Oberkirchen. Die wahren Beweggründe bleiben bis heute ein Geheimnis.
Tradition und Liedgut
Doch eines ist gewiss: In Deifeld singen Jung und Alt bis heute – sogar das einzigartige Deifeld-Lied, zur Melodie „Vilja, o Vilja…“ aus der Operette Die lustige Witwe. Und den Refrain, den muss man kennen:
Deifeld, o Deifeld, wie liegst du so traut
Wer dich einmal von den Höhen geschaut
Wer einmal durch deine Gäßchen schritt….




