Quelle: Foto: NGG | Tobias Seifert
Foto NGG: Geht ganz schön ins Geld: Tanken ist teuer. Die Gewerkschaft NGG Südwestfalen will sich deshalb in den Betrieben im Hochsauerlandkreis und bei Tarifverhandlungen für einen „Wegegeld-Zuschuss für Job-Pendler“ stark machen.
Täglich überqueren mehr als 51.000 Beschäftigte auf ihrem Arbeitsweg die Grenzen des Hochsauerlandkreises. Die NGG Südwestfalen sieht darin einen wichtigen Impuls, gemeinsam über bezahlbare und zeitgemäße Mobilitätsangebote nachzudenken.
Der Hochsauerlandkreis ist wirtschaftlich eng mit seinen Nachbarregionen verbunden. Das zeigen aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit: 25.350 Beschäftigte kommen regelmäßig in den Kreis, um hier zu arbeiten. Gleichzeitig pendeln 26.020 Menschen aus dem Hochsauerlandkreis zu einem Arbeitsplatz außerhalb der Kreisgrenzen. Insgesamt sind damit täglich rund 51.400 Berufspendler unterwegs.
Für die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten ist Mobilität deshalb ein wichtiger Standortfaktor. Gute Arbeitsplätze allein reichten nicht aus, wenn der tägliche Weg dorthin viel Zeit und einen erheblichen Teil des Einkommens koste. Besonders Beschäftigte mit niedrigeren Einkommen seien durch hohe Spritpreise und teure Bahntickets belastet.
Mobilitätsgeld und andere Zuschüsse
Die NGG Südwestfalen schlägt daher ein staatliches „Mobilitätsgeld“ vor. Nach ihrem Modell sollen Pendler unabhängig von der Höhe ihres Einkommens 17 Cent pro gefahrenem Kilometer erhalten – entweder als direkte Auszahlung oder über den monatlichen Lohnsteuerabzug.
Darüber hinaus sieht NGG-Geschäftsführerin Isabell Mura auch Chancen für Unternehmen, ihre Mitarbeiter bei der täglichen Fahrt zum Arbeitsplatz zu unterstützen. Denkbar seien Zuschüsse zum Deutschland-Ticket, ein betriebliches Wegegeld oder günstiges beziehungsweise kostenloses Laden von E-Autos auf dem Firmengelände.
Solche Angebote könnten nicht nur die Beschäftigten finanziell entlasten. Gerade im ländlich geprägten Sauerland würden sie zugleich die Attraktivität der Unternehmen steigern und bei der Suche nach Fachkräften helfen. Mobilität wird damit zu einem wichtigen Bestandteil moderner Arbeitsbedingungen.
Beschäftigte entlasten
Auch beim öffentlichen Verkehr sieht die Gewerkschaft Handlungsbedarf. Bahnfahren müsse für Beschäftigte mit kleinen und mittleren Einkommen bezahlbar bleiben. Denn wer für seinen Arbeitsplatz mobil sein soll, braucht verlässliche Verbindungen und faire Preise.
Die hohe Zahl der Pendler zeigt: Der Hochsauerlandkreis ist eine bewegte und wirtschaftlich stark vernetzte Region. Nun komme es darauf an, diese Mobilität gemeinsam bezahlbarer, verlässlicher und zukunftsfähiger zu gestalten. Gefordert sind Politik, Verkehrsunternehmen und Arbeitgeber – mit Lösungen, die Beschäftigte entlasten und zugleich den Wirtschaftsstandort Sauerland stärken.



