Quelle: Karsten Stahl/Simon Werner
Vom Hof von Anna-Lena Reuter und ihrem Mann Ruben in Burbach-Lützeln sind es nur wenige Schritte bis in den Wald. Direkt am Grundstück verläuft die Rothaarsteig-Spur „Romantischer Hickengrund“, die für die beiden und ihre Ziegen längst zum Alltag gehört und für ihre Gäste den Beginn einer besonderen Wanderung markiert. Gemeinsam mit den Tieren geht es von hier aus durch die Landschaft, fernab von Hektik und Termindruck.
„Wir machen die Tür auf und sind in zwei Minuten im Wald“, erzählt Anna-Lena. Die 34-Jährige stammt ursprünglich aus Rudersbach und übernahm gemeinsam mit Ruben 2019 das Elternhaus seiner Familie. Tiere gehörten hier schon immer dazu. Als die Kamerunschafe auf den Haupthof der Familie umzogen, stellte sich die Frage, wie die Flächen rund um das Haus künftig genutzt werden sollten.
Die Idee, mit Tieren zu wandern, hatte Anna-Lena schon länger. Zunächst standen auch Alpakas oder Esel zur Diskussion. Am Ende entschieden sich die beiden aber ganz bewusst für Ziegen. „Wir wollten gerne die Region unterstützen und deshalb auch ein Tier haben, das hierher passt“, sagt sie. Ziegen seien seit Jahrhunderten Teil der heimischen Kulturlandschaft, gleichzeitig schlau, neugierig und gut zu trainieren. „Wir haben gemerkt, dass wir mit den Ziegen sehr gut spazieren gehen können. Sie haben einen ausgeprägten Herdentrieb und folgen bereitwillig.“ Aus ersten Touren mit Freunden und Bekannten entwickelte sich nach und nach das heutige Angebot von Hickenziegen.
Quelle: Karsten Stahl/Simon Werner
Quelle: Karsten Stahl/Simon WernerDen Alltag einfach mal hinter sich lassen
Inzwischen kommen Besucher aus einem großen Umkreis nach Burbach-Lützeln, viele von ihnen aus der Stadt. Sie suchen die Ruhe der Natur und genießen es, direkt vom Haus aus in den Wald aufzubrechen. „Die Leute kommen oft mit ihrem Alltagsstress zu uns“, erzählt Anna-Lena. Bevor die Wanderung beginnt, erfahren die Gäste zunächst einiges über das Verhalten der Tiere und darüber, wie eine Ziegenherde funktioniert. Unterwegs wird dann nicht nur die Herde mit der Zeit ruhiger. „Man merkt richtig, wie sich das auf die Menschen überträgt. Viele sagen am Ende, dass sie ihren Stress im Wald gelassen haben.“
Neben den Wanderungen gehören inzwischen auch Ziegen-Yoga und Team-Building zum Angebot. Beim Yoga suchen sich die Tiere, nachdem sie ihr Heu gefressen haben, oft ganz selbstverständlich einen Platz zwischen den Teilnehmern. Beim Team-Building beobachten Gruppen die Rangordnung innerhalb der Herde und überlegen gemeinsam, was sich daraus für Kommunikation und Zusammenarbeit ableiten lässt.
Für Anna-Lena ist das längst noch nicht das Ende der Entwicklung. Künftig möchte sie ihr Angebot auch für Menschen ausbauen, die selbst keine längeren Wanderungen unternehmen können. Die Lage direkt am Rothaarsteig bietet dafür beste Voraussetzungen. Und so ziehen Anna-Lena und ihre Hickenziegen auch weiterhin von ihrem Hof aus los, um Gästen die Landschaft rund um den Hickengrund auf ganz besondere Weise näherzubringen.
Mehr unter: www.hickenziegen.de


