
Die DLRG Marsberg im Einsatz auf dem Diemelsee
Eigentlich wäre die Wachstation der Marsberger DLRG (Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft) am Diemelsee ein ideales Feriendomizil, das Grundstück direkt am Ufer ein Filetstück. Ein schniekes Holzhaus mit Holzsteg und Motorboot. „Ich will es nicht Urlaubsfeeling nennen, aber es riecht nach Urlaub“, sagt Kristin Stoiber von der Marsberger DLRG und lacht, „unsere primäre Aufgabe ist es natürlich, für Sicherheit rund um den Diemelsee zu sorgen. Generell Menschen zu helfen, im Wasser und am Wasser.“ Von Mai bis Oktober ist die Wachstation besetzt, allerdings nur an den Wochenenden von Freitagabend bis Sonntagabend. „Wir sind alle ehrenamtlich unterwegs“, erklärt Tristan Schneider, DLRG-Kollege von Kristin Stoiber, „wir sind Schüler, Studenten oder eben auch Berufstätige wie ich, da bleibt unter der Woche keine Zeit für den Wachdienst am See.“
Ist die Wachstation unbesetzt, übernehmen Feuerwehr und Polizei über die Leitstellen den Wasserrettungsdienst und alarmieren unter anderen die Feuerwehr in Diemelsee-Adorf mit ihrem Rettungsboot. Am Wochenende ist wieder die DLRG direkt vor Ort, allerdings nicht immer die Ortsgruppe aus Marsberg. „Das wäre personell gar nicht zu leisten“, sagt Tristan Schneider, „aber andere DLRG-Gruppen kommen sehr gern zu uns, zum Beispiel aus dem Münsterland oder sogar aus Darmstadt. Die meisten haben ja keinen See direkt vor der Haustür so wie wir, da nutzen sie die Wachdienste am Diemelsee gerne auch zum üben und weiterbilden.“ Regelmäßig unterstützen auch die Johanniter aus Kassel die Wachstation am See.
Ein Gefühl von Sicherheit
Ist die Rettungsstation am Wochenende besetzt, kann es auch schon mal eng werden. „In der Regel sind um die zwölf Helfer hier, und zwar ständig. Wir haben im Bootshaus entsprechend viele Betten und eine große Küche, vom Esstisch haben wir freien Blick auf den See“, beschreibt Kristin Stoiber das Treiben am Wochenende. Mindestens müssen aber drei Retter vor Ort sein, darunter ein Bootsführer für das DLRG-Motorboot. Das Schnellboot ist übrigens das einzige mit einem starken Benzin-Außenborder, ansonsten sind auf dem Diemelsee nur Elektromotoren für Langsamfahrten erlaubt.
Ist die Wachstation besetzt, rückt das Boot regelmäßig zu Kontrollfahrten aus, immer per Funk mit der Station verbunden. „Wir setzten auch schon mal zwei Leute von uns an den Stränden ab, als sogenannte ‚Strandstreife‘ mit kleiner Sanitätsausrüstung“, schildert Kristin Stoiber die üblichen Einsätze, „wir kontrollieren aber auch das Naturschutzgebiet oder den Bereich vor der Staumauer, die absolutes Sperrgebiet sind.“ Spektakuläre Rettungs-Einsätze auf dem Wasser haben Kristin Stoiber und Tristan Schneider noch nicht erlebt, aber bei Unfällen auf der Uferstraße sind sie mit dem Boot oft schneller vor Ort als Polizei und Krankenwagen auf der kurvenreichen Strecke. „Wir wollen das Gefühl von Sicherheit vermitteln, und genau so werden wir auch wahrgenommen. Die Menschen sind dankbar dafür.“ Da wird den Rettern der DLRG auch gern ein wenig Urlaubsfeeling zugestanden …






