Wie erreicht man eine Autobahn, die noch gar nicht gebaut ist?

Da es sich bei dem neuen Teilstück der Autobahn von Velmede nach Nuttlar um eine Neubaustelle handelt, stellte sich nach der Phase der Straßenplanung die Frage, wie die Mitarbeiter des Baus überhaupt zu Baustelle gelangen können.

Wie sicher sind unsere Autobahnbrücken?

Beim Betrachten der Autobahnbrücken in schwindelnder Höhe, kann die Frage aufkommen, ob die gewaltigen, dennoch grazil erscheinen Betonbauten auch wirklich sicher sind. Da Unwissenheit leicht Angst erzeugen kann, haben wir uns mit unseren Bedenken direkt an Straßen.NRW gewandt. Dort ist Gerhard Buddenkotte zuständig für die Sicherheit der Brücken.

Mit Herzblut und Teamgeist

„Was wir bewegt haben, darauf sind wir auch stolz“, sagt Richard Mede. Der 53-jährige Bauingenieur ist Projektleiter und gemeinsam mit seinem Bauleitungs-Team in der Briloner Straße in Nuttlar für die „Fertigstellung der Autobahn A 46 in östliche Richtung“ verantwortlich. „Wir haben sehr viel Herzblut in dieses Projekt gesteckt. Unsere Kollegialität war überragend.“

Eine Linie für die Ewigkeit

Bevor man über Baustraßenplanung und Landschaftsbau auch nur nachdenken kann, muss sich Straßen.NRW mit der Straßenplanung beschäftigen. Der Verlauf der Straße nimmt den größten Einfluss auf die Anwohner in unmittelbarer Nähe und die Grundstücksbesitzer, auf deren Grund und Boden die Autobahn verläuft. Somit will eine Entscheidung gut überlegt sein und dauert schon mal ein bisschen länger. Wenn man sich allerdings die einzelnen Schritte näher anschaut, versteht man, warum Straßenplanung nicht „von heute auf morgen“ umsetzbar ist.

EIN BILD SAGT MEHR ALS 1000 WORTE

„Es ging ums Detail. Jahrzehnte lang wurde der Weiterbau der A 46 ab Bestwig durchdacht und geplant. Und dann tauchte da plötzlich ein Zusatz auf, der den Weiterbau verhindert oder zumindest deutlich verzögert hätte“, erzählt Franz Josef Mönxelhaus, der von einem kleinen, aber sehr entscheidendem Nebensatz in den Plänen rund um das Autobahnteilstück zwischen Bestwig und Nuttlar spricht.

„Heute ist gar nichts normal, wir sind auf der Autobahn unterwegs!“

Bevor die Autobahn am 18. November 2019 für den Verkehr geöffnet wird, wollten es sich die rund 2.500 Teilnehmer und Zuschauer nicht nehmen lassen, schon mal einen Fuß auf das neue Teilstück der A 46 zu setzen. Schon im Vorfeld war die Nachfrage größer als das Angebot an Startplätzen, und tatsächlich, die Autobahn war voll!

Einheitliche Linie Richtung Brilon finden

Dr. Karl Schneider ist ein Mann klarer Worte: „Ich bin schon im Vorfeld der Freigabe des Teilstücks der A 46 zwischen Velmede und Nuttlar auf der Baustelle gewesen - und bin begeistert. Besonders die Talbrücke Nuttlar mit 115 Metern Höhe ist eine ingenieurtechnische Meisterleistung, ein imposantes Bauwerk“, sagt der Landrat. „Bei aller Freude: Jetzt muss es aber vor allem in Richtung Brilon bis zur A 33 weitergehen.

Katz‘ unter Naturschutz

Man mag sich vielleicht fragen, was eine Wildkatze eigentlich mit einer Autobahn zu tun hat. Nun, das ist leicht zu erklären: Wildkatze und Autobahn teilen sich das gleiche Territorium. Die „felis silvestris silvestris“, oder eben auch Europäische Wildkatze, galt in unseren Breiten als ausgerottet, nachdem sie intensiv gejagt wurde.

In luftigen Höhen

115 Meter. Für mich eine Höhe, die mir schwitzige Hände, einen rasenden Puls und furchtbare Übelkeit verursacht. Wenn ich bald zum ersten Mal über die Talbrücke Nuttlar fahre, halte ich vermutlich für einen Moment den Atem an und konzentriere mich voll auf die Fahrbahn vor mir. Bloß nicht nach unten schauen. – Ich will mir gar nicht ausmalen, wie es gewesen sein muss, beim Bau dieses monumentalen Bauwerks dabei gewesen zu sein.

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Wichtige Impulse für Ortsentwicklung Text: Paul Senske        Foto: IHK „Die...

Fels ist nicht gleich Fels

Das neue Teilstück der A46 besteht nicht nur aus der Straße selbst. Etwa auf der Höhe von Ostwig ergänzen zwei Parkplätze mit WC-Gebäuden (sogenannte PWC-Anlagen) das Gesamtpaket. Da sind einmal in Fahrtrichtung Olsberg die PWC-Anlage „Alfert“ und auf der anderen Fahrtrichtung die Anlage „Am Sengenberg“.

Kommt es (tatsächlich) zum Kundenschwund?

Von der Verlängerung der A 46 erwartet man sich eine gewisse Entlastung der alten B 7. Doch bedeutet weniger Durchgangsverkehr auch weniger Kundschaft für Bestwigs Geschäfte? Entstehen vielleicht gerade durch eine Reduktion des Verkehrs neue Chancen für die Unternehmen vor Ort? Wir wollten mal wissen, welche Erwartungen vorherrschen

A 46 – Was lange währt wird endlich gut

Kaum eine Autobahn ist in den Köpfen der Sauerländer so präsent wie die Autobahn A 46 – und das nicht zuletzt wegen der Stauschau im Radio. Im letzten Jahr standen die Pendler in Deutschland laut ADAC 459.000 Stunden im Stau, in einer Blechlawine, die 38 Mal um unsere Erde reichen würde. Ein Drittel aller Staus hat Nordrhein Westfalen zu verzeichnen und damit auch die A 46, die lange Zeit sogar unter den Top10 der verkehrsreichsten Straßen Deutschlands rangierte.

Die Daten und Fakten zum Neubau

Zahlen gefällig? Bei allen technischen und optischen Feinheiten - erst ein paar Zahlen verdeutlichen den Gesamtumfang einer solchen Baumaßnahme. Was die Zahlen und Fakten angeht, sorgte vor allem die Talbrücke Nuttlar bereits im Vorfeld für viel Aufsehen.

Großes Lob für beteiligte Unternehmen

Das Teilstück der A46 zwischen Bestwig - Nuttlar gilt als ingenieurtechnisches und architektonisches Meisterwerk. Über 200 „Auftragnehmer“ - von Baufirmen über Ingenieurbüros bis zu diversen Kleinunternehmen - haben daran mitgewirkt, darunter ein Großteil aus der Region. Vor Auftragserteilung hatten sich die Unternehmen in einem genau festgelegten, geheimen und fairen Bieterwettbewerb durchgesetzt. „Die Unternehmen waren top mit sehr guter Qualität“, sagt ein sehr zufriedener Projekt-Leiter Richard Mede.

Brückenplanung

Wir planen mal ein paar Brücken, bestellen die Baufirmen und kurze Zeit später stehen die Bauwerke da. Na, ganz so einfach ist es natürlich nicht. Nicht nur beim Bau, sondern bereits in der Planungsphase müssen sehr viele Vorschriften und Richtlinien beachtet und die richtigen Wege eingehalten werden. Hört sich nach viel Büroarbeit an – ist es auch. Aber in erster Linie ist die Planung der 11 Brücken – mit Nuttlarer Talbrücke als Krönung - eine herausragende Ingenieursleistung

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