
Ausbildung zum Orthopädieschuhtechniker
Handwerk mit medizinischem Fachwissen verbinden: Das ist in der Ausbildung zum Orthopädieschuhtechniker möglich. Der 19-jährige Leo Grütz absolviert diese Ausbildung im Sanitätshaus „Orthopädie Koch“ in Olpe. Er ist im zweiten Ausbildungsjahr und wusste bereits nach seinem Abitur, dass dieser Beruf genau zu ihm passt.
Denn ein guter Schuh ist weit mehr als ein modisches Accessoire. Für Menschen mit Fuß- oder Bewegungsproblemen kann eine individuell angepasste orthopädische Versorgung entscheidend dazu beitragen, sich wieder sicherer und schmerzfreier im Alltag zu bewegen.
Einen ersten Einblick in den Beruf erhielt Leo bereits 2024 während eines schulischen Praktikums bei Orthopädie Koch. Schnell stellte er fest, dass ihn die Verbindung aus medizinischen Inhalten und handwerklicher Arbeit besonders interessiert. Im Anschluss arbeitete er zweimal pro Woche als Minijobber im Unternehmen mit und konnte den Berufsalltag so noch intensiver kennenlernen. Dann stand fest: Die Ausbildung zum Orthopädieschuhtechniker ist genau das Richtige für ihn.
Handwerk trifft auf moderne Technik
Die Fa. Koch Olpe e.K ist in Olpe mit zwei Standorten im Schuhfachhandel vertreten. An der Kurfürst-Heinrich-Straße verbindet das Unternehmen das neu gestaltete Schuhhaus außerdem mit dem Orthopädie- und Sanitätshaus.
Für Leo bedeutet das einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag. „Als Orthopädieschuhtechniker bin ich einerseits in der hauseigenen Werkstatt tätig und fertige Hilfsmittel wie Einlagen oder Schuhe nach Maß an. Andererseits bin ich auch häufig bei Kundinnen und Kunden vor Ort oder in medizinischen Einrichtungen unterwegs, um dort orthopädische Hilfsmittel anzupassen und zu beraten“, erzählt er. Neben Leo absolvieren bei Koch drei weitere junge Menschen ihre Ausbildung: zwei im Verkauf und ein weiterer in der Orthopädietechnik.
„Die Orthopädieschuhtechnik hat sich stark weiterentwickelt“, erklärt Inhaber Ansgar Koch. Bereits 1815 betrieb Franz Koch am heutigen Standort in Olpe eine Gerberei. Ansgar Koch übernahm das Schuhhaus 2020 von seinem Vater. Traditionelle handwerkliche Fähigkeiten seien nach wie vor unverzichtbar, würden heute aber durch moderne digitale Verfahren ergänzt. „Moderne Messsysteme wie ein 3D-Scanner ermöglichen es, noch individueller auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten einzugehen“, erklärt Ansgar Koch.


Trotz aller technischen Möglichkeiten bleibt die persönliche Betreuung ein wichtiger Bestandteil des Berufs. Schließlich ist kein Fuß wie der andere. „In meinem Arbeitsalltag sind Flexibilität und genaues Zuhören besonders wichtig. Jeder Kunde hat andere Bedürfnisse, beispielsweise aufgrund körperlicher Einschränkungen, nach einem Unfall oder einer Operation oder durch chronische Fußfehlstellungen“, berichtet Leo Grütz.
Genau diese Individualität macht für ihn den besonderen Reiz seines Ausbildungsberufs aus. Neben handwerklichem Geschick sind deshalb auch medizinisches Verständnis, Sorgfalt, Einfühlungsvermögen und Freude am Umgang mit Menschen gefragt.
Früh Verantwortung übernehmen
Zweimal pro Woche fährt Leo für den Berufsschulunterricht nach Köln. Im Ausbildungsbetrieb schätzt er besonders, dass ihm schon früh Verantwortung übertragen wurde. Bereits im ersten Ausbildungsjahr durfte er viele Aufgaben selbständig übernehmen und praktische Erfahrungen sammeln.
Seine Begeisterung für den Beruf gibt er inzwischen als Ausbildungsbotschafter auf Ausbildungsmessen und in Schulen weiter. Dort erzählt er aus seinem Ausbildungsalltag und möchte andere Jugendliche dafür begeistern, auch weniger bekannte Ausbildungsberufe genauer kennenzulernen. Und auch seine berufliche Zukunft ist bereits gesichert: Nach erfolgreichem Abschluss seiner Ausbildung hat Leo schon jetzt die Zusage für eine Übernahme bei Orthopädie Koch.


