Manfred Landsknecht – Fotograf mit Leidenschaft für analoge Kameras

Manfred Landsknecht

Manfred Landsknecht ist im Schmallenberger Sauerland kein Unbekannter. Als Fotograf und Medien-Allrounder hat er über Jahrzehnte das Bildmaterial für zahlreiche regionale Publikationen geliefert. Seine Aufnahmen finden sich in Broschüren, Katalogen und Zeitungsbeiträgen, viele davon im Bereich Tourismus. Auch für die Westfalenpost war er tätig: Filme wurden damals abends von den Fotografen abgegeben und am nächsten Morgen bereits wieder abgeholt, und das in einer Zeit, in der Fotografie noch echte Handarbeit war.

Damals hob der Fotograf seine Kamera ans Auge. Ein Zug am Hebel spannte die Mechanik, der Sucher zeigte das Motiv, der Fokus wurde am Objektiv durch eine Drehung eingestellt. Dann der Auslöser: Spiegel und Verschluss bewegten sich synchron, Licht traf auf den Film. Ein klares „Klick“ und der Moment war festgehalten, eingefroren auf Zelluloid, langlebiger als heutzutage jedes in Computern verbaute Speichermedium.

Faszination für Technik und Geschichte
Heute besitzt Landsknecht eine beeindruckende Sammlung von Analogkameras. Besonders faszinieren ihn die mechanischen Systeme dieser alten Geräte. Fein abgestimmte Präzision aus Zahnrädern, Federn, Hebeln, die ganz ohne oder mit nur wenig Elektronik auskommt. Seine Sammlung umfasst vorwiegend Modelle deutscher und russischer Hersteller, darunter seltene Stücke wie russische KGB-Spionagekameras mit Federzug oder Kameras der Firma Robot, die damals in stationäre Geschwindigkeits-Blitzer („Starenkästen“) eingebaut wurden, sowie Panoramakameras.

Trotz seiner Liebe zur analogen Technik fotografiert er am liebsten mit seiner Nikon D800E. Mit ihr konnte er schon früh großformatige DIN-A3-Abzüge anfertigen. Doch auch wenn viele seiner Kameras bereits antiquarischen Wert haben, gilt für alle seine Kameras: Sie müssen funktionieren. Wenn einmal ein Hebel klemmt oder eine Feder bricht, besorgt Landsknecht selbst Ersatzteile und repariert die Geräte eigenhändig. In seinem Keller hat er dafür eine kleine Werkstatt eingerichtet, die inzwischen allerdings aus allen Nähten platzt. Ein Umbau ist schon geplant, und sogar seine Frau hat zugestimmt – ein seltenes Glück für Fotografen, wie er schmunzelnd anmerkt.

Viele seiner Kameras hat er auf Reisen oder durch Kontakte erworben. Die älteste, eine klassische Plattenkamera, stammt noch von seinem Großvater. Besonders angetan ist Landsknecht von den legendären Robot-Kameras aus Düsseldorf. Mit dem damaligen Leiter der Reparaturabteilung steht Landsknecht bis heute in Kontakt.

Analogkamera



Vom analogen Erbe zur digitalen Gegenwart
Ein besonderes Faible hat er für Panoramakameras. Modelle wie die Sputnik oder die Round Shot begleiten ihn schon sein ganzes Berufsleben. Mit der Round Shot hat er unzählige Panoramafotos aufgenommen. Dabei läuft ein schmaler Schlitz über den Film, wodurch besonders scharfe und detailreiche Aufnahmen entstehen. Alle Einstellungen müssen manuell vorgenommen werden, die Wirkung verschiedener Brennweiten errechnet man mit Tabellen.

Seine Panoramen zeigen nicht nur Landschaften, sondern auch Ereignisse. So dokumentierte er beispielsweise die Zerstörungskraft der Natur durch den Orkan Kyrill, als er auf der Rückfahrt von einem Termin in Bielefeld wegen umgestürzter Bäume Umwege fahren musste und alles mit seiner Kamera festhielt.

Landsknecht war lange in der Tourismuswerbung tätig und gestaltete Kataloge für Reiseunternehmen und regionale Ziele. Seine Druckauflagen erreichten bis zu 90.000 Exemplare, jede Broschüre gespickt mit Informationen. Gemeinsam mit Thorsten Schulte baute er zudem das Pressearchiv des Schmallenberger Sauerland Tourismus auf, das bis heute gepflegt und genutzt wird.

Auch wenn er als Rentner meist nur noch digital fotografiert, bleibt die Faszination für das Analoge lebendig. Die passenden Filme für seine Kameras gibt es noch heute in den Drogerien Schmallenbergs, für rund zehn Euro für 36 Aufnahmen. In Zeiten, in denen Speicherplatz nahezu unbegrenzt ist, klingt das nach teurer Nostalgie. Doch gerade die Begrenzung macht den Reiz aus: „Jeder Schuss will überlegt sein. Früher hat man sich beim Fotografieren einfach mehr Mühe gegeben“, sagt er. „Man musste überlegen, von wo man das Motiv aufnimmt, wie das Licht fällt, welche Belichtung passt. Nach einem Arbeitstag kamen vielleicht drei richtig gute Bilder heraus.“

In seinem Kühlschrank lagern noch unzählige, manchmal über 20 Jahre alte Filme – die beste Aufbewahrung für analoge Chemie. Zwar haben sie ihr Ablaufdatum längst überschritten, und die Farben verändern sich mit der Zeit, doch die Ergebnisse faszinieren ihn immer wieder.

Manfred Landsknechts Bilder zeigen eine tiefe Liebe zur Technik, zum Licht und zum Moment, ob Waldhaus Ohlenbach, Wilzenberg oder Panoramen seiner Reisen. Und auch wenn seine Werkstatt längst zu klein ist: Platz für Leidenschaft findet sich immer.