
„Ich bin als Wasserflüsterer unterwegs.“
Für Kinder ist Wasser ein großer Spaß und wenn wir Wasser brauchen, drehen wir einfach den Hahn auf. Doch was passiert, wenn es im Haus zu einer Leckage kommt, Wasser zum Beispiel aus einem Rohr sprudelt, entlang der tapezierten Wohnzimmerwände in den Keller läuft und dort den Raum in eine Art Tropfsteinhöhle verwandelt? Die erste Maßnahme ist dann, die Hauptwasserversorgung abzusperren.
„Eine solche Leckage sollte man so schnell wie möglich seiner Wohngebäudeversicherung sowie dem Heizungs- oder Wasserinstallateur melden“, sagt Lothar Koch aus Finnentrop-Serkenrode. Seit 1996 – mittlerweile also seit 30 Jahren – gibt es seine Firma Koch Gebäudemesstechnik. Er beschäftigt sich mit Industrie- und Gebäudethermografie, Leckageortung und Gebäudetrocknung. Der 66-jährige Handwerker mit den zwei Meisterbriefen in den Bereichen „Zentralheizungs- und Lüftungsbau“ sowie „Gas- und Wasserinstallation“ hat sich über viele Jahre eine große Erfahrung aufgebaut.
Unterwegs als Leckageorter
„Offiziell bin ich als Thermograf unterwegs, doch im Volksmund nennt man das Leckageorter. Wenn es in einem Gebäude eine Leckage gibt, werde ich kontaktiert – meistens vom Installateur, von der Versicherung oder aufgrund des guten Rufes, den ich mir in dieser Zeit aufgebaut habe“, sagt er bescheiden. Er ist die ganze Woche unterwegs – in einem Gebiet von Plettenberg bis Winterberg und von Sundern über Meschede bis Schmallenberg.
In seinem Transporter hat er verschiedene Geräte dabei: unter anderem eine Wärmebildkamera, Elektroakustik zur Geräuschortung sowie Geräte zur Messung von Feuchtigkeit in Böden und Wänden. Wegen seiner Hörgeräte sehen ihn manche Kunden als eine Art Wasserflüsterer.
Mit diesen Geräten wird die Leckage geortet. Das ist nicht immer einfach, zum Beispiel wenn sich eine Leckage hinter einem Drempel befindet. Das Leck muss dann durch aufwendige Arbeiten freigelegt werden, um es zunächst zu verschließen. Die endgültige Reparatur erfolgt später durch den Installateur. Die Versicherung wird über den Schaden informiert.
In der nächsten Phase werden – falls möglich – erste Maßnahmen zur Schadensminderung beziehungsweise Trocknung eingeleitet. Der eigentliche Trocknungsprozess dauert in der Regel mehrere Wochen. Kontrollmessungen während der Trocknung erfolgen regelmäßig. Nach Abschluss der Maßnahmen wird der entstandene Energiebedarf dokumentiert und dem Kunden zur Vorlage beim Energieversorger bescheinigt. Die Kosten für den zusätzlichen Energieverbrauch während der Trocknung werden in der Regel von der Gebäudeversicherung übernommen. Nach Abschluss der Trocknung können Folgehandwerker wie Fliesenleger oder Maler mit den Wiederherstellungsarbeiten beginnen.
Schwer vorzubeugen
Einem Wasserschaden vorzubeugen, ist schwierig. „Meine Empfehlung lautet: Bei längerer Abwesenheit, zum Beispiel im Urlaub, sollte die Hauptwasserversorgung abgesperrt werden. Und bei Problemen mit der Wasser- oder Heizungsinstallation ist der Fachhandwerker der erste Ansprechpartner“, so Lothar Koch.



