
„Zentraler Pfeiler ist der starke gesellschaftliche Zusammenhalt“
Mit einem Wahlergebnis von knapp 80 Prozent wurde Björn Jarosz im Jahr 2025 als Bürgermeister im Amt bestätigt. Seit 2020 steht der Bauingenieur an der Spitze der Gemeinde Kirchhundem, der flächengrößten Kommune im Kreis Olpe. Zugleich ist er seit 2026 erster Vorsitzender des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge und damit auch überregional engagiert.
Sein Aufgabenbereich erstreckt sich damit über 37 Ortsteile auf rund 150 Quadratkilometern. Das eindeutige Wahlergebnis versteht Jarosz als Vertrauensbeweis und klaren Auftrag, die Gemeinde zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Ein zentraler Pfeiler der Gemeinde ist der starke gesellschaftliche Zusammenhalt. In nahezu allen Ortsteilen prägt ein aktives Vereinsleben das Miteinander. Schützenvereine, Musikgruppen und viele weitere Initiativen zeigen die Bedeutung des Ehrenamts, das laut Jarosz unverzichtbar für das Gemeindeleben ist. Um dieses Engagement zu würdigen, lädt die Kommune jährlich zu einem Ehrenamtstreffen ein.
Wirtschaft mit starken Wurzeln
Auch wirtschaftlich sieht sich Kirchhundem trotz angespannter Gesamtlage gut aufgestellt. „Die Unternehmenslandschaft hier ist breit diversifiziert: von Elektrotechnik über Baugewerbe bis hin zu familiengeführten Industrie- und Handwerksbetrieben“, betont der Bürgermeister. Besonders im Ortsteil Welschen Ennest zeigt sich eine positive Entwicklung: Neben wachsendem Gewerbe entsteht neuer Wohnraum, zunehmend auch in Form von Mehrfamilienhäusern. Dies unterstreicht die Attraktivität des Standorts, trotz seiner weiteren Entfernung zur Autobahn.
Durch regelmäßige Betriebsbesuche bleibt der Bürgermeister im engen Austausch mit den Unternehmen vor Ort. Im direkten Gespräch gewinnt er Einblicke in aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und die Stimmungslage der Unternehmen. Dabei zeigt sich: Die Unternehmen in Kirchhundem bleiben handlungsorientiert. „Das ist ein Stück weit Sauerländer Mentalität – man sucht nach Lösungen, statt den Kopf in den Sand zu stecken“, so Jarosz.
Boardinghaus gegen Fachkräftemangel
Eine der größten Herausforderungen ist aktuell der Fachkräftemangel – auch in der Verwaltung ist er spürbar. Als Gegenmaßnahme plant die Gemeinde ein Boardinghaus, das Fachkräften ein temporäres Wohnen vor Ort ermöglichen soll. „Wir wollen den Einstieg hier vor Ort erleichtern und dann durch Lebensqualität überzeugen“, erklärt Jarosz.
Für ihn liegt genau darin eine der großen Stärken der Gemeinde: ein lebens- und liebenswertes Umfeld, in dem Natur und gute Lebensbedingungen auf eine Vielzahl an Ausbildungs-und Arbeitsplätzen sowie eine solide Bildungsinfrastruktur treffen. Drei Grundschulen, ein Teilstandort einer Sekundarschule in Kooperation mit Lennestadt sowie zwei Gymnasien in unmittelbarer Nähe sorgen für ein breites Bildungsangebot. Die Universität Siegen ist zudem bequem und schnell mit der Bahn erreichbar. „Wir brauchen uns hier wirklich nicht zu verstecken“, betont Jarosz.
Im Tourismus arbeitet Kirchhundem eng mit der Stadt Lennestadt zusammen. In der gemeinsamen touristischen Arbeitsgemeinschaft (TAG) wird nicht nur das eigene Gemeindegebiet, sondern die gemeinsame Region vermarktet. Denn wer ins Sauerland reist, sucht in der Regel nicht gezielt nach einzelnen Orten, sondern nach der Region als Ganzes.
Zwischen Wandel und Verantwortung
Zu den aktuellen Herausforderungen zählt auch der Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere der Windkraft. Bürgermeister Jarosz plädiert für eine differenzierte Betrachtung: Der Ausbau sei notwendig, um langfristig unabhängiger in der Energieversorgung zu werden. „Wir brauchen Energie, wenn wir unseren Lebensstandard sichern wollen“, betont er. Gleichzeitig gehe es darum, Lösungen zu finden, die sowohl den Anforderungen der Energiewende als auch dem Schutz von Landschaft und Lebensqualität gerecht werden.
Ebenso beschäftigt die Afrikanische Schweinepest (ASP) die Region. Hier liegt die Hauptverantwortung bei den übergeordneten Behörden, entscheidend ist jedoch die konsequente Einhaltung der Maßnahmen vor Ort, um die Ausbreitung einzudämmen.
Für Bürgermeister Björn Jarosz ist Kirchhundem vor allem eines: ein lebenswerter Ort mit vielen Facetten. „Wer die Gemeinde besucht, sollte sich zunächst vom Rhein-Weser-Turm einen Überblick verschaffen. Anschließend lohnt sich ein Abstecher ins Rahrbachtal, etwa auf den Poesiewanderpfad. Und wer Kirchhundem wirklich kennenlernen möchte, sollte unbedingt eines der vielen Schützenfeste besuchen, denn hier zeigt sich der besondere Zusammenhalt der Region“, so der Bürgermeister.


