Jubiläumsjahr 2025: 50 Jahre kommunale Neugliederung in Schmallenberg

Entwicklungsplan Schmallenberg-Fredeburg

Quelle: Archiv Bernd Stegmann

Der Entwicklungsplan für den Raum Schmallenberg-Fredeburg

Durch den demographischen Wandel und der sich verändernden Gesellschaft wurde ab den 1960er Jahren klar, dass die 100 Jahre zuvor von den Preußen geschaffenen Verwaltungsstrukturen nicht mehr zeitgemäß waren. In Nordrhein-Westfalen machte man sich deshalb daran, diese neu zu gliedern. Für die Ämter Schmallenberg und Fredeburg bedeutete dies einen möglichen Zusammenschluss. Nach ersten Vorgesprächen und Analysen wurde klar, dass der Raum Schmallenberg-Fredeburg in der Lage sein müsse, 20.000 bis 50.000 Einwohner zu versorgen. Das Institut für Gebietsplanung und Stadtentwicklung aus Köln wurde damit beauftragt, in einem Entwicklungsplan die gegebenen Strukturen zu untersuchen und die mögliche Entwicklung der nächsten zehn Jahre zu skizzieren.

Bestandsaufnahme und Bewertung der Ausgangssituation
Für die gesamte Analyse wurde der Bereich der beiden Ämter Schmallenberg und Fredeburg als Einheit gesehen. Diese erfolgte in vier Bereichen: Demographie, Wirtschaft, Freizeit/Fremdenverkehr und Infrastruktur. Als Fragestellung stand hinter alldem immer noch die Frage, ob es nach der Kommunalen Neugliederung eine B-Gemeinde oder zwei A-Gemeinden geben solle. Für eine B-Gemeinde sprachen die Erkenntnisse, welche aus dem Pendlerverhalten gewonnen werden konnten: Dort zeigten sich starke Verflechtungen der umliegenden Dörfer zu den beiden Hauptzentren. Zwar bildeten sich unter dem Aspekt der Selbstversorgung sogar drei Zentren (Schmallenberg, Fredeburg, Bödefeld) heraus, in der Wirtschaftsentwicklung würde dies aber nur zu Konkurrenzdruck führen. Denn aufgrund einer erhöhten Bedeutung des Fremdenverkehrs waren Gewerbeflächen zunächst nur in Schmallenberg angedacht, bei einer eigenständigen Stadt Fredeburg hätte diese mit der Zeit auch ihre Wirtschaft im sekundären Sektor ausbauen müssen. Auffällig war auch die Fokussierung des Fremdenverkehrs auf den südlichen Bereich um Fleckenberg, Schmallenberg, Grafschaft, Oberkirchen, während im Amt Fredeburg nur die beiden Zentren Fredeburg und Bödefeld hohe Übernachtungszahlen nachweisen können. Viel wichtiger war (und ist) dort die Landwirtschaft.

Entwicklungsprogramm (1985)
Als Ziel für die nächsten zehn Jahre wurde ausgewiesen, dass Schmallenberg als Zentrum für Bildung, Handel und Dienstleistungen auszubauen sei, in Fredeburg sollte man den Fokus auf den Fremdenverkehr legen. Bei beiden Städten wurde angeraten, die jeweiligen Hauptverkehrsstraßen durch Umgehungsstraße außerhalb der Stadtkerne zu verlegen, denn nur so könne man den Einzelhandel und den Tourismus attraktiver gestalten. Bei der Bevölkerungsentwicklung konnte festgestellt werden, dass die meisten im Bereich Fleckenberg-Schmallenberg-Gleidorf-Fredeburg leben und daher dort auch der Wohnungsbau und die Gewerbeflächen ausgebaut werden müssen. Die übrigen (kleineren) Ortschaften sollten sich auf den Fremdenverkehr konzentrieren, mit nur partieller neuer Bebauung.

Für die heutige Stadt Schmallenberg hat der Entwicklungsplan eine Route entscheidend vorgegeben. Die Ergebnisse kann man heute noch überall sehen. Wer sich die gesamte über 200 Seiten lange Quelle durchlesen möchte, kann dies im Stadtarchiv Schmallenberg tun.