Hotel Rimberg im Spiegel der Zeit

Hotel Rimberg

Quelle: Hotel Rimberg

Alfons Schnieder und Heidi Knoche über Pioniergeist, Brandtrauma und Visionen für 50 Jahre Stadt Schmallenberg

Tourismus spielt für die Stadt Schmallenberg, neben der allgemein starken wirtschaftlichen Kompetenz, mit Industrie, Handwerk, Handel und Gesundheitswirtschaft, eine hervorgehobene Rolle. Die einzigartige Landschaft des Schmallenberger Sauerlandes, die schmucken Dörfer, die spürbare Gastfreundschaft und vor allem das touristische Angebot und die gastronomische Vielfalt zeichnen die Stadt mit den 84 Orten aus. Eines dieser Hotels und Gastronomiebetriebe, mit bewegter Geschichte und langer Tradition, ist das auf knapp 700 Metern Höhe gelegene Hotel Rimberg, unterhalb des 814 Meter hohen Hunaugipfels, an der Landstraße 776 zwischen Bad Fredeburg und Bödefeld, ganz in der Nähe des neuen Greenhill Bikeparks in Gellinghausen gelegen. Mit Heidi Knoche, die über Jahrzehnte, zusammen mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann Heinz-Josef Knoche, das Hotel Knoche auf dem Rimberg geführt hat und Alfons Schnieder, dessen Hotelgruppe Schnieder das Hotel 2012 übernommen hat, haben wir uns im hochgelegenen Hotel der Hotelkooperation „Die Sterne im Sauerland“ getroffen.

WOLL: Frau Knoche, Herr Schnieder, was sind Ihre frühesten Erinnerungen an das Hotel Rimberg?
Heidi Knoche:
Mein erstes „Date“ mit diesem Haus war 1966 bei meinem Vorstellungsgespräch. Eine herzliche Aufnahme, bei der ich sofort spürte: Hier wächst mein Leben. Ich blieb für immer hängen.
Alfons Schnieder: Für mich begann alles 1972 als Skiausflug. Ich landete zufällig hier, liebte Hang und Haus und komme seitdem nicht mehr los.

WOLL: Wie hat sich das Hotel seit seinen Ursprüngen entwickelt?
H. Knoche:
1874 legte mein Urgroßvater mit einer Gaststätte auf dem Rimberg den Grundstein. Aus Hof und Poststation wurde im Laufe der Generationen ein fünf-Sterne-würdiges Haus mit Hallenbad, Sauna und Wellness.

WOLL: Das Hotel hat eine Brandkatastrophe erlebt. Was geschah, und wie haben Sie sie erlebt?
H. Knoche:
Ein technischer Defekt löste 1990 den Brand aus. Es gab kaum Verletzte, aber ein Teil unseres Lebens wurde Opfer der Flammen. Doch wir bewiesen Durchhaltevermögen, bauten es wieder auf und wagten einen Neuanfang.
A. Schnieder: Ich habe großen Respekt vor dem Mut der Familie. Aus der Asche entstand ein neues 4-Sterne-Hotel, das Historie und Modernität vereint und das wir nun für unsere Gäste bewusst bezahlbar halten.

WOLL: Nennen Sie drei Wörter, die das Hotel Rimberg heute beschreiben?
A. Schnieder:
Alleinlage, Familien-Oase, Genussfaktor. Hier trifft Naturidyll auf Wohlfühlkomfort.
H. Knoche: Einzigartig, lebendig, herzlich. Wir wollen, dass Großeltern, Eltern und Kinder gemeinsam eine schöne Zeit genießen können.

WOLL: Wer sind Ihre Gäste?
H. Knoche:
Wir pflegen unsere treuen Stammgäste, begrüßen aber auch viele „Neulinge“, vor allem aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

WOLL: Wie setzen Sie Themen wie Nachhaltigkeit und Regionalität in Ihrem Haus um?
H. Knoche:
Die gute Küche ist international geprägt, aber wir kaufen Eier vom nächsten Bauern, Wild von heimischen Jägern und Forellen aus Sauerländer Bächen und Teichen.

WOLL: Der Fachkräftemangel ist auch im Sauerland eine Herausforderung. Wie begegnen Sie dem Problem?
A. Schnieder:
Die Corona-Pandemie erschütterte das Vertrauen in sichere Jobs. Wir bringen jetzt auch junge internationale Talente, zum Beispiel aus Vietnam und Indonesien, in Ausbildung. 15 Azubis, die sich perfekt eingliedern, verstärken unser Team.

WOLL: Wie steht es um das Thema Wellness in Ihrem Haus?
H. Knoche:
Wir sind ein Ferienhotel mit großem Wellnessbereich, Bademantel-Snacks und umfassenden Anwendungen von Ayurveda bis klassischer Massage.
A. Schnieder: Darüber hinaus leben wir einen ganzheitlichen Wellnessgedanken: Körper, Seele, Geist – mit einer eigenen Kapelle als Rückzugsort und einem Kerzentisch für stille Wünsche.

WOLL: Wo sehen Sie das Hotel in fünf bis zehn Jahren?
A. Schnieder:
Wir wollen keine gigantischen Anbauten machen, sondern behutsam die Bade- und Ruheräumen erweitern. Wir wollen die Natur bewahren und ein intaktes Hochsauerland erhalten.

Interview Inhaber Hotel RimbergQuelle: Hotel Rimberg

WOLL: Was bedeutet das 50-jährige Stadtjubiläum für Sie?
H. Knoche:
Ich freue mich, dass wir mit unserem Haus Teil der 84 Orte umfassenden Stadt Schmallenberg sind. Ich erzähle Gästen gerne, dass wir als flächengrößte und grünste Stadt Nordrhein-Westfalens gelten.
A. Schnieder: Schmallenberg ist unser Zentrum, unser Rückgrat. Nur mit einem lebendigen Stadtkern kann die Hotel- und Geschäftswelt rundherum blühen.

WOLL: Was ist Ihr Wunsch an die Politik?
A. Schnieder:
Einen „Dschungelführer“ durch die Bürokratie, zeitnahe Genehmigungen und eine naturverträgliche Energiepolitik.

WOLL: Was ist das Geheimnis eines guten Hotels?
H. Knoche:
Offenheit, Freundlichkeit und Herzlichkeit und als „gute Seele“ des Hauses stets präsent sein.
A. Schnieder: Hardware ohne Herz bleibt Fassade. Führungskräfte und Mitarbeiter müssen brennen für Gast und Produkt, dann gelingt alles.

WOLL: Herzlichen Dank für das Gespräch!