Quelle: Patricia Korn
Mit dabei waren Jochen Renfordt, Präsident der Handwerkskammer Südwestfalen, Hauptgeschäftsführer Hendrik Schmitt, Bildungsreferent Rüdiger Schnüttgen und SPD-Politiker Dirk Wiese, der den Hochsauerlandkreis im Deutschen Bundestag vertritt.
Hohe Energiekosten und internationaler Wettbewerb
Bei der Witte GmbH & Co. KG im Maschinen- und Werkzeugbau wurde deutlich, wie stark die aktuellen Energiepreise einen energieintensiven Betrieb belasten. Hinzu kommt der wachsende Wettbewerbsdruck aus China. Für das Unternehmen sind deshalb vor allem international wettbewerbsfähige Energiepreise und verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen entscheidend.
Quelle: Patricia KornAuch bei der Reermann Agrar-Service GmbH & Co. KG standen die Kosten und politischen Rahmenbedingungen im Mittelpunkt. Besonders kritisch blickt das Unternehmen auf geplante Änderungen bei der Besteuerung geringfügig Beschäftigter. Gerade für einen Betrieb mit saisonal schwankendem Arbeitsaufkommen seien flexible Beschäftigungsmöglichkeiten wichtig. Gleichzeitig sorgen die hohen Kraftstoff- und Energiekosten für zusätzlichen Druck.

Quelle: Patricia KornUm die Zukunft der Mobilität ging es bei der Paul Witteler GmbH & Co. KG. Aus Sicht des Unternehmens muss der Ausbau der Stromnetze und der Ladeinfrastruktur deutlich schneller vorankommen, insbesondere, wenn es um Nutzfahrzeuge geht. Kritisch bewertet das Unternehmen zudem die E-Auto-Förderung, die aus seiner Sicht vorwiegend chinesischen Importen zugutekomme. Nötig seien ausgewogene Rahmenbedingungen, die auch heimische Wertschöpfung und den mittelständischen Fahrzeughandel stützen.

Quelle: Patricia KornZum Abschluss der Tour besuchten die Teilnehmer den Malerbetrieb Christopher Seston GmbH. Hier zeigte sich, wie eng Tradition und Innovation im Handwerk miteinander verbunden sind. Moderne Verfahren gehören ebenso zum Berufsalltag wie das klassische handwerkliche Können. Eine zentrale Frage bleibt dabei die Sicherung des Nachwuchses. Qualifizierte Fachkräfte sind für die Betriebe unverzichtbar und die Ausbildung junger Menschen wird damit zu einer der wichtigsten Zukunftsaufgaben des Handwerks.
Quelle: Patricia KornZuhören und Lösungen entwickeln
Für Dirk Wiese steht bei solchen Betriebsbesuchen vor allem der direkte Austausch im Vordergrund: „Wir wollen genau hinschauen und zuhören, was die Betriebe vor Ort bewegt.“ Für ihn ist die Handwerkstour, organisiert von der Handwerkskammer Südwestfalen, jedes Jahr ein wichtiger Punkt auf der Agenda. Nur im Gespräch mit den Unternehmen lasse sich frühzeitig erkennen, welche Auswirkungen politische Entscheidungen tatsächlich im betrieblichen Alltag haben. „Wir wollen genau hinschauen und zuhören, was die Betriebe vor Ort bewegt“, so Dirk Wiese.
Auch Jochen Renfordt und Hendrik Schmitt betonten, dass die Herausforderungen des Handwerks zusammen betrachtet werden müssten. Bezahlbare Energie, weniger Bürokratie, praxistaugliche Regeln für Beschäftigung und eine leistungsfähige Infrastruktur seien wichtige Voraussetzungen dafür, dass Unternehmen investieren, Ausbildungsplätze anbieten und Arbeitsplätze sichern können.
Rüdiger Schnüttgen richtete den Blick insbesondere auf Ausbildung und Fachkräftesicherung. Die Gespräche zeigten: Handwerk im Sauerland ist vielfältig, mit sehr guten Ausbildungsmöglichkeiten für die junge Generation.


