„Gott für uns alle“

Quelle: Peter Bürger

Redaktion der „edition leutekirche sauerland“

Über dem Eingang des Stammhauses der ersten niedergelassenen Juden im Sauerlanddorf Eslohe kann man heute die Balken-Inschrift „Gott für uns alle“ lesen. Diese Botschaft ist titelgebend für den Zweiten Band der „Beiträge zur Geschichte der Esloher Juden“ (unter Einschluss von Cobbenrode, Reiste, Salwey und Wenholthausen).

Herausgegeben haben das Werk Peter Bürger und Hans Jürgen Rade – in Kooperation mit dem Dampf-Land-Leute-Museum Eslohe (https://buchshop.bod.de/gott-fuer-uns-alle-9783695142156).
Dargeboten werden in sechs Abteilungen neue Forschungsbeiträge und umfangreiche Quellendokumentationen: 1. Aus Kirchenbüchern – 2. Sozialgeschichtliches, Erwerbsleben – 3. Judenbilder und Judenfeindschaft – 4. Nachfahrinnen der Esloher Juden schreiben für die Chronik – 5. Aus dem Esselboten – 6. Museumsarchiv: Akten & Aufzeichnungen.
Das jetzt vollständige Werk vermittelt in einzigartiger Weise den gesamten Weg der „Spurenlese zur jüdischen Geschichte“ einer Kommune von den 1980er Jahren bis hin zur Gegenwart – auch die Umwege, Irrtümer und Revisionen. Leuteüberlieferungen und Dokumente, populäre und wissenschaftliche Texte sind gleichermaßen vertreten. Der Themenkreis übersteigt bei weitem den üblichen Kanon von Ortschroniken. Immer wieder tauchen Überraschungen auf und setzen die Beteiligten in Erstaunen: 

Ein Paderborner Theologe kann die „jüdischen Wurzeln“ einer hochkatholischen Unternehmerfamilie des 19. Jahrhunderts aufweisen. Der Sohn eines Textilhändlers aus dem Dorf ist in Paris Modeschöpfer von internationalem Rang geworden. Ein Esloher Soldatentagebuch enthüllt heftigen Antisemitismus für die Zeit des Ersten Weltkrieges. Der Fußballverein BCE erinnert sich beim 100-Jahre-Jubiläum an seine jüdischen Begründer und kann zum Fest deren Nachfahren aus den USA begrüßen. Experten helfen, indem sie nach über 200 Jahren endlich die hebräischen und jiddischen Handschriften im Pfarrhaus vollständig übersetzen …

Die Beiträge des neuen Bandes stammen von: Dr. Aurélie Bechoff (GB, Israel), Dr. Alfred Bruns (+), Peter Bürger, Magdalene Fiebig, Rudolf Franzen, Prof. Dr. Robert Jütte (Stuttgart), Louis Meiselman (USA), Esther Nebenzahl (Portugal), Hans Jürgen Rade (Paderborn), Karl-Arnold Reinartz und Walter Schulte (+).

Quelle: Peter Bürger


Der Erste Teil ist unter dem Titel „Und sind wir auch Israels Kinder“ bereits 2019 erschienen (https://www.schiebener.net/wordpress/und-sind-wir-auch-israels-kinder-der-erste-band-der-beitraege-zur-geschichte-der-esloher-juden-ist-erschienen/ ).
Beide Bände sind wahlweise als preiswerte „Paperbacks“ oder Bücher mit festem Einband (Hardcover) erhältlich. Mit vollständigen Angaben zu Titel und ISBN-Nummer können die Ausgaben auch im nahen Buchhandel vor Ort bestellt werden:

Der Zweite Band

MIT FESTEM EINBAND:
„Gott für uns alle“. Beiträge zur Geschichte der Esloher Juden – Zweiter BandHerausgegeben von Peter Bürger und Hans Jürgen Rade, in Kooperation mit dem Dampf-Land-Leute-Museum Eslohe. (= edition leutekirche sauerland 28). Hamburg: BoD 2025.
(ISBN: 9783695155811; fester Einband [Hardcover]; 576 Seiten; 34,99 Euro)
https://buchshop.bod.de/gott-fuer-uns-alle-9783695155811

ALS PAPERBACK:
„Gott für uns alle“. Beiträge zur Geschichte der Esloher Juden – Zweiter BandHerausgegeben von Peter Bürger und Hans Jürgen Rade, in Kooperation mit dem Dampf-Land-Leute-Museum Eslohe. (= edition leutekirche sauerland 28). Hamburg: BoD 2025.
(ISBN: 978-3-6951-4215-6; Paperback; 576 Seiten; 24,99 Euro)
https://buchshop.bod.de/gott-fuer-uns-alle-9783695142156

Quelle: Peter Bürger

Der Erste Band

MIT FESTEM EINBAND:
Rudolf Franzen, Gudrun Schulte, Peter Bürger (Hg.): 
„Und sind wir auch Israels Kinder“. Beiträge zur Geschichte der Esloher Juden – Erster Band. (= edition leutekirche sauerland, Bd. 17). Hamburg: BoD 2025.
(ISBN: 978-3-6951-3105-1; Fester Einband [Hardcover]; 312 Seiten; Preis 26 €).
https://buchshop.bod.de/und-sind-wir-auch-israels-kinder-9783695131051

ALS PAPERBACK:
Rudolf Franzen, Gudrun Schulte, Peter Bürger (Hg.): 
„Und sind wir auch Israels Kinder“. Beiträge zur Geschichte der Esloher Juden – Erster Band. (= edition leutekirche sauerland, Bd. 17). Norderstedt: BoD 2018.
(ISBN: 978-3-7357-3723-6; 312 Seiten; Paperback; Preis 14,90 €).
https://buchshop.bod.de/und-sind-wir-auch-israels-kinder-9783735737236


Übersicht zu den Beiträgen
im jetzt erschienenen Zweiten Band
„Gott für uns alle“:

I.
Ein Überblick zur Geschichte
der Juden in der Gemeinde Eslohe |  2015
Von Alfred Bruns (†)

II.Zwei neuerschlossene Dokumente
zur Frühgeschichte der Juden in Eslohe
Von Robert Jütte und Louis Meiselman

III.
Personenstandseinträge von Jüdinnen und Juden
in den Kirchenbüchern der katholischen Pfarrei 
St. Peter und Paul in Eslohe von 1827 bis 1838
Von Hans Jürgen Rade

IV.
Getaufte Jüdinnen und Juden und ihre Nachfahren
in und aus Eslohe und Wenholthausen
Von Hans Jürgen Rade

V.
„Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens …“
Eine ‚Nachlese‘ zum Grabstein der Louise Gabriel (1814-1830):
‚Schmetterling im Kreis der Schlange‘
Von Peter Bürger

VI.
Geschäftsbeziehungen des Hofes Stiesberg zu Sieperting
mit jüdischen Kaufleuten
Einträge in den Anschreibebüchern von 1801 bis 1873
Zusammengestellt von Magdalene Fiebig

VII.
Die Kapitalkraft der Juden
im Altkreis Eslohe | Meschede von 1826 bis 1833
Hans Jürgen Rade

VIII.
Zeitungsannoncen jüdischer Gewerbetreibender
im Esloher Gemeindegebiet
Zusammengestellt  aus den Sammlungen von
Rudolf Franzen und Magdalene Fiebig 
| pb

IX.
„Dass der Jude immer ein orientalischer Fremdling war …“ 
Hintergründe und Nachrichten zum Judenhass
in Südwestfalen bis 1900
Von Peter Bürger

X.
„Stuatter-Simon“ – Stotter-Simon
Judenbilder in den plattdeutschen Gedichten des Eslohers
Peter Böhmer (1848-1912), Nachrichten zum Viehhandel und 
ein aggressives Tanzlied aus Büenfeld
Von Peter Bürger

XI.
Judenfeindliche Passagen aus dem
Kriegstagebuch 1914-1919 des Eslohers Albert Quinkert
Zusammengestellt von Karl-Arnold Reinartz

XII.
Judas auf dem Osterfeuer
Hintergründe und Texte zu einer Debatte der 1980er Jahre
Zusammengestellt von Peter Bürger

XIII.
„Der Jude muss rennen bis an das Ende der Welt“
Warum der Rat der Gemeinde Eslohe eine Straßenbenennung
nach der antisemitischen NSDAP-Autorin Josefa Berens 
zurückgenommen hat
Von Peter BürgerXIV.
„Tracing the link to the Goldsmith from Eslohe …“
Von Ester Nebenzahl | 29.10.2020

XV.
Aus der Familiengeschichte des in Eslohe geborenen
Pariser Modeschöpfers Emil Bechhoff (*1867)
Von Aurélie Bechoff | 8.12.2022

XVI.
Dai Goldschmidts un dai BC Eslohe | 2013 
Von Walter Schulte (†)

XVII.
Die Goldschmidts und der BC Eslohe ǀ 2019
Von Walter Schulte (†)

XVIII.
Quellentexte zur Geschichte der Juden im Esloher Land
Aus Archiven und Zeitungsjahrgängen
Zusammengestellt von Peter Bürger

XIX
„Frau Goldschmidt, als auch ihre Kinder, sind ‚Feindliche Ausländer‘ „
Esloher Akten zur Beraubung einer jüdischen Familie durch den NS-Staat

XX.
Erinnerungen eines bäuerlichen Chronisten
Handschriftliche Aufzeichnungen
von Heinrich Heymer (1898-1966)

XXI.
„Oral history“
Gesprächsprotokolle zu Zeitzeugen-Befragungen 1988 und in den 1990er Jahren
Von Rudolf Franzen und Peter Bürger
XXII.
„An diesem Tag begann meine Abneigung gegen das damalige Regime“
Aufzeichnungen von Fritz Heinrichs zu Eslohe 1929-1946

XXIII.
Die Errettung der Menschheit nach dem Talmud
(Statt eines Nachworts)


Die Herausgeber des Zweiten Bandes

Peter Bürger, geb. 1961 in Eslohe: Theologe (Studium in Bonn, Paderborn, Tübingen – Abschluss 1987), examinierter Krankenpfleger & seit 2003 freiberuflicher Publizist (www.friedensbilder.de); Mitglied in der internationalen katholischen Friedensbewegung pax christi, DFG-VK & im Bund der Antifaschisten (VVN-BdA); 1987 Initiator des Christine Koch-Mundartarchivs am Museum in Eslohe (www.sauerlandmundart.de); ab 1988 Befragungen älterer Dorfbewohner zur Geschichte der Juden, Sinti und Zwangsarbeiter in Eslohe; zahlreiche Veröffentlichungen zur regionalen Kultur- und Kirchengeschichte – u.a. eine Studie über Judenbilder in der sauerländischen Mundartliteratur (2012); seit 2014 als besondere Schwerpunkte: Projekt „Friedenslandschaft Sauerland“ und Vermittlung der „humani generis unitas“ (Einheit der menschlichen Familie auf dem Globus); zum röm.-kath. Antisemitismus: „Pro Judaeis“ (2009); Lfd. Editionsprojekte: Kirche und Weltkrieg (www.kircheundwelt krieg.wordpress.com); Tolstoi-Friedensbibliothek (www.tolstoi-frie densbibliothek.de); Schalom-Bibliothek: Pazifisten &Antimilitaristinnen aus jüdischen Familien (www.schalom-bibliothek.org). – Zuletzt erschienen: Leo N. Tolstoi: Begegnung mit dem Judentum. Briefe und andere Zeugnisse des Dichters, nebst Darstellungen von jüdischen Zeitgenossen. Ausgewählt und eingeleitet von Peter Bürger. (= Tolstoi-Friedensbibliothek: Reihe B, Band 13). Hamburg 2025 (660 Seiten; ISBN: 978-3-8192-3389-0).

Hans Jürgen Rade, geb. 1964 in Geseke. Nach dem Abitur 1983 am Städtischen Gymnasium studierte er Theologie & Philosophie in Münster, Tübingen, Paderborn. Am 21. Mai 1994 spendete ihm Erzbischof Dr. Johannes Joachim Degenhardt im Hohen Dom zu Paderborn das Sakrament der Priesterweihe. Er wirkte von 1994 bis 1997 als Vikar in der Kirchengemeinde Liebfrauen in Holzwickede, von 1997 bis 1998 als Vikar in der Kirchengemeinde St. Bonifatius in Hagen-Haspe. Von 1998 bis 2004 war er als Regionalvikar der Seelsorgeregion Siegerland-Südsauerland, zugleich als Seelsorger in der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist in Kreuztal tätig. – Erzbischof Hans-Josef Becker ernannte ihn 2004 zum Domvikar am Hohen Dom zu Paderborn und zum Direktor des Pauluskolleg, dem Konvikt für die Studierenden der Religionspädagogik an der Katholischen Hochschule NRW in Paderborn. Als Direktor des Pauluskolleg war er verantwortlich für die studienbegleitende Ausbildung der Studierenden der Religionspädagogik aus den (Erz-)Diözesen Aachen, Berlin, Erfurt, Essen, Fulda, Hamburg, Köln, Magdeburg, Münster, Osnabrück und Paderborn, die sich auf den Dienst als Gemeindereferentinnen und -referenten in ihren Heimatdiözesen vorbereiten. Zugleich war er Ausbildungsleiter für die Religionspädagogikstudierenden der Erzdiözese Paderborn. – 2013 schloss Domvikar Rade sein Lizentiatsstudium Kanonisches Recht an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster mit dem Titel Lic. iur. can. ab. Erzbischof Hans-Josef Becker ernannte ihn 2014 zum Diözesanrichter am Erzbischöflichen Offizialat Paderborn. Von 2022 bis 2025 war er Offizial des Erzbistums Paderborn. 2025 übernahm er als Erzbistumsarchivar die Leitung des Erzbistumsarchivs Paderborn. 2018 wurde er zum Mitglied der Historischen Kommission für Westfalen gewählt. Ein Schwerpunkt seiner historischen Forschungen und Veröffentlichungen liegt neben genealogischen Fragestellungen im Bereich der Geschichte der Juden seiner Heimatstadt Geseke und der Schicksale getaufter Jüdinnen und Juden vom 17. bis zum 19. Jahrhundert im Herzogtum Westfalen.