Gastgeber mit Weitblick

Quelle: Rothaarsteigverein e.V. / Annika van Beek

Die Rothaarsteig-Qualitätsbetriebe begleiten Wandernde seit 25 Jahren mit Service, regionaler Verbundenheit und neuen Ideen

Als der Rothaarsteig vor 25 Jahren eröffnet wurde, gehörten die Gastgeber von Beginn an zum Konzept des Weges. Die Rothaarsteig-Qualitätsbetriebe sollten Wandernden einen verlässlichen Anlaufpunkt bieten und den Aufenthalt entlang der Strecke abrunden.

Für Christa Fredlmeier, die erste Marketingleiterin des Rothaarsteigs, war die Zusammenarbeit mit den Betrieben ein wichtiger Baustein. „Wir wollten die Betriebe fit machen für Wandernde. Sie sollten wissen, worauf sie sich einstellen müssen“, sagt sie. Entstanden ist ein Kriterienkatalog mit praktischen Anforderungen wie Trockenmöglichkeiten für Kleidung und Schuhe, Beratung zu Touren und regionalen Angeboten. „Die Wandernden erleben tagsüber die Landschaft und den Weg. Abends freuen sie sich auf eine Dusche, ein gutes regionales Essen und darauf, dass sich jemand um sie kümmert“, beschreibt Fredlmeier die Idee hinter den Qualitätsbetrieben.

Von den ersten Betrieben zum starken Netzwerk
Zu den ersten Rothaarsteig-Qualitätsbetrieben gehörte der Sauerländer Hof in Hallenberg. Für Inhaberin Kerstin Bäumer war der Rothaarsteig ein wichtiger Impuls für die Entwicklung des Familienbetriebs. „Der Rothaarsteig hat uns dazu gebracht, stärker in den Bereich Wandern und Privatgäste zu gehen“, erzählt sie. Die Anforderungen hätten den Gastgebern geholfen, die eigenen Angebote zu überprüfen und weiterzuentwickeln. „Der Qualitätsaspekt hat allen Betrieben gutgetan. Jeder hat sich gefragt, was sich verbessern lässt“, erinnert sich Bäumer.

Heute betreut Ilka Robke die Rothaarsteig-Qualitätsbetriebe und besucht die Gastgeber regelmäßig. Für sie steht dabei der Austausch im Mittelpunkt. „Man merkt schnell, ob ein Betrieb Wandernde willkommen heißt und sich um ihre Anliegen kümmert.“ Die Anforderungen haben sich weiterentwickelt, etwa durch Themen wie Online-Buchbarkeit, WLAN oder Lademöglichkeiten. „Es geht nicht um eine Sterne-Klassifizierung. Entscheidend ist wanderfreundlicher Service, und den kann es in jeder Kategorie geben“, erklärt Robke. Deshalb gehören unterschiedliche Häuser zum Netzwerk, vom kleineren Gastgeber bis zum Hotel der gehobenen Kategorie.

Qualität gemeinsam weiterentwickeln
Für die Betriebe bedeutet die Mitgliedschaft im Netzwerk Austausch und Sichtbarkeit. „Der Rothaarsteig ist eine starke Marke. Als Qualitätsbetrieb gehört man zu diesem Weg und wird von Wandernden besser gefunden“, sagt Bäumer.

Auch Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung. Viele Betriebe setzen bereits seit Jahren auf regionale Produkte und einen bewussten Umgang mit Ressourcen. „Manchmal ist ein kleiner Hinweis von außen hilfreich, damit man noch einmal darüber nachdenkt, was man verändern kann“, sagt Bäumer.

Katharina Schwake-Drucks, die aktuelle Marketingleiterin des Rothaarsteigs, möchte diese Entwicklungen deutlicher hervorheben: „Wir müssen noch stärker zeigen, was hier passiert, und die Geschichten dahinter erzählen.“ Dazu gehören Projekte wie Trinkwasser-Stationen entlang des Weges, bessere Wetterinformationen und neue Angebote für unterschiedliche Formen des Wanderns. Für Schwake-Drucks bleibt die Marke Rothaarsteig von hohem Wert: „Diese Marke wurde über 25 Jahre aufgebaut und hat sich etabliert.“ Die Rothaarsteig-Qualitätsbetriebe tragen diesen Gedanken seit einem Vierteljahrhundert mit. Sie verbinden die Wandererfahrung auf dem Weg mit persönlicher Gastfreundschaft und regionaler Verbundenheit.

Das ganze Gespräch im WOLLcast Pauerland: