Fünf Fragen auf der WOLL-Bank mit Albert Nagel

Fünf Fragen auf der WOLL-Bank mit Alfred Nagel

Ein Gipfelkreuz für die Homert und ein Denkmal für die Gemeinschaft

Wer den Homert-Gipfel erreicht, wird künftig nicht nur mit einem weiten Blick über das Sauerland belohnt. Ein mächtiges Eichenkreuz erinnert daran, dass Heimat dort entsteht, wo Menschen Ideen, Zeit und Herzblut einbringen. Einer von ihnen ist Albert Nagel aus Wenholthausen.

Seit Jahrzehnten führt der 71-Jährige Wandergruppen durch das Sauerland. Für ihn ist Wandern weit mehr als Bewegung in der Natur – es ist gelebte Heimatpflege. Sein jüngstes Herzensprojekt steht auf der 656 Meter hohen Homert, dem höchsten Punkt des Lennegebirges.

Gipfelkreuz auf der Homert
Gipfelkreuz auf der Homert



Von der Idee zum Gipfelkreuz
Bei einer Winterwanderung 2024 entstand die Idee, den Gipfel aufzuwerten. Albert Nagel sprach mit Grundstückseigentümern, gewann Unterstützer und sammelte Spenden. Gemeinsam mit zahlreichen Ehrenamtlichen entstand zunächst ein Rastplatz, später ein über vier Meter hohes Eichenkreuz. Gebaut wurde es von Schreinermeister Josef „Jupp“ Hecking aus Obersalwey, unterstützt von der Dorfgemeinschaft Salwey und vielen Freunden der Homert. Am 1. August wurde das Kreuz feierlich eingeweiht.

Für Albert Nagel ist es nicht nur ein Wahrzeichen. Es erinnert an Menschen, die den Berg geliebt haben und heute nicht mehr mitwandern können. Und es steht für eine Haltung, die das Sauerland prägt: nicht lange reden, sondern gemeinsam anpacken.

Fünf Fragen auf der WOLL-Bank

Foto: IMG_9636

WOLL: Was fasziniert Dich bis heute am Wandern im Sauerland?

Albert Nagel: Das Schönste sind für mich zuerst die Menschen. Gemeinsam loszugehen, sich zu unterhalten, miteinander zu lachen und die Natur zu erleben – das ist durch nichts zu ersetzen. Dazu kommen diese herrlichen Aussichten. Und wenn die Wanderung geschafft ist, gehört für mich noch ein frisch gezapftes Veltins dazu. Dann ist der Tag rund.

WOLL: Wie entstand die Idee für Rastplatz und Gipfelkreuz?
Albert Nagel: Bei einer Winterwanderung 2024 fragte eine Teilnehmerin: „Warum gibt es hier oben eigentlich keine Sitzgruppe?“ Dann drückte sie mir 50 Euro in die Hand und sagte: „Fang doch einfach mal an.“ Das war der Startschuss. Ich sprach mit der Eigentümerfamilie Scholten und dem Revierförster. Viele Menschen unterstützten uns. Aus einer kleinen Anregung wurde ein Gemeinschaftsprojekt – erst der Rastplatz, dann das Gipfelkreuz.

WOLL: Wie konntest du so viele Unterstützer gewinnen?
Albert Nagel: Vieles entstand in der Ostenberg-Skihütte meines Bruders Paul und seiner Frau Susanne in Grevenstein. Da gab der eine zehn Euro, der nächste zwanzig. Später habe ich gezielt die „Freunde der Homert“ angesprochen. Die Hilfsbereitschaft war enorm. Als genügend Geld zusammenkam, haben wir gesagt: Dann bauen wir nicht nur eine Sitzgruppe, sondern auch das Gipfelkreuz.

WOLL: Das Kreuz hat für dich auch eine persönliche Bedeutung?
Albert Nagel: Es erinnert an Menschen, die viele Jahre mit mir unterwegs waren: an meine Frau Maria, an Klaus Eichhorn, der mich oft mit der Kutsche auf die Homert gefahren hat, und an Dirk Bielefeld, der 2024 noch mitgewandert ist und wenige Monate später plötzlich starb. Das Kreuz ist deshalb auch ein Ort der Erinnerung und Dankbarkeit.

WOLL: Und was kommt als Nächstes?
Albert Nagel: Das weiß ich noch nicht. Aber ich bin kein Mensch für endlose Sitzungen. Ich suche mir lieber ein Projekt, das sich umsetzen lässt, hole die richtigen Leute dazu und dann wird gemacht. Außerdem engagiere ich mich in der Flüchtlingshilfe und dort, wo Hilfe gebraucht wird. Ich muss nicht überall mitreden. Lieber packe ich an und sehe am Ende, dass etwas entstanden ist.

Albert Nagel (71)
Wanderführer aus Wenholthausen · Kenner der Geschichte des Naturparks Homert · Initiator des Rastplatzes und Mitorganisator des Gipfelkreuzes · seit vielen Jahren ehrenamtlich für Wandern, Natur und Heimatpflege engagiert