Quelle: Ernst-Rudolf Roebling
Ausstellung im DampfLandLeute-Museum, Eslohe
Es gibt Künstler, deren Bilder man betrachtet. Und es gibt Künstler, deren Bilder man erlebt. Ernst-Rudolf Roebling gehörte zu jenen Malern, deren Werke voller Energie, Farbe und Bewegung stecken. Vom 30. Mai bis zum 5. Juli 2026 erinnert eine große Ausstellung im DampfLandLeute-Museum in Eslohe an den 2024 verstorbenen Künstler. Unter dem Titel „Farbenrausch“ werden dort seine eindrucksvollen Arbeiten gezeigt – farbintensiv, emotional und voller Geschichten.
Der Name Roebling trägt dabei weit über die Kunst hinaus Bedeutung. Ernst-Rudolf Roebling war ein direkter Verwandter von Johann August Röbling, der später als John Augustus Roebling weltberühmt wurde – als Erbauer der Brooklyn Bridge in New York. Bevor der große Brückenbauer 1831 in die USA auswanderte, lebte und arbeitete er zeitweise im Sauerland, unter anderem in Eslohe und Meschede. Seine Ideen für Hängebrücken hinterließen auch hier Spuren, etwa bei der historischen Ketten-Hängebrücke im Park von Schloss Laer.
Brückenbauer
Vielleicht liegt genau darin die besondere Kraft dieser Ausstellung: Im Werk von Ernst-Rudolf Roebling verbinden sich Vergangenheit und Gegenwart, Weltgeschichte und Sauerland, Architektur und Malerei. Wo sein berühmter Vorfahr Brücken aus Stahl und Drahtseilen schuf, baute Ernst-Rudolf Roebling Brücken aus Farben und Emotionen. Seine Bilder wirken oft wie ein Rausch aus Licht, Bewegung und Erinnerung. Mal kraftvoll und laut, mal sensibel und beinahe träumerisch. Immer aber voller Leben.
Besonders beeindruckend ist dabei die expressive Farbigkeit seiner Werke. Städte, Brücken, Landschaften und Menschen erscheinen nicht naturalistisch, sondern emotional verdichtet. Die Bilder erzählen Geschichten, manchmal von Fernweh und großer Welt, manchmal von Heimat und persönlichen Erinnerungen.
Farbenrausch
Dass die Ausstellung ausgerechnet in Eslohe stattfindet, besitzt beinahe symbolischen Charakter. Hier lebte einst auch Johann August Röbling während seiner Sauerländer Jahre. Nun kehrt mit Ernst-Rudolf Roebling ein anderer Vertreter dieser außergewöhnlichen Familie zurück, nicht als Ingenieur, sondern als Künstler.
Die Ausstellung „Farbenrausch“ im DampfLandLeute-Museum ist deshalb weit mehr als eine klassische Werkschau. Sie ist eine Begegnung mit einem besonderen Menschen, mit einem eigenwilligen Künstler und mit einer Familiengeschichte, die vom Sauerland bis nach New York reicht. (hh)



