
„Für ein lebenswertes Arnsberg – auch im Alter“
„Früher ging man nach einem Leben voll harter Arbeit in den Ruhestand und die Menschen genossen Zeit mit Freunden und Familie. Doch die Zeiten haben sich geändert. Heute suchen viele Menschen nach einer sinnvollen Tätigkeit, wenn sie dem Ende der Berufstätigkeit entgegensehen. Viele wollen sich sinnstiftend in die Gemeinschaft einbringen.“
Das sagt der 46-jährige Martin Polenz, Leiter der Fachstelle Zukunft Alter der Stadt Arnsberg. Diese Fachstelle, 2004 gegründet, koordiniert und bündelt Maßnahmen um die Stadt zu einem lebenswerten Ort für ältere Menschen zu gestalten und gleichzeitig die Potenziale von Älteren in der Gesellschaft zu nutzen. Die Fachstelle Zukunft Alter ist die zentrale Anlaufstelle für Seniorinnen und Senioren sowie Interessierte rund um Arnsberg.
Aufgaben im Wandel
Die Aufgaben der städtischen Abteilung haben sich im Laufe der Zeit gewandelt: Früher stand die individuelle Beratung im Vordergrund. Wenn das Seniorentelefon klingelte, versuchte man die Probleme und Herausforderungen zu lösen. Polenz: „Jetzt geht es mehr um Koordinierung und Vernetzung. Wir bringen verschiedene Akteure, Ehrenamtliche und Organisationen zusammen, um Angebote für ältere Menschen zu schaffen. Wir initiieren und begleiten zahlreiche Projekte, die ein langes und gutes Leben in Arnsberg fördern. Dabei muss man bedenken, dass ältere Leute keine einheitliche Gruppe sind. Entsprechend vielfältig müssen die Angebote gestaltet sein.“
Ein Beispiel eines solchen Angebots ist etwa das monatliche Demenz-Café, das regelmäßig in Neheim organisiert wird und in Zusammenarbeit mit dem Alexianer Klinikum Hochsauerland und durch Unterstützung des Arnsberger Netzwerks Demenz entstanden ist. „Wir suchen Ideen, die das Leben von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen bereichern. Damit wollen wir die Lebensqualität der Familien, insbesondere der pflegenden Angehörigen und der Betroffenen, verbessern. Wichtig ist, dass ihre Teilhabe am Leben in der Kommune und der Gesellschaft möglich bleibt. In einem Ideenwettbewerb zu diesem Thema konnten wir kürzlich vier wunderbare Initiativen auszeichnen“, so Martin Polenz.
Er zeigt auch den Bildband „Arnsberg mit 80“. Darin erzählen Arnsbergerinnen und Arnsberger über 80 etwas über das Älterwerden und das Zusammenleben in der Stadt. Seit 2024 bietet die Fachstelle Zukunft Alter der Stadt Arnsberg allen Menschen im Alter von 80 Jahren ein persönliches Gespräch an. Das Angebot ist freiwillig und kostenlos. Denn mit dem höheren Alter kommen häufiger auch neue Fragen, hinsichtlich der persönlichen Organisation des Alltags und an das Wohnen zu Hause auf. „Nach kurzer telefonischer Vereinbarung eines Termins nehmen wir uns gerne die Zeit, um individuell zu beraten und offene Fragen zu besprechen.“ Ziel ist die Stärkung eines selbständigen Lebens entsprechend den eigenen Vorstellungen. Mit vielen Partnern gestalten wir so gute Rahmenbedingungen für das Leben im Alter. Für einen erfolgreichen Start des Angebotes bekamen wir übrigens Fördermittel aus dem europäischen LEADER-Programm.“
Engagement fördern
Für die Fachstelle ist es wichtig, Seniorinnen und Senioren bei der Organisation ihrer ehrenamtlichen Aktivitäten zu unterstützen und so die Wertschätzung älterer Menschen in der Gesellschaft zu erhöhen. Ein Beispiel ist das Arnsberger Generationen-Magazin Sicht. Das wird von einigen Redakteurinnen und Redakteuren (Altersgruppe 65 bis 80 Jahre) mit viel Herzblut und Leidenschaft produziert. Die Fachstelle Zukunft Alter der Stadt Arnsberg beteiligt sich auch an dem bundesweiten Projekt „Chancenpatenschaften Alt & Jung“. Dabei unterstützen erfahrene Arnsbergerinnen und Arnsberger als Paten junge Menschen, die eine Fluchtgeschichte hinter sich haben. Die Patinnen und Paten unterstützen beispielsweise bei der Sprachförderung, bei Behördengängen oder bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.
Polenz stellt auch das Mehrgenerationenhaus Mittendrin vor, ein Begegnungsort für Menschen jeden Alters mitten in Arnsberg. Dieses Haus legt einen besonderen Schwerpunkt auf die offenen Treffs. In der „Brutzelküche“ kann man gemeinsam kochen, das Café Zeitlos bietet kreative Angebote und im Spieletreff kommt man zu einer Partie zusammen.
„Entscheidend sei die gemeinsame Arbeit an der Frage, wie wir in einer älter werdenden Gesellschaft leben wollen. Unsere Fachstelle will dazu beitragen, dass Arnsberg eine altersfreundliche und inklusive Stadt ist und bleibt“, sagt Martin Polenz begeistert und könnte noch lange von engagierten Menschen, Angeboten für Ältere und spannenden Projekten erzählen.



